Zahnmedizin

Kariestherapie 2016

"Muss eine Karies immer vollständig exkaviert werden und wie defensiv kann und darf eine parodontale Therapie sein?" Diese und andere Fragen wurden auf dem 13. Thüringer Zahnärztetag in Erfurt diskutiert.

Unter dem Motto Zahnmedizin 2016 - Minimalinvasive Zahnmedizin eröffnete Dr. Christian Junge erstmals in seinem Amt als Präsident der Landeszahnärztekammer Thüringen den 13. Thüringer Zahnärztetag. dg-zm

"Ein weitverbreitetes Dogma besagte, dass zurückbleibende Bakterien den Kariesprozess unter einer Füllung weiterhin aufrechterhalten," sagte Uni.-Prof. Dr. Sebastian Paris, Leiter der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin, Charité Centrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Charité - Universitätsmedizin Berlin. "Heute mehren sich jedoch die Hinweise, dass eine vollständige Entfernung bakteriell infizierten Dentins nicht zwingend notwendig ist und eine Pulpaschädigung somit verhindert werden kann." dg-zm
"Insgesamt haben mindestens 30 Prozent der Europäer mindestens einen Zahn mit Erosionen", erklärte Prof. Dr. Adrian Lussi, Direktor der Klinik für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin in Bern. Die Gründe seien vielfältig: von Ess- und Trinkgewohnheiten, über das Mundhygieneverhalten bis zu ernährungsspezifischen Faktoren, wie zum Beispiel der pH-Wert von Lebensmitteln. Lussi rät Patienten mit Erosionen unter anderem, Ernährungsprotokolle zu führen, saure Lebensmittel in Verbindung mit Kalzium zu kombinieren und sich direkt nach dem Essen die Zähne zu putzen. dg-zm
"Dentinhypersensibilität und dentale Erosionen sind eng miteinander vergesellschaftet", sagte Prof. Dr. med. Christian Gernhardt, Stellvertretender Direktor und Oberarzt Konservierende Zahnheilkunde des Universitätsklinikums Halle (Saale). Er erläuterte, wie Zahnärzte mit Patienten umgehen, die an einer Dentinhypersensibilität leiden, und welche non-invasiven Therapiestrategien möglich sind. dg-zm
Karies ist die häufigste Krankheit weltweit und äußert sich dabei in unterschiedlichen Ausprägungen. "Initiale Läsionen mit eingebrochenen Oberflächen kommen deutlich häufiger vor als ausgeprägte Defekte mit Kavitationen", sagte Prof. Dr. med. Rainer Haak von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des Universitätsklinikums Leipzig. "Daraus ergeben sich Herausforderungen an Diagnostik und Therapie". In seinem Vortrag über neue Verfahren der Kariesdiagnostik und stellte er die Vor- und Nachteile von Nahinfrarot-Transillumination, Laserfluoreszenzmessung und optischer Kohärenztomografie vor. dg-zm
"Zähne sollen heute so groß trepaniert werden, dass Kanäle auch gesehen und nicht nur getastet werden können", sagte PD Dr. David Sonntag, Geschäftsführender Leiter Masterstudiengang Endodontie der Dental Academy in Düsseldorf. Mit Blick auf Microcracks zeigte Sonntag Möglichkeiten auf, wie man eine unnötige Schwächung eines Zahns vermeidet und diskutierte Vor- und Nachteile eines minimalinvasiven Vorgehens in der Endodontie. dg-zm
PD Dr. Dietmar Weng, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): "Knochenaufbauten vor oder während einer Implantation sind zwar machbar, aber immer mit erhöhten Risiken hinsichtlich der Morbidität, Behandlersensivität und Patientencompliance verbunden." Der Umgang mit Extraktionsalveolen gewinne daher an Bedeutung. Weng stellte aktuelle Studien zum Thema Socket und Ridge Preservation vor. dg-zm
Wie defensiv kann und darf die parodontale Therapie sein? Diese Frage beantwortete Uni.-Prof. Dr. Peter Eickholz, Direktor der Poliklinik für Parodontologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. "Heute geht es vorrangig um die Entfernung der Fremdauflagerungen - dem sogenannten Scaling - und nicht um die Wurzelglättung. Sein Fazit: Parodontaltherapie so defensiv wie möglich und so offensiv wie nötig. dg-zm
In ihrem Vortrag "Füllungsreparatur oder Neuversorgung - ein klinisches Konzept" ging PD Dr. Anne-Katrin Lührs, Oberärztin an der Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahnheilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover, auf heutige Reparaturkonzepte ein. Zwei Faktoren seien bei einer Reparatur von Bedeutung: die richtige Indikationsstellung und ein geeignetes Reparaturkonzept. "Versagt eine Restauration aufgrund eines sytematischen Fehlers oder einer nicht vollständig exkavierbaren Karies, so ist eine Reparatur kontraindiziert", erklärte Lührs. Bei lokalisierten Defekten, kleineren Chippingfrakturen oder einer überschaubarer Sekundärkaries sei eine Reparatur jedoch das erste Mittel der Wahl. dg-zm
Was die Experten von Hyaluronsäure in der Zahnheilkunde halten und welche neuen Erkenntnisse es in puncto Implantatlänge gibt, erklärten die Referenten bei einer Podiumsdiskussion. dg-zm
Hunderte Zahnärzte, Zahntechniker, Zahnmedizinische Angestellte und Studenten besuchten mehr als 40 Vorträge und Workshops zu praxisrelevanten Themen. dg-zm
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