Live-Stream mit dem Bundesgesundheitsminister

Ärzte diskutieren mit Spahn über die Corona-Krise

Fehlende Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel, Umgang mit steigenden Grippezahlen bei gleichzeitigem Wiederanstieg der Infektionen, Erreichbarkeit des Bereitschaftsdienstes 116117: Ärzte diskutierten mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn über die Corona-Krise.

Im Livestream „Corona und die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte“ vom 8. Juli betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Strukturen im deutschen Gesundheitswesen seien der Schlüssel zum Erfolg bei der Beherrschung der Corona-Pandemie. Damit sei es gelungen, sechs von sieben Covid-19-Patienten ambulant zu behandeln. zm_Screenshot_youTube

Dass Deutschland vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen sei, habe viel mit der Struktur des Gesundheitswesens zu tun, versicherte der Spahn in einem Live-Stream auf der BMG-Plattform „Zusammen gegen Corona“. Dort diskutierte er mit Vertretern von Ärzteverbänden und Niedergelassenen aus ganz Deutschland.

Erster Schutzwall: die ambulante Behandlung

„Es gibt nicht viele Länder auf der Welt, die so viele niedergelassene Haus- und Fachärzte haben“, sagte Spahn. „In vielen anderen Ländern sind Patienten in die Kliniken gegangen, was das Infektionsrisiko noch weiter erhöht hat. Erster Schutzwall war die ambulante Behandlung, eine der Stärken des Systems. Ich weiß, was jeden Tag in den Praxen geleistet wird!“

Live Diskussion: "Corona und die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte"

Zugeschaltete Ärztinnen und Ärzte aus ganz Deutschland nutzten am 8. Juli die Gelegenheit, im Live-Stream mit Bundesgesundheitminister Jens Spahn über die Corona-Krise zu diskutieren. Es ging um die Schutzausrüstung, Desinfektionsmittelknappheit, aber auch um die Kostenübernahmen bei Abstrichen und Tests und die Frage einer Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen.

Der Vorsitzende der Kasenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, teilte Spahns Einschätzung - obwohl, machte er deutlich, es in den Ländern an Pandemieplänen fehle und der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) erkennbar überlastet gewesen sei. Neben einer „Prise Glück“ haben laut Gassen die niedergelassenen Haus- und Fachärzte und deren Standesorganisationen „den Unterschied gemacht".

Gassen: „Der Schutzwall hat an dieser Stelle funktioniert. Sechs von sieben Patienten sind ambulant behandelt worden.“ Man habe es geschafft, dass das Gesundheitswesen zu keinem Zeitpunkt weder ambulant noch stationär grenzwertig gefordert worden sei. Ein Strukturvorteil, den es für Gassen unbedingt zu erhalten gilt.

Achillesferse PSA

Hilfreich sei vor allem der Schutzschirm für die Niedergelassenen gewesen. Gassen wies aber auch auf Probleme hin: So sei der ÖGD mit einer solchen Pandemie noch nie konfrontiert gewesen und dafür auch nicht ausgerichtet. Auch beim Katastrophenschutz hätte sich erheblicher Nachbesserungsbedarf gezeigt. Eine Achillesferse nannte Gassen den Mangel an persönlicher Schutzausrüstung (PSA). Hieraus sollte man lernen, wie man sich in künftigen Krisen besser aufstellt. „In zu vielen Gesundheitsämtern war schon zu normalen Zeiten nicht genug Kapazität da“, räumte Spahn ein.

Konnektor anschrauben und Pandemie machen, funktioniert nicht

Ziel müsse sein, bei einer zweiten Welle sowohl Patienten zu behandeln als auch den normalen ärztlichen Betrieb aufrecht zu erhalten, sagte Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Virchow-Bundes. „Wir stellen fest, dass Einiges unterblieben ist: Patienten sind nicht in die Praxen gekommen“, sagte Heinrich.

Er appellierte, sich auf die Kombination einer zweiten Pandemie-Welle und nächsten Grippewelle einzustellen und keinen „Wust an Formularen“ aufzubauen. Auch sollten in Zeiten der Krise andere Projekte einmal ausgesetzt werden. Heinrich: „Wir können nicht unter dem Tisch liegen und den nächsten TI-Konnektor anschrauben und gleichzeitig Pandemie machen. Das wird nicht funktionieren.“ Lobend erwähnte er den ärztlichen Bereitschaftsdient der 116117 - er habe sich bewährt und sei ausbaufähig zu einem allgemeinen Termin- und Beratungspool.

Für weniger Bürokratie und weniger Formulare plädierte auch Spahn. „Verschiebebahnhöfe“ beim Testen und bei deren Finanzierung würden weidlich genutzt – das sei ein Problem, das er auch von anderer Seite geschildert bekomme. Spahn ging auch auf die Grippeimpfungen ein – ein Thema, das im Herbst wieder aktuell werde. Genügend Impfstoff sei da, erklärte er.

116117? Immer besetzt!

Dr. Christopher Schultz, Arzt in Weiterbildung im Ärztezentrum Büsum gGmbH, berichtete aus seiner Praxiserfahrung während des Lockdowns im Frühjahr: Zwar seien weniger Patienten in die Praxis gekommen, dafür habe es viel telefonische Beratung gegeben. Hinzu kamen für die Ärzte täglich neue Maßgaben und Regeln aus Politik und KV. Das habe letztlich zu Mehrarbeit geführt. Außerdem habe es negative Erfahrungen mit dem Bereitschaftsdienst 116117 geegben. „Da war ständig besetzt“, berichtete Schultz.

Weiterhin habe es Probleme mit fehlender Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln gegeben sowie viele offene Fragen an das Gesundheitssamt zur Quarantäne - zum Beispiel: Wer übernimmt das Monitoring auch an Wochenenden? Maskentragen und Abstand halten, das sei in Touristen-Hotspots wie Büsum schwierig und müsse aber gerade hier gewährleistet sein, betonte Schultz.

Der Mangel beim Cent-Artikel Masken habe Deutschland in der Krise an seine Grenzen geführt, bestätigte Spahn. Bei solchen Engpässe werde man dafür sorgen, unabhängig vom asiatischen Markt zu werden. Es sollen künftig wieder Produktionen im eigenen Land zur Verfügung stehen und nationale Reserven angelegt werden.

Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

34167943415329341533034153313403083 3403084 3415332
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare