Berufsverband Deutscher Anästhesisten

"Die intravenöse Sedierung durch Zahnärzte ist riskant"

Anästhesisten warnen, dass immer mehr Zahnärzte eine intravenöse Sedierung ihrer Patienten im Behandlungsstuhl vornehmen. Sie verweisen auf ein unkalkulierbares Risiko und suchen das Gespräch mit der Fachgesellschaft.

Wenn Zahnärzte intravenöse Sedierungen durchführen, verlassen sie die Aufgabenteilung zwischen Operateur und Anästhesist, warnt der Berufsverband Deutscher Anästhesisten. Adobe Stock_Photographee.eu

 

Jörg Karst, Vertreter der niedergelassenen Anästhesisten im Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA), verwies in der Ärzte-Zeitung auf die Gefahr, dass ein Zahnarzt dabei auch mögliche Atemeinschränkungen bis hin zum Atemstillstand beherrschen können müsse.

Auf Nachfrage der zm erklärte Karst, dass es vermehrt Kollegen aus dem zahnärztlichen Bereich gebe, die die Grenze zwischen einer Sedierung mit Lachgas oder einer oralen Gabe eines Sedativums überschreiten und intravenöse Sedativa injizieren.

"Zahnärzten fehlt häufig die Kenntnis über die Beherrschung von Komplikationen und der Risikoeinschätzung!"

Karst: "Die Morbiditäts- und Mortalitätsrate im Rahmen von Operationen hat innerhalb der letzten Jahrzehnte nicht zuletzt wegen der Aufgabenteilung zwischen Operateur und Anästhesisten deutlich abgenommen. Wenn nun Zahnärzte - im Übrigen mit Propofol unerlaubterweise - intravenöse Sedierungen durchführen, gehen sie an dieser Stelle einen Schritt zurück und verlassen diese Aufgabenteilung. Gleichzeitig fehlt ihnen häufig die Kenntnis über die Beherrschung von Komplikationen und der Risikoeinschätzung."

Über den Interdisziplinären Arbeitskreis Zahnärztliche Anästhesie (IAZA) habe es bereits Gespräche gegeben, berichtet Karst weiter. Gleichzeitig habe man von Seiten der Zahnmedizin angekündigt, eine entsprechende Leitlinie erarbeiten zu wollen.

Karst sieht seine Initiative als einen Katalysator für diese Gespräche und eine klare Positionierung des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten: "Die zu befürchtende Gefährdung der gemeinsamen Patienten ist es wert, hier eine klare Grenze zu ziehen."

Der Arbeitskreis wurde 1992 gegründet und setzt sich für die Kooperation zwischen Deutscher Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), Deutscher Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) ein.

Seine Aufgabe ist es, die zahnärztliche Anästhesie in Wissenschaft und Praxis zu fördern. Themen des IAZA sind:

  • notfallmedizinische Ausbildung von Zahnärzten und des gesamten Praxisteams
  • die Kooperation von Zahnärzten und Anästhesisten
  • die Schmerzausschaltung im Rahmen zahnärztlicher Behandlungen
  • das Behandlungsmanagement bei Risikopatienten

Der IAZA ist Mitglied der European Federation for the Advancement of Anaesthesia in Dentistry (EFAAD).

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