Zahnmedizin

Rekonstruktion erosiver Zahnhartsubstanzdefekte

Der restaurative Aufbau verlorengegangener Zahnhartsubstanz bei einem durch Zahnerosionen oder -abrasionen stark in Mitleidenschaft gezogenen Gebiss stellt den Zahnarzt immer wieder vor Probleme bei der Umsetzung der Therapie. Der folgende Beitrag stellt die Verwendung direkter adhäsiver Kompositrestaurationen als eine Möglichkeit zur Rekonstruktion einer erosiv stark veränderten Gebisssituationen dar.

Dentale Rehabilitation mit Komposit SSO

Abb. 1-3: Patient mit multiplen erosiv-abrasiven Zahnhartsubstanzdefekten SSO
Abb. 1-3: Patient mit multiplen erosiv-abrasiven Zahnhartsubstanzdefekten SSO
Abb. 1-3: Patient mit multiplen erosiv-abrasiven Zahnhartsubstanzdefekten SSO
Abb. 4: Unterkiefermodell mit Wax-up der Okklusalflächen der Seitenzähne sowie der Inzisalkanten der Zähne 31-41 SSO
Abb. 5: Auf dem Wax-up hergestellte Hilfsschienen für die direkte Erstellung der okklusalen Tableaus im Seitenzahnbereich. Transparentes Bissregistrat (elite transparent, Zhermack, Badia Polesine, Italien), transparenter Kunststoff (Palapress transparent, Heraeus Kulzer, Hanau, Deutschland) * Nicht aufgewachste Areale, auf denen die Schiene im Munde abgestützt wird. SSO
Abb. 6: Einbringen des Komposits in die Schiene SSO
Abb. 7: Während der Erwärmung der befüllten Schiene erfolgt die Isolation der Nachbarzähne mit weißem Teflonband, die Applikation und Lichthärtung von Primer und Adhäsiv sowie das Auftragen einer dünnen Schicht Flow-Komposits vor Insertion der gefüllten Schiene SSO
Abb. 8: Aufgrund der individuellen Form der Schiene kann das beim Einbringen herausquellende, noch weiche Komposit auch interproximal gut entfernt werden. SSO
Abb. 9: Situation nach Aushärten des Komposits vor Ausarbeitung SSO
Abb. 10: Hubwinkelstück und Feilen sowie Skalpelle für die approximale Ausarbeitung. Die Feilen haben eine Dicke von nur 100 μm. (Hersteller siehe Text) SSO
Abb. 11: Fertiggestellte Seitenzahnrestaurationen aus Komposit (links und rechts) SSO
Abb. 12: UK-Frontzahnsituation des Patienten mit massiven Erosionen und Engstand SSO
Abb. 13: Situation nach Fertigstellung der Frontzahnrestaurationen. Es war der Wunsch des Patienten, dass die Inzisalkanten der Zähne möglichst auf einer Linie zu liegen kommen. Allerdings war auf ein Verschmälern der Zähne 32 und 41 verzichtet worden. Dadurch war die für den Zahn 31 vorhandene Lücke in mesio-distaler Breite reduziert. SSO
Abb. 14: OK-Frontzahnsituation des Patienten mit sehr stark ausgeprägten Erosionen und verfärbtem, endodontisch vorbehandeltem Zahn 12 SSO
Abb. 15: Situation nach Aufbau der zerviko-bukkalen Bereiche und Bleichtherapie des Zahns 12 SSO
Abb. 16: Auf dem aufgewachsten Modell erstellte Silikonform zur Herstellung der inzisal-palatinalen Anteile der Restaurationen SSO
Abb. 17: Palatinale Schilder aus Schmelzmasse vor Anfertigung der approximalen Randleisten mithilfe von Matrizen SSO
Abb. 18: Aus Schmelzmasse fertiggestellte approximale Randleisten SSO
Abb. 19: In die vorbereitete Umrissform der Zähne wird Dentinmasse eingebracht. Zusätzlich werden die Zähne mit Malfarben charakterisiert und anschließend mit Schmelz- und Bodymassen überschichtet. SSO
Abb. 20: In der darauffolgenden Sitzung stellte sich der Patient mit Verfärbungen an den noch nicht vollständig ausgearbeiteten Restaurationen vor. SSO
Abb. 21: Fertiggestellte und polierte Restaurationen SSO

Einleitung

Zahlreiche Studien sowie Beobachtungen in der Praxis machen deutlich, dass es einen Anstieg an nicht kariesbedingten Zahnhartsubstanzschäden zu verzeichnen gibt. Dabei spielen neben der Abrasion der Zähne durch mechanische Abnutzung auch vermehrt Erosionen eine Rolle, die durch einen säureinduzierten, chemischen Angriff auf die Zähne ausgelöst werden.

Oftmals führen langjährige erosive Einflüsse zu starken Zahnhartsubstanzverlusten und einem Absinken der Bisshöhe bei den Betroffenen. Je nach Ausmaß der Bisssenkung kann es erforderlich sein, restaurative Maßnahmen zur Rekonstruktion des Gebisses vorzunehmen.

Restaurative Maßnahmen sind auch dann angezeigt, wenn große Bereiche des Dentins freigelegt sind und eine Schmerzhaftigkeit der Zähne resultiert, die Integrität des Zahns oder der Pulpa bedroht ist oder die Ästhetik des Patienten beeinträchtigt ist (Peutzfeldt et al. 2014).

Die Frage nach einer restaurativen Behandlung sollte auch unter dem Gesichtspunkt gesehen werden, inwieweit der vorliegende Zahnhartsubstanzverlust als altersgemäß, das heißt, physiologisch, oder als pathologisch eingestuft werden kann. Bei Vorliegen eines nicht altersgemäßen Substanzverlusts werden eher restaurative Maßnahmen eingeleitet als bei physiologischer Abnutzung.

Je nach Ausmaß des Zahnhartsubstanzverlusts stehen verschiedene Therapieoptionen zur Auswahl. Diese reichen von einer Abdeckung der freigelegten Areale mit einem Versiegelungsmaterial oder fließfähigem Komposit über restaurative Maßnahmen mit direkten Kompositversorgungen bis hin zu indirekten Rekonstruktionen aus Keramik oder neuartigen Hochleistungskompositen (Hamburger et al. 2011; Edelhoff et al. 2012; Wegehaupt et al. 2012; Grütter & Vailati 2013; Zahn et al. 2014).

Sollte eine Bisserhöhung bei einem kiefergelenksgesunden Patienten ohne craniomandibulären Dysfunktionen erforderlich sein, so kann diese in der Regel ohne eine vorherige Vorbehandlung mit einer Aufbissschiene sofort vorgenommen werden (Abduo & Lyons 2012).

Die Muskulatur der Patienten gewöhnt sich schnell an die neue vertikale Dimension, die in der arbiträren Scharnierachsposition neu aufgebaut wird. Bei vorliegenden craniomandibulären Dysfunktionen sowie bei einer Erhöhung der okklusalen vertikalen Dimension über die bestehende Ruheschwebelage oder über 5 mm Höhe sollte allerdings vor Anfertigung der Restaurationen eine Schienenvorbehandlung zur langsamen Adaptation des gesamten Kauapparats erfolgen (Abduo & Lyons 2012).

Zur Herstellung indirekter Restaurationen muss zumeist eine zusätzliche Präparation am Zahn erfolgen, da indirekt hergestellte Werkstücke aus Keramik oder Komposit eine bestimmte Schichtstärke nicht unterschreiten sollten. Zudem ist die korrekte Positionierung von indirekten Werkstücken auf einer Zahnoberfläche, die keine Positionierungshilfen wie definierte Kästen oder Mulden aufweist, sehr schwierig.

Bei direkten Kompositversorgungen, mit denen ausschließlich die verlorengegangene okklusale Struktur eines Zahns wieder aufgebaut wird, entfallen diese zusätzlichen Präparationen weitgehend. Liegen in einem solchen Fall kariöse Läsionen bzw. bukkale oder lingual/palatinale Zahnhartsubstanzdefekte vor, so sollten diese vorgängig mit einer Kompositversorgung restauriert werden. Die abschließende okklusale Kompositrestauration kann dann, wie bei einer Korrekturfüllung oder der Stufenelevationstechnik, erfolgreich an diesen zuvor angefertigten Versorgungen adhäsiv befestigt werden (Gordan et al. 2009; Zaruba et al. 2013).

Eine Technik zum Einsatz direkter Kompositrestaurationen wurde bereits in der Literatur beschrieben (Tepper & Schmidlin 2005; Schmidlin & Filli 2006). In diesem Artikel wird ein weiterentwickeltes Konzept zur Versorgung mit direkten Restaurationen aufgezeigt und an einem aktuellen Fall einer stark erosiv zerstörten Gebisssituationen illustriert.

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