BZÄK und KZBV zum Tag der Deutschen Einheit

In Sachen Mundgesundheit wiedervereinigt

Die Mundgesundheit von Kindern und jüngeren Erwachsenen hat sich in Ost- und Westdeutschland in den vergangenen 25 Jahren kontinuierlich verbessert und angeglichen.

Mit der Einführung der Individual- und Gruppenprophylaxe für Kinder und Jugendliche sowie durch die breitere Verfügbarkeit von Fluoriden in den Zahnpasten ging ein dramatischer Rückgang bei den Karieserkrankungen einher. Im Ost-West-Vergleich der Mundgesundheit ist es so zu einer Angleichung gekommen. Samara - Fotolia

Auf dieses Ergebnis der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) weisen Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober hin.

In einer Kurzfassung der DMS V heißt es: "Die Erste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS I) aus dem Jahr 1989 wurde nach der Deutschen Einheit um eine Querschnittsstudie zum Mundgesundheitszustand und -verhalten in Ostdeutschland (DMS II) im Jahr 1992 ergänzt. Der Vergleich beider Untersuchungen zeigte das zahnmedizinische Leistungsvermögen der unterschiedlichen Gesundheitssysteme und die mögliche Bedeutung von Risikofaktoren. Die staatlich organisierte Gesundheitsfürsorge - insbesondere durch die Kinderstomatologie - in der DDR zeigte bei den Kindern (12-Jährige) gute Erfolge: Durchschnittlich wiesen die Kinder in Ostdeutschland fast einen Zahn weniger mit Karieserfahrung auf. Auch der Anteil der 12-Jährigen mit kariesfreien Gebissen war damals höher als in Westdeutschland."

Diese Entwicklung ist laut den Studienautoren unter anderem auf den verbreiteten Einsatz von Fluoriden in Form von Tabletten oder im Trinkwasser zurückzuführen. Auch die jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) hatten drei Zähne mehr ohne Karies als in Westdeutschland. Auf der anderen Seite waren bei der prothetischen Versorgung erhebliche Unterschiede festzustellen. Der Anteil prothetisch ersetzter Zähne lag in Westdeutschland um 22 Prozentpunkte höher. Hinzu kam, dass im Alter von 35 bis 44 Jahren den Ostdeutschen durchschnittlich bereits ein Zahn mehr fehlte als den Westdeutschen.

Entwicklung der Mundgesundheit in Ost und West

Seit den ersten beiden DMS-Studien 1989 und 1992 ist es aufgrund der Wiedervereinigung zu tiefgreifenden Veränderungen der wirtschaftlichen und gesundheitspolitischen Situation in den Neuen Ländern, aber auch in Westdeutschland gekommen. Mit der Einführung der Individual- und Gruppenprophylaxe für Kinder und Jugendliche sowie durch die breitere Verfügbarkeit von Fluoriden in den Zahnpasten gingen die Karieserkrankungen auf dramatische Weise zurück. Dieser Rückgang hat sich 1997 in der Dritten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS III) sowohl bei der Karieserfahrung als auch beim Anteil kariesfreier Gebisse gezeigt - und zwar in West- wie in Ostdeutschland.

Dennoch kann man an den DMS-III-Ergebnissen erkennen, dass die Mundgesundheit in Ost und West nicht unmittelbar auf einen West-Ost-Angleich zusteuerte, vielmehr wird dieser Trend erst ab der Jahrtausendwende deutlich. Die völlige Neuausrichtung des medizinischen Versorgungssystems in den neuen Bundesländern könnte dafür ein Grund sein. Mittlerweile ist aber doch eine nachhaltige Entwicklung hin zu einem West-Ost-Angleich bei der Mundgesundheit zu erkennen, so dass sich Kariesfreiheit und Karieserfahrung bei Kindern in Deutschland nur noch geringfügig unterscheiden. Bei Erwachsenen zeigt sich eine klare Angleichung bei der Karieserfahrung und bei der Anzahl fehlender Zähne. Auch das Bild bei der zahnprothetischen Versorgung ist annähernd gleich.

"Unterschiedliche Betreuungssysteme zusammengewachsen"

„Deutschland ist in Sachen Mundgesundheit schon lange wiedervereinigt. So unterscheiden sich die Daten zu Kariesfreiheit und Karieserfahrung bei Kindern in den alten und neuen Ländern heute nur noch geringfügig. Bei Erwachsenen zeigt sich eine klare Angleichung bei der verminderten Karieserfahrung und bei der sinkenden Zahl fehlender Zähne. Auch das Bild bei der zahnprothetischen Versorgung ist annähernd gleich. Diese Ergebnisse freuen uns Zahnärzte natürlich, zeigen sie doch, dass wir unseren Job gut gemacht haben. Die Deutsche Einheit ist auch bei der Mundgesundheit längst eine echte Erfolgsgeschichte“, sagte Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV.

Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK: „Gerade der so wesentliche Bereich der Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen zeigt, wie unterschiedliche Betreuungssysteme in Ost und West zusammenwachsen. Durch die engagierte Arbeit der Zahnärztinnen und Zahnärzte in Ost und West kam es zu einer weitgehenden Angleichung bei der Karieslast. Aber vor allem zu einer immensen Kariesreduktion, bei der wir heute international führend sind. Dies ist ein starker Beleg dafür, wie ein auf Früherkennung sowie Gruppen- und Individualprophylaxe ausgerichtetes Gesundheitssystem dazu beiträgt, die Gesundheit nachhaltig zu verbessern.“

Die DMS V beschreibt repräsentativ die Mundgesundheit der gesamten Bevölkerung in Deutschland. Sozialwissenschaftlich befragt und zahnmedizinisch untersucht wurden mehr als 4.600 Menschen an 90 Standorten. Für die Studie wurden neben klinischen Daten auch umfangreiche soziodemografische und verhaltensbezogene Einflüsse berücksichtigt. Weitere Informationen zur DMS V können auf den Websites von KZBV und BZÄK abgerufen werden. Die vollständige Studie ist im E-Shop des Deutschen Ärzteverlages erhältlich.

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