Praxis

Aufklären und dokumentieren – darauf kommt es an!

"Nichts führt zu derart kontroversen Diskussionen und so viel Frustration wie das Thema Aufklärung!“, sagte Prof. Bilal Al-Nawas zur Eröffnung des diesjährigen Sommersymposiums der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) in Frankfurt. Hier lesen Sie, was Sie dabei beachten sollten.

Die Referenten des DGI-Sommersymposiums (v.l.n.r.): Dr. Torsten S. Conrad M.Sc., Priv.-Doz. Dr. Philipp Streckbein, Prof. Bilal Al-Nawas, RA Susanne Ottmann-Kolbe, Prof. Matthias Schneider, Prof. Knut A. Grötz, Prof. Peter Pospiech, Dr. Rainer Fries und Priv.-Doz. Dr. Joachim Nickenig zm-sf

Gibt es einen Standard für das Thema "Aufklärung und Dokumentation bei zahnärztlichen Eingriffen"? Landesverbände wünschen sich oft ein derartiges Formular. „Das ist aber der falsche Weg“, konstatierte Tagungsleiter und DGI-Vizepräsident Prof. Knut A. Grötz (Wiesbaden) einleitend. "Aufklärung muss immer individuell erfolgen! Ein reines Formblatt ist deshalb aus Sicht der DGI ungeeignet."

Grötz relativierte dabei auch die häufig formulierten Vorbehalte zum Patientenrechtegesetz. Denn in einem Arzthaftungsprozess muss der Patient den vermeintlichen Behandlungsfehler, den Behandlungsmisserfolg und die Sorgfaltspflichtverletzung beziehungsweise Fahrlässigkeit darlegen - und im Streitfalle auch beweisen können. Grötz: „Beim Behandlungsfehler im engeren Sinne haben wir einen juristischen Schutzwall, der uns eigentlich sehr gut schützt.“

So klären Sie richtig auf!

Der MKG-Chirurg gab den Gästen im Raum zahlreiche nützliche Hinweise an die Hand. Zum Beispiel zur Diagnose- und Behandlungsaufklärung: Erläutert werden muss demnach das Wesen des Eingriffs „im Großen und Ganzen“, nicht aber im kleinsten Detail. Informationen über Heilungschancen gehören aber genau so dazu wie der zu erwartende postoperative Zustand.

Auch die Risikoaufklärung bezog er in seinen Vortrag ein: Gefahren, mit denen nicht zu rechnen ist, sollen erwähnt werden, aber unter Berücksichtigung der Güterabwägung. Die Gratwanderung bestehe darin, Bagatellisierung wie Dramatisierung zu vermeiden.

Will ein Patient partout nicht aufgeklärt werden, könne man erwidern: "Gut, ich erkläre Ihnen nur kurz, was ich tun werde", um dieser Pflicht trotzdem nachzukommen. OP-Folgen, die immer auftreten, sollten stets  in der Aufklärung benannt werden: Etwa Wundschmerz oder Funktionsminderungen. OP-Folgen, die nur gegebenenfalls auftreten, müssen auch nur so benannt werden. Bei einer Kieferhöhlenöffnung sollte beispielsweise darauf hinweisen, dass 14 Tage post-op keine Flugreise durchgeführt werden sollte. Auch hier gilt: Ein Merkblatt ist gut, ersetzt aber nicht die mündliche Vermittlung. In der Akte sollte konkret stehen: "mündlich aufgeklärt + Merkblatt".

Grötz machte klar: "Die Notiz „Befund unklar“ kann im Falle eines Prozesses als „Befundunterlassung“ gedeutet werden!" Besser sei, eine Verdachtsdiagnose zu fixieren. Lehnt ein Patient ein DVT ab, sollte man ihn darauf hinweisen, dass man für die Therapieentscheidung auf das DVT angewiesen ist und ohne keine Behandlung durchführen kann.

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