Jahresbestpreis für Innovation der Zahnunfallzentren Basel und Würzburg

Guided Endodontics: neue Hoffnung für obliterierte Zähne

„Guided Endodontics“ dient der schablonengestützten Navigation im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung obliterierter Zähne. Das neuartige Verfahren, das von den Zahnunfallzentren Basel und Würzburg entwickelt wurde, wurde jetzt von dem Journal of Endodontics, dem offiziellen Fachorgan der American Association of Endodontists, mit dem Jahresbestpreis in der Kategorie „Grundlagenforschung: Technologie“ prämiert.

Am Patienten ermöglicht die aufgesetzte 3D gedruckte Bohrschablone mit integrierter passender Bohrhülse eine navigierte Bohrung bis in das apikale Wurzeldrittel. Connert et al./Uni Würzburg

Kommt es  zum Beispiel nach einer Dislokationsverletzung mit Schädigung der neurovaskulären Versorgung der Pulpa zu einer Heilung des Endodonts, kann dieser Prozess mit einer beschleunigten Hartsubstanzapposition an den Wurzelkanalwänden einhergehen. Unabhängig von traumatisch bedingten Obliterationen, kann das endodontische System auch bei chronischen Reizen (wie Karies) mit einer Hartsubstanzapposition im Wurzelkanal reagieren.

Prof. Dr. Gabriel Krastl, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des Uniklinikums Würzburg (links), und Oberarzt Dr. Ralf Krug bei der Planung eines Guided-Endodontics-Falls am Zahnunfallzentrum Würzburg. | Connert et al./Uni Würzburg

Die Obliteration der Pulpa verläuft meistens asymptomatisch und wird entweder zufällig im Rahmen einer Röntgenkontrolle oder durch eine Gelbfärbung der klinischen Krone bemerkt. In der aktuellen Literatur herrscht Einigkeit, dass die Dentinapposition mit Verengung des Wurzelkanals als indirektes Vitalitätszeichen der Pulpa zu werten ist und keine Indikation für die Durchführung einer Wurzelkanalbehandlung darstellt.

PD Dr. Sebastian Kühl, Oberarzt der Klinik für Zahnärztliche Chirurgie, Radiologie, Mund- und Kieferheilkunde am UZB Basel, bei der Durchführung des Intraoralscans. | Connert et al./Uni Würzburg

Allerdings können diese Zähne im Laufe der Zeit eine apikale Parodontitis entwickeln und somit eine Behandlungsbedürftigkeit nach sich ziehen.

Eine Wurzelkanalbehandlung an Zähnen mit einem obliterierten Wurzelkanal ist selbst unter Einsatz des Operationsmikroskops technisch schwierig und birgt Risiken. Komplikationen wie Perforationen, Instrumentenfrakturen oder eine nur inkomplette Erschließung des Wurzelkanals können die Prognose des Zahnes verschlechtern. In den meisten Fällen ist zudem mit einer deutlich verlängerten Behandlungszeit zu rechnen.

Arbeiten mit 3-D-Daten und Bohrschablone

Bei Guided Endodontics wird im Vorfeld der Behandlung ein DVT der Zahnregion sowie ein optischer Scan der Zähne erstellt. Die 3-D-Daten werden im Computer übereinander gelagert und dienen als Grundlage für die virtuelle Planung einer Bohrschablone. Diese wird in einem 3-D-Drucker mit hoher Präzision erstellt.

Virtuelle Planung der Präparationsachse und des virtuellen Endpunktes der Präparation an einem obliterierten Frontzahn mit apikaler Parodontitis. | Connert et al./Uni Würzburg

Virtuell geplante Bohrschablone nach Überlagerung der Datensätze des DVTs und des Intraoralscanners. | Connert et al./Uni Würzburg

Masterpointaufnahme nach Aufbereitung des mit Guided Endodontics erschlossenen Wurzelkanals | Connert et al./Uni Würzburg

Mithilfe der Bohrschablone können obliterierte Wurzelkanäle in kurzer Zeit und unter maximaler Schonung der Zahnhartsubstanz erschlossen werden. Mittlerweile wurde das Verfahren weiter miniaturisiert (Microguided Endodontics), um den Substanzverlust bei der Behandlung weiter reduzieren zu können.

Zur Präzision der (Micro-)Guided Endodontics-Technik liegen bereits Daten von drei in vitro-Untersuchungen vor, und auch die Umsetzung am Patienten ist bereits mehrfach gelungen.

Bereits die dritte Auszeichnung

Die neueste wissenschaftliche Publikation zum Verfahren wurde im April 2018 mit dem Jahresbestpreis in der Kategorie „Grundlagenforschung: Technologie“ des Journal of Endodontics, dem offiziellen Fachorgan der American Association of Endodontists, geehrt. Dies ist bereits die dritte Auszeichnung für die Innovation, die im Jahr 2015 den Hochschulpreis Endodontie der deutschen Fachzeitschrift Endodontie und 2016 den Dental Innovation Award der Stiftung Innovative Zahnmedizin (Hamburg) erhielt.

Prof. Kenneth M. Hargreaves, Editor in Chief des Journal of Endodontics (links), überreicht den JOE Award im Rahmen der Jahrestagung der American Association of Endodontists in Denver (USA) an den Erstautor, Dr. Thomas Connert, Oberarzt an der Klinik für Parodontologie, Endodontologie und Kariologie / Zahnunfallzentrum, Basel (rechts). | Connert et al./Uni Würzburg

Die dahinterstehende Publikation: Connert T, Zehnder MS, Weiger R, Kühl S, Krastl G. Microguided Endodontics: Accuracy of a Miniaturized Technique for Apically Extended Access Cavity Preparation in Anterior Teeth. J Endod 2017;43(5):787-790.

OA Dr. med. dent.Thomas Connert
Klinik für Parodontologie, Endodontologie und Kariologie
Zahnunfallzentrum, Universitäres Zentrum für Zahnmedizin Basel (UZB)
Hebelstrasse 3,
CH-4056 Basel, Schweiz

OA PD Dr. med. dent.Sebastian Kühl
Klinik für Zahnärztliche Chirurgie,
Radiologie, Mund- und Kieferheilkunde,
Universitäres Zentrum für Zahnmedizin Basel (UZB)
Hebelstrasse 3,
CH-4056 Basel, Schweiz

Prof. Dr. med. dent. Gabriel Krastl
Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie
Zahnunfallzentrum Würzburg
Pleicherwall 2, 97070 Würzburg

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