Zi-Studie

MVZ: Ein Drittel macht finanzielle Verluste

Etwa jedes dritte Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) musste 2016 finanzielle Verluste hinnehmen. Allerdings gibt es große Unterschiede je nach Trägerschaft und Standort. Dies ist ein Ergebnis einer Untersuchung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung.

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In der Untersuchung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) in Kooperation mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Bundesverband MVZ wurde danach unterschieden, ob ein MVZ von niedergelassen Vertragsärzten oder Dritten getragen wird.

Demnach machten unter den vertragsärztlich betriebenen MVZ nur 6 Prozent Verluste, heißt es in einer Mitteilung der KBV. Unter den nicht-vertragsärztlichen MVZ, mit Trägern wie etwa Krankenhäuser oder Kommunen, war die Verlustquote höher: Hier machten sogar 42 Prozent der MVZ Verluste.

Die Untersuchung bestätigte auch, dass neben der Trägerschaft auch der Standort eine entscheidende Rolle für den Erfolg eines MVZ spielt: Überwiegend gut lief es für MVZ, die ihren Standort in einer städtischen Region haben: 74 Prozent dieser MVZ erzielten dort einen Gewinn, so die KBV.

MVZ mit hausärztlichen Abteilungen überwiegen im Bundesvergleich

Anders als inhabergeführte Praxen, können sich MVZ verschiedener Rechtsformen (GmbH, GbR, Genossenschaft oder öffentlich-rechtlich) bedienen. In Kombination mit den unterschiedlichen Trägerschaften werden dadurch Vergleiche der MVZ untereinander erschwert. Dennoch sind laut KBV Muster über alle MVZ-Formen erkennbar: "Es zeigte sich, dass die hausärztlichen Abteilungen überwiegen", sagt Dr. Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des Zi.

Bei den von Vertragsärzten geführten MVZ standen die Hausärzte mit 46 Prozent auf Platz 1. Diese waren auch bei den nicht-vertragsärztlich geführten MVZ mit 41 Prozent am stärksten vertreten.

Im vertragsärztlichen MVZ stehen zudem die Psychotherapie (16 Prozent), die Chirurgie (15 Prozent) sowie die Anästhesie und Orthopädie mit jeweils 13 Prozent im Portfolio. In den nicht-vertragsärztlichen MVZ ist die Gynäkologie (32 Prozent) deutlich häufiger zu finden, gefolgt von der Chirurgie (31 Prozent) und der Orthopädie (25 Prozent).

Unrentabilität einkalkuliert?

"Die Unterschiede lassen vermuten, dass die Fachabteilungsstruktur in den nicht-vertragsärztlichen MVZ möglicherweise auf die zugehörige Klinik ausgerichtet ist. Hierfür nehmen die Krankenhausträger offenbar auch Verluste der von ihnen gegründeten ambulanten Einrichtungen in Kauf", so von Stillfried.

Auf die Frage, warum das MVZ gegründet wurde, fand "die Position am ambulanten Markt erweitern" mit 80 Prozent den größten Zuspruch, gefolgt von "Synergieeffekte nutzen" (79 Prozent) und "Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit" (77 Prozent). Weitere vordringlich genannte Motive für die MVZ-Gründung waren "Möglichkeiten der Anstellung von Ärzten" sowie die "Sicherung des Klinikstandorts".

In die Untersuchung gingen die Angaben von bundesweit insgesamt 376 MVZ ein, die im Zeitraum von Juni bis Dezember 2017 an einer Online-Befragung teilnahmen. Diese befanden sich mit 44 Prozent vor allem in der Trägerschaft von Krankenhäusern. Der Anteil der von Vertragsärzten geführten MVZ lag bei 28 Prozent. Trägerkombinationen wie Krankenhaus und Vertragsärzte sind mit 22 Prozent ebenfalls recht häufig vertreten. Rund drei Prozent wurden von einer Kommune getragen und vier Prozent machten keine Angaben zur Trägerschaft.

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