Vorbereitung auf einen Hilfseinsatz

Nicht ohne meinen Lieblingshebel

Auch wenn Hilfsorganisationen Mitnahmelisten anbieten: Die persönliche Erfahrung lehrt, dass meist eine Lücke klafft zwischen dem, was an zahnärztlichem Equipment angeblich vor Ort sein soll, und dem, was tatsächlich vorhanden und einsatzfähig ist. Zahnärzte, die einen Hilfseinsatz planen, sollten ihren Koffer so packen, dass sie vor Ort mit dem Nötigsten ausgestattet sind.

"Unverzichtbar ist die Mitnahme einiger Lieblingszangen und chirurgischer Hebel, da gerade Qualität, Funktionalität und Zustand solcher Instrumente sich in den Zielländern von unseren Vorstellungen unterscheiden kann", meint Dieter Buhtz. Dieter Buhtz

Composites als Füllungsmaterial stehen in Schraubtuben (oben) und als Cavifils zur Verfügung. Dieter Buhtz
Im Rahmen des Atraumatic Restorative Treatment sind Glasionomerzemente Füllmittel der Wahl, z. B. als Handmischvariante. Dieter Buhtz
Kürprogramm: Reinigung und Desinfektion von Übertragungsinstrumenten mit WL-clean, WL-cid, WL-dry (ALPRO), notwendig: Pflegespray oder -öl (KaVo Spray) Dieter Buhtz
Nicht vergessen: Kupplungen und Adapter, wenn Übertragungsinstrumente mitgenommen werden. Dieter Buhtz

Eine Bemerkung vorab: Neben der apparativen Ausstattung am Einsatzort würde natürlich auch das Patientenaufkommen interessieren, jedoch ist diese Prognose vorab immer schwer zu treffen.

Füllungsmaterialien und Anästhetika - was empfiehlt sich?

Als Füllungsmaterialien kommen Composite, Glasionomerzemente oder auch Amalgam für die Mitnahme infrage. Achtung: In der Mongolei ist Amalgam als Füllmaterial verboten. Sind Zähne nur bedingt erhaltungswürdig, sind Glasionomerzemente Mittel der Wahl (Atraumatic Restorative Treatment). Wer Glasionomerzemente in Kapselform bevorzugt, muss an einen Aktivator und einen Applier denken.

Ebenso wie für die eventuelle Verarbeitung von Kapsel-Amalgamen müsste dann aber am Einsatzort ein Kapsel-Mischgerät vorhanden sein. Für die Füllungstechnik mit Composites empfehlen sich vorzugsweise Non-Rinse-Bondingsysteme, da die Saugleistung von „portable units“ oder selbst externer Absauganlagen meist ungenügend ist. Trotzdem sollte auch Ätzgel als Alternative zur Verfügung stehen.

Anästhetika unterliegen in einigen Ländern strengen Einfuhrbestimmungen, werden daher eventuell von der Hilfsorganisation vor Ort bereitgestellt. Dies wäre auch für Hände-, Instrumenten- und Flächendesinfektionsmittel wünschenswert, da deren Transport im Fluggepäck als sogenannte „hazardous materials“ reglementiert ist, wenn es sich um Druckgaspackungen (Aerosole) und alkoholhaltige Mittel handelt.

Gesamt-Nettomenge: in der Regel höchstens zwei Kilogramm oder zwei Liter

Die Gesamt-Nettomenge darf meist höchstens zwei Kilogramm oder zwei Liter betragen. Die Ventile von Druckgaspackungen (Aerosole) müssen durch Schutzkappen oder andere geeignete Mittel geschützt sein, um eine unbeabsichtigte Freisetzung des Inhalts zu verhindern. Hochprozentige alkoholische Handreinigungsmittel (über 70 Prozent) werden weder im Frachtraum noch in der Kabine transportiert. Nachfragen bei Airlines, Zoll und Sicherheitspersonal der Flughäfen führen nicht weit und widersprechen sich bisweilen sogar.

Reinigungs- und Desinfektionsgeräte, Sterilisatoren mit fraktioniertem Vakuumverfahren, Prüfkörper und Heiß-Siegelgeräte werden am Einsatzort kaum zur Verfügung stehen. Für die Planung des trotzdem unumgänglichen Hygieneregimes bietet der nur eine Seite umfassende „Hygieneplan – Hilfseinsätze im Ausland“ Lösungen. Zur Instrumentendesinfektion und als Bohrerbad empfehlen sich Mittel, die sowohl für das allgemeine Instrumentarium als auch für rotierende Instrumente einsetzbar sind. Eine hygienische Wartung von Übertragungsinstrumenten mit WL-clean und WL-cid (ALPRO) ist ebenfalls zu erwägen.

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