Analyse zur Existenzgründung

Neues IDZ-Buch: Die zahnärztliche Einzelpraxis hat Zukunft

Die bewährte zahnärztliche Einzelpraxis hat auch weiterhin eine Zukunftsperspektive, wird sich aber im Wettbewerb mit anderen Praxisformen grundlegend verändern. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ).

Der Praxisinhaber als Einzelkämpfer ist vermutlich bald passé - nicht aber die zahnärztliche Einzelpraxis! Adobe Stock_ALDECAstudio

Die Untersuchung "Die zahnärztliche Niederlassung – Stand der Forschung zur Praxisgründung" von Dr. David Klingenberger, die das IDZ in Köln jetzt vorgestellt hat, beschreibt anhand empirischer Daten aus 30 Jahren Existenzgründungsforschung mögliche Szenarien zahnärztlicher Niederlassung. Wissenschaft und Politik und angehende Gründer können sich mit der Monographie umfassendes Hintergrundwissen über die zahnärztliche Niederlassung verschaffen.

"Die zahnärztliche Berufsausübung hat zuletzt eine Reihe gesetzgeberischer Eingriffe erfahren, die sich unterschiedlich auf das Gründungsverhalten junger Zahnärztinnen und Zahnärzte ausgewirkt hat. Praxisformen und deren Größenwachstum unterliegen einem erheblichen Wandel", erläutert Prof. Dr. A. Rainer Jordan, Wissenschaftlicher Direktor des IDZ.

Neues IDZ-Buch: Stand der Forschung zur Praxisgründung
Zahnarzt und Zahnärztin

Junge Zahnärzte und Zahnärztinnen wollen heute so arbeiten, wie es ihren Vorstellungen und Bedürfnissen entspricht. Die Niederlassung ist nicht mehr ein Muss, nur noch ein Kann.

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So könne eine Niederlassung heutzutage etwa auch in Form einer (überörtlichen) Berufsausübungsgemeinschaft oder einer Partnergesellschaft erfolgen. "Auch muss die Entscheidung für eine Niederlassung keine Festlegung für das gesamte Arbeitsleben bedeuten", sagt Jordan.

Der Einzelkämpfer wird verschwinden

Die neue Analyse des IDZ weise eindeutig nach, dass diese Entwicklung aber nicht zum Rückgang der bewährten Einzelpraxis geführt habe. Die Möglichkeiten der Beschäftigung von angestellten Zahnärzten lassen die Unterschiede zwischen den Praxisformen jedoch zunehmend verschwimmen: Während der "Einzelkämpfer" vermutlich verschwinde, habe die Einzelpraxis als solche durchaus Entwicklungschancen.

"Die junge Zahnärztegeneration will ihre berufliche Tätigkeit flexibel in Praxisformen ausüben, die ganz auf ihre Bedürfnisse und Vorstellungen, etwa der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, angepasst sind. Dazu bedarf es intelligenter Modelle, die ein positives Gründungsumfeld und eine ökonomisch nachhaltige Praxistätigkeit ermöglichen. Auch für die nächste Generation von Zahnärzten muss – bei gleichbleibend guten Lebensbedingungen – die freie Wahl der Berufsausübung bestehen – damit unser Beruf ein freier Beruf bleibt", sagt Jordan.
 
Das Buch „Die zahnärztliche Niederlassung – Stand der Forschung zur Praxisgründung“ von Dr. David Klingenberger kann ab sofort beim Deutschen Ärzteverlag bestellt werden.

Das Institut der Deutschen Zahnärzte

Das IDZ ist eine gemeinsame Forschungseinrichtung der Kassenzahnärztlichen  Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Es stellt belastbare, unabhängige Forschungsergebnisse auf dem komplexen Gebiet der Gesundheitsforschung bereit und ist das einzige außeruniversitäre Institut in Deutschland, das sich ausschließlich mit zahnärztlichen und zahnmedizinischen Fragestellungen befasst.

Die Arbeitsfelder des IDZ sind in vier wissenschaftliche Forschungsschwerpunkte aufgeteilt und umfassen die Gesundheitsversorgungsforschung und -epidemiologie, die Gesundheitsökonomie und -systemforschung, die zahnärztliche Professionsforschung sowie die Medizinsoziologie und Gesundheitspsychologie.

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