Zahnmedizin

Snus und die Beeinträchtigungen der Mundgesundheit

Das Tabakprodukt Snus kommt aus Skandinavien, hat aber auch im deutschsprachigen Raum stark an Popularität gewonnen. Der vorliegende Beitrag aus der Schweiz beschreibt die Folgen des Konsums auf die Zahngesundheit.

Abbildung 1: Verschiedene Formen von schwedischem Snus, in abgepackter und loser Form. Die Tabakprodukte werden in luftdichten Plastikdosen feucht gehalten. Sieber et al.

Abbildung 2: Die Zunahme des Imports von Snus in die Schweiz in den Jahren 2004 bis 2012. Die bedeutende Zunahme des Konsums und dessen Folgen für die Mundgesundheit fordern die Aufklärung der praktizierenden Zahnärzte in der Schweiz bezüglich dieser Problematik. Sieber et al.
Abbildung 3: 29-jähriger Mann mit oraler Leukoplakie an der Applikationsstelle des Snusbim anterioren vestibulum des Oberkiefers Sieber et al.
Tabelle: Snuskonsum-Anamnese der Klinik für Parodontologie der zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern Sieber et al.

Einführung

Das ursprünglich aus dem skandinavischen Raum stammende Tabakprodukt Snus gewinnt zunehmend auch in der Schweiz an Popularität. Der Konsum und der Import von Snus sind in der Schweiz erlaubt, jedoch wurde der Verkauf im Jahr 2004 durch den Europäischen Gerichtshof verboten.

Pharmakologisch gesehen ist Snus ein nikotinhaltiges Suchtmittel, welches zudem kanzerogene Nitrosamine enthält. Über die gesundheitlichen Folgen des Snuskonsums ist auf Konsumentenseite sowie aufseiten der Zahnärzte wenig bekannt. Die vorliegende Arbeit soll daher Snus und dessen Auswirkungen auf die Mundgesundheit beleuchten.

Empfohlen wird, bei allen Snuskonsumenten und insbesondere bei Jugendlichen eine detaillierte Aufklärung über die Folgen des Snuskonsums durchzuführen sowie bei hohem Konsum einen engmaschigen Recall anzusetzen, um mögliche Präkanzerosen oder Neoplasien der oralen Mukosa frühzeitig zu erkennen.

Bei den sogenannten rauchlosen Tabakprodukten (RT; engl. "smokeless tobacco"/ST) wird zwischen dem Kautabak und dem Schnupftabak ("chewing tobacco" bzw. "snuff") unterschieden [Warnakulasuriya 2004]. Die rauchfreien Tabakprodukte werden, ohne verbrannt zu werden, auf die oralen oder nasalen Schleimhäute appliziert. Der schwedische Typ "Moist Snuff", Snus genannt, ist eine Form von feucht gehaltenem Oraltabak, der insbesondere in Schweden und im übrigen Europa konsumiert wird.

Zusammengesetzt ist dieses Produkt aus fein gemahlenem, luft- oder sonnengetrocknetem Tabak, Natriumchlorid (NaCl), Wasser, feucht haltenden Agenzien, Natriumcarbonat (pH-Regulator) und Aromen. Beim Konsum wird der feuchte Tabakbeutel in das anteriore oder posteriore Vestibulum eingelegt [Lee 2011].

Das enthaltene Salz raut dabei die orale Schleimhaut so auf, dass das suchterregende Nikotin und andere Wirkstoffe direkt in die Blutbahn aufgenommen werden können. Snus kann entweder abgepackt in porösen, feucht gehaltenen Beuteln oder als feuchtes, geriebenes Pulver in selbst portionierten Mengen verwendet werden (Abbildung 1).

Der durchschnittliche Tagesbedarf zum oralen Gebrauch beträgt rund 20 Gramm Tabak pro Person, mit individuellen Unterschieden von 4 bis 48 Gramm [Andersson 1991]. Der Konsum und der Import von Snus sind in der Schweiz erlaubt, jedoch wurde der Verkauf von Snus am 12. Dezember 2004 durch den Europäischen Gerichtshof verboten und dieses Verbot vom Bundesamt für Gesundheit im selben Jahr übernommen (BAG 2015). Im genannten Verbot wurde zudem ein Import von schwedischem Snus in die Schweiz von 1,2 Kilogramm pro Jahr und Person für den Eigengebrauch gut geheißen.

Dadurch stieg der Import in die Schweiz von 484 Kilogramm im Jahre 2004 in nur acht Jahren auf 28,3 Tonnen (Stand 2012; Abbildung 2). Laut Suchtmonitoring der Schweiz konsumierten 0,5% der rund 11 000 Befragten Snus, wobei der Anteil der Männer (0,9%) denjenigen der Frauen (0,1%) deutlich überwiegt. Die Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren (zwischen 1,2% und 2,1%) und Gelegenheitsraucher (1,5%, gegenüber 0,4% der Nichtrauchenden) konsumieren demnach am häufigsten Snus [Gmel et al. 2015].

Die vorliegende Arbeit konzentriert sich primär auf die allgemeinmedizinischen und oralen Auswirkungen von Snus, um das Praxisteam über diese Problematik aufzuklären und dafür zu sensibilisieren.

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