Politik

Kongress: Q für Qualität

Wie man Qualität ins Gesundheitswesen bringt, darüber diskutierten die Politiker, Ärzte und Wissenschaftler auf dem Fachkongress Monitor Versorgungsforschung gestern in Berlin.

zm-jt

Prof. Reinhold Roski, Herausgeber des Monitors Versorgungsforschung und Veranstalter, eröffnete den Qualitätskongress mit der Frage, ob die Akteure im Gesundheitswesen bereit für den Wandel sind. Roski lehrt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Wirtschaftskommunikation mit den Schwerpunkten Marketing, Medienmanagement, Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung. zm-jt
"Wir sind in der Gesundheitsbranche getrieben von Veränderungen", sagte Dr. Jens Härtel vom Co-Veranstalter avarto, "das kann durchaus gutes bedeuten." arvato gehört zur Bertelsmann-Gruppe und ist ein führender internationaler Dienstleister, der von digitalen Technologien lebt. zm-jt
Vier Kernpunkte zur Versorgungsforschung trug der Gesundheitspolitiker Prof. Karl Lauterbach (SPD) vor: 1. Wir brauchen mehr Förderung für Fortsetzungsstudien. Nicht viele neue Studien, sondern einige tiefergehende könnten die Versorgung verbessern. 2. Mehr Kosten-Nutzen-Analysen in der Versorgungsforschung. Jene hätten zwar aufgrund der Vereinnahmung durch die Industrie einen schlechten Ruf, seien aber sinnvolle Werkzeuge zur Effizienzsteigerung in der Wissenschaft. 3. Er kritisierte die Methodik vieler Studien: " Wenn ich nochmal an die Hochschule ginge, würde ich den Studenten drei Dinge empfehlen: Methodik, Methodik und Methodik." Verbesserung erhofft er sich von den Daten des neuen Qualitätsinstituts IQTiG. 4. Der Haward-Gastdozent rief dazu auf, die Forschung mehr auf unsere moderne Gesellschaft abzustimmen. "Durch Zuzug und Migration haben wir es mit sehr unterschiedlichen Gesundheitsverhalten zu tun". zm-jt
Dr. Regina Klakow-Frank ist unparteiisches Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und erklärte welche Indikatoren für die Qualitätsvorgaben im Auftrag der Bundesregierung entwickelt werden. Die Zielvorgabe, diese bis Ende 2016 umzusetzen, bezeichnete sie als wenig realistisch. zm-jt
Hans-Werner Pfeifer, Referatsleiter Qualitätssicherung beim GKV-Spitzenverband, beklagte, dass die Qualitätssicherung sich bislang hauptsächlich auf den stationären Bereich beziehe. Auch die Zahnärzte nahm er ins Visier: "Zahnärzte bohren nicht nur in der Praxis in schwarzen Löchern, sondern auch bei der Qualitätssicherung, denn sie müssen ihre Diagnosen gar nicht mitteilen." zm-jt
"Qualitätsverbesserung", sagte Prof. Matthias Schrappe, Experte für Patientensicherheit und Risikomanagement mit Lehrstuhl an der Uni Köln, "so müsste man das nennen und nicht Qualitätssicherung." Sein Fazit: Wir messen zu viel, aber falsch. Statt der Routinedaten sei es sinnvoller, Extradaten zu erfassen. Andernfalls messe man nur den Vergütungseffekt, nicht aber die Qualität. zm-jt
Priv.-Doz. Dr. Lutz Fritsche sprach sich - entgegen den Darstellung von Prof. Schrappe - für die Auswertung von Routinedaten aus. Er zitierte internationale Studien, nach denen sich selbst nur die Mortailtätsrate als Qualitätsindikator, eigne. zm-jt
Harald Möhlmann, AOK Nordost, lenkte die Aufmerksamkeit auf den häuslichen Bereich und verwies auf ergebnisorienterte Projekte, wie das AOK-Gesundheitsnetz in Brandenburg. zm-jt
Dr. Franziska Diel, zuständig für sektorenübergreifende Qualitätsförderung und -darstellung bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, vertrat ihre erkrankte Kollegin Regina Feldmann. Sie widersprach Hans-Werner Pfeifer, was die Defizite bei der Qualitätssicherung in der ambulanten Versorgung angeht. "Tatsächlich ist bei 50 Prozent der ambulanten Leistungen die Qualität gesichert." So gebe es im ambulanten Bereich viele Behandlungen, beispielsweise Ultraschall, die einem Genehmigungsvorbehalt der KBV unterliegen. Zudem greifen Diel zufolge zahlreiche "scharfe" Sanktionsinstrumente, wenn die Qualitätsziele nicht erreicht werden. zm-jt
Unter den Linden Nr. 1: Zum zweiten Mal fand der Kongress in der Bertelsmann Repräsentanz statt. © Bertelsmann
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