Editorial

Katharsis oder Karthago?

Dr. Uwe Axel Richter, Chefredakteur zm-Axentis.de

Wenn es ums Geld geht, hört bekanntermaßen der Spaß auf. Nur bei Heilberuflern in Deutschland, besonders Ärzten und Zahnärzten, fängt dann der Spaß erst richtig an. Man muss nur das Wort Geld gegen Gebührenordnung austauschen ...

Dann wird aus einer im Prinzip simplen Liste – man verzeihe mir an dieser Stelle die Reduktion eines wissenschaftlich begründeten Leistungskatalogs auf diese Bezeichnung –, die die ärztlichen und die zahnärztlichen Leistungen benennt, deren Leistungsumfang definiert, das dafür zu berechnende Honorar veranschlagt samt dem notwendigen Instrumentarium für die notwendigen, auf den Patienten zu beziehenden Anpassungen ein Monstrum, das spielend in der Lage ist, einen ganzen Berufsstand zu spalten.

Doch der Entwurf der neuen GOÄ spielt im Vergleich zu früheren GOÄs in einer anderen Liga. Denn die Sprengkraft dieser GOÄ-Novellierung ist um ein Vielfaches höher. In Anbetracht der geplanten Veränderungen geht es bei Weitem nicht nur um tiefgreifende innerärztliche Turbulenzen, sondern um die Konsequenzen, die dieser ordnungspolitische Sündenfall bewirken wird. Dieser teilt sich aus zahnärztlicher Sicht in zwei Bereiche. Zum einen droht mit der Einführung einer EBM-ähnlichen Systematik in die GOÄ unter direkter Einbeziehung der PKV der Einstieg in die Bürgerversicherung. Damit blicken wir dem Ende des dualen Krankenversicherungssystems entgegen und somit wäre prospektiv gesehen auch die jetzige Systematik der GOZ Geschichte. In Konsequenz wird man dann feststellen müssen, dass die Politik auch diese Bastion (die letzte?) eines freien Berufsstands geschleift hat.

Da passen dann die aktuellen Bremsmanöver des Bundesgesundheitsministeriums bei der zahnärztlichen Approbationsordnung irgendwie ins Bild. Die ist nun zwar 61 Jahre alt (Halleluja, es scheint wohl keinen zahnmedizinischen Fortschritt zu geben, oder wie?) und hat mit den notwendigen Strukturen zur Vermittlung der aktuellen Zahnmedizin – freundlich formuliert – nicht mehr allzu viel zu tun. Doch statt den allseits konsentierten Entwurf für die neue zahnärztliche Approbationsordnung in die Gesetzgebung zu übernehmen, meint man mit Musterstudiengängen die Situation verbessern zu können.

Doch zurück zur GOÄneu und deren Kollateralschäden. Falls Sie sich bisher noch der Hoffnung hingegeben haben, nicht betroffen zu sein, muss ich sie (leider) enttäuschen. Denn auch für die Zahnärzte geht es bei der neuen GOÄ nicht um Peanuts, sondern um Millionen Euro! Denn 10 % der privatzahnärztlichen Liquidation wird über die GOÄ abgerechnet. Wir reden über die stolze Summe von 350 Millionen, die für die ärztlichen Verhandlungsführer nicht einmal Anlass genug waren, die Zahnärzte frühzeitig in die Überlegungen einzubeziehen. 350 Millionen!

Was das mit der Überschrift zu tun hat? Nun, Katharsis, so erklärt es Wikipedia, bezeichnet in der Psychologie die Hypothese, dass das Ausleben innerer Konflikte und verdrängter Emotionen zu einer Reduktion dieser Konflikte und Gefühle führt. Zum Beispiel das Ausleben von Aggressionen, indem man einen Sandsack schlägt. Karthago wurde im 3. Punischen Krieg ca. 140 v. Chr. von den Römern endgültig zerstört – trotz diverser Friedensverträge mit selbigen. Berühmt ist die Ansprache von Cato dem Älteren im römischen Senat, dessen strategische Ausführungen in dem bekannten Satz gipfelten: „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.“

Entscheiden Sie, wie Sie reagieren wollen. Zuvor lesen Sie aber bitte die spannenden Fakten zur neuen GOÄ von Dr. Peter Engel, dem Präsidenten der Bundeszahnärztekammer, auf Seite 16ff.


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Luc Vanderborght hat das Werbeverbot für belgische Zahnärzte zerlegt. Kein einflussreicher Verband, keine politische Initiative brachte diese Beschränkung zum Kippen, nein: Vanderborght ist Zahnarzt.

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2003 wurde die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte per Gesetz beschlossen.  Zum 1. Januar 2006 sollte die eGK die alte Krankenversichertenkarte ablösen. 14 Jahre später: Wir verwenden Smartphones, Apps, speichern unsere Daten in der Cloud und tauchen ab in virtuelle Welten. Nur die eGK bleibt hartnäckig die alte: eine aufgerüschte KVK ohne Zusatznutzen.

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Man mag es kaum glauben, aber die unendlich scheinende Geschichte der elektronischen Gesundheitskarte und der Telematikinfrastruktur (TI) verlässt nun das Land Phantásien (aus Michael Endes „Die unendliche Geschichte“) und steht kurz davor, in der Versorgungsrealität anzukommen.

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„Zahnärzte belehren nicht ordnungsgemäß über Kosten.“* So lautet das Fazit des kürzlich veröffentlichten Marktchecks der Verbraucherzentralen Nordrhein, Rheinland-Pfalz und Berlin zu dem seit Jahrzehnten jedes Jahr erneut hoch kommenden Thema der tatsächlich oder angeblich mangelnden Patientenaufklärung.

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Jeder, der in und für die Zahnmedizin tätig ist, wird meist schon zu Beginn seiner bzw. ihrer Tätigkeit mit dem Spruch „Wir sind eine dentale Familie“ konfrontiert. Ob es diese im Wortsinne tatsächlich gibt, möchte ich der Entscheidung der Leser überlassen. Allerdings: Die Interessen der Familienmitglieder, bestehend aus Zahnärzteschaft, Zahntechnikerhandwerk, Dentalfachhandel und Dentalindustrie, sind vom jeweils eigenen Standpunkt betrachtet, nicht deckungsgleich. Wie auch?

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Nun bin ich in der zahnärztlichen Berufspolitik noch nicht so lange dabei, um Vergleiche zu früheren Zeiten ziehen zu können. Aber ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass es je eine KZBV-VV gegeben hat, die so klare und eindeutige Signale an den Berufsstand wie an die Politik gesendet hat.

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Den IGeL-Monitor des medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbands (MDS) gibt es nun seit fünf Jahren – Tusch, Konfettiregen und ein Gläschen Sekt. In dieser Zeit wurden 41 Individuelle Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, „wissenschaftlich“ bewertet. Doch sind sie deshalb auch richtig?

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"Nur wer ein Warum kennt, versteht und erträgt jedes Wie“. Schon Nietzsche war bewusst, dass ohne Aufklärung, ohne Informationen für ein Individuum kein Begreifen und damit auch kein (Ein-)Verständnis möglich ist. Wir dürfen annehmen, dass Nietzsche eine Gesundheitsversorgung à la Deutschland 2017 nicht kannte und demzufolge nicht einmal ansatzweise eine Vorstellung von der Komplexität und Regelungsdichte hatte, die so ein „modernes“ Gesundheitswesen erreichen kann.

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Wenn die Politik die Kunst des Machbaren ist, dann ist Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zum Ende der Legislatur tatsächlich dabei, seinem Macherimage – vulgo Umsetzer des Koalitionsvertrags – eine weitere, diesmal schillernde Facette hinzuzufügen. Nämlich die des Polit-Künstlers. Was man durchaus als Auszeichnung verstehen darf, denn schon Otto von Bismarck sagte: „Die Politik ist keine Wissenschaft, wie viele Professoren meinen, sondern eine Kunst.“

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Postfaktisch! Seit dem erfolgreichen Trump´schen Wahlkampf um die US-amerikanische Präsidentschaft ist dieses Wort in kurzer Zeit ein in unserer Medienlandschaft viel und gern verwendetes Synonym dafür geworden, wenn jemand es mit den überprüfbaren Fakten, vulgo Wahrheit, nicht so genau nimmt.

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Ich hoffe, dass Sie gut in das neue Jahr gekommen sind, für das ich Ihnen von Herzen alles Gute, Erfolg und Gesundheit wünsche. Und dass Sie Ihre gute Laune ob all der Aufgaben und auch Problemstellungen, vor denen die Zahnärzteschaft steht, nicht verlieren mögen. Ich fürchte jedoch, dass es wohlmeinende Worte bleiben werden.

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Mit schnellen Schritten geht es dem Jahresende zu. Allerorten ist nichts von Beschaulichkeit zu verspüren. Es liegt weniger am zurzeit noch fehlenden Schnee, dass die klassischen Trigger vorweihnachtlicher Stimmung nicht so recht wirken wollen. Sondern eher daran, dass angesichts der vielen offenen Fragen und ungelösten Aufgaben dieses Jahr durchaus mehr Tage bräuchte. Man könnte es auch Zeitenwende nennen. Diese ist auch im Gesundheitswesen allerorten wahrnehmbar. Und gerade die Heilberufler bekommen die finanziellen Verwerfungen und technischen, genauer digitalen, Systembrüche der vergangenen Jahre jetzt massiv zu spüren.

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Wenn Sie sich jetzt noch eine ins Falsett gehende Stimme vorstellen, ist sofort klar, dass es sich nur um das berühmte Zitat von Walter Ulbricht handeln kann: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ Das Ergebnis ist bekannt: Keinen Monat nach der berühmten Pressekonferenz im Juni 1961 begannen die Mauerarbeiten in Berlin. Es lohnt sich, die Frage der Journalistin und die Antwort Ulbrichts im Original zu lesen…

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Erinnern Sie sich vielleicht noch an die „Grote Mandränke“? Das war eine gewaltige Sturmflut, die vor rund 650 Jahren die schleswig-holsteinische Nordseeküste heimsuchte und den Küstenverlauf „brutal“ veränderte. Hunderttausende sollen den Tod in den Fluten gefunden haben. Und nach diesem Sturm war in Nordfriesland nichts mehr wie zuvor: große Teile fruchtbaren Landes zwischen Sylt und Eiderstedt waren untergegangen, aus zusammenhängendem Land wurden verstreute Inseln und Halligen. Das, was wir heute als Nordfriesland kennen, wurde in Teilen mühsamst dem Meer wieder abgetrotzt („Deiche oder weiche!“). Trotzdem – wie zuvor wurde es nie wieder.

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Medizin und Zahnmedizin sind für Medien überaus dankbare Themen. Jeder ist mal mehr und mal weniger betroffen, hat seine guten wie auch weniger guten Erfahrungen mit dem „System“ gemacht. „Jeder“ ist auch überzeugt, für die Gesundheitsleistungen zu zahlen, im Zweifel viel zu viel. So manche verspüren sogar einen Anspruch darauf zu haben. Und dann gibt es noch die vermeintlichen und tatsächlichen Profiteure des Systems: Ärzte, Zahnärzte und die ganze Gesundheitsindustrie. Und mittenmang die Politik, die zunehmend nicht nur Versorgung, sondern eben „Gesundheit“ gestalten will. Wundert es da wirklich, wenn die öffentliche Wahrnehmung bestimmter Themen durch die sogenannten Qualitätsmedien (welch ein Euphemismus) sagen wir – ein wenig gesteuert wird?

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TTIP? Erinnern Sie sich noch? Vor gut einem Jahr löste das geplante Freihandelsabkommen mit den USA namens „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“, kurz TTIP, noch viele Befürchtungen aus. Doch dank intensiver Debatte und Berichterstattung über das Chlorhuhn und dem damit verbundenen Untergang der abendländischen Imbisskultur gingen die undemokratischen Absurditäten wie die Weigerung der Verhandlungsführer, gewählten Abgeordneten des Bundestages einen Einblick in die Verhandlungsunterlagen zu gewähren, in der Öffentlichkeit (und dazu dürfen wir getrost auch unsere Parlamentarier zählen) fast unter und sind bereits so gut wie vergessen.

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Ende August ließ eine ungewöhnliche Nachricht aufhorchen. „Krankenkassen: Die Barmer-GEK wird Risikokapitalgeber für Start ups“, so titelte die FAZ, um das ungewöhnliche Unterfangen einer bundesdeutschen Krankenkasse zu beschreiben, mit Versichertengeldern „neue“ Wege zu beschreiten. Glatte 15 Millionen Euro an Beitragszwangsgeldern steckt die Kasse in einen Fonds für Gesundheitstechnologie, der einmal bis zu 120 Millionen schwer werden und in vielversprechende Firmen oder Start- ups aus dem Bereich Medizintechnik, Digital Health und Diagnostik investieren soll. Verwaltet wird der Fonds von einem erfahrenen Venture-Capital-Spezialisten namens Earlybird aus Berlin. Als weitere Investoren sind bereits die staatliche NRW-Bank, die Bundesregierung, die Versicherungsgruppe Generali sowie die Firma Miele mit an Bord.

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Stolz? Auf eine Studie zur Mundgesundheit? Nun denn, mit dem Stolz ist das ja so eine Sache. Jedenfalls für einen durch die christliche Religionen geprägten Mitteleuropäer, dem dabei vielleicht noch einfällt, dass der Stolz gemäß Thomas von Aquin zu den sieben Todsünden gehört. Zur Beruhigung sei an dieser Stelle gesagt, dass eigentlich die Hoffart, die Überheblichkeit, die Eitelkeit die bessere Umschreibung dieser sogenannten Wurzel(!)sünde ist.

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Was Sie mit dem Punktwert bei Zahnersatzleistungen zu tun haben, fragen Sie. Nichts – würde ich gerne schreiben, da die Verhandlungen und die Festlegung derselben nur die Aufgabe der Körperschaften ist. Und doch mit dieser Schlussfolgerung daneben liegen. Denn die Wahrheit ist, dass Sie selber den künftigen ZE-Punktwert in erheblichem Maß mitbestimmen können. Das liegt daran, dass die Krankenkassen aufgrund der von Ihnen eingereichten Abrechnungen über sämtliche Informationen zur gleich- und andersartigen Versorgung pro Abrechnungsfall verfügen. Die Körperschaften haben diese aber nicht – und daher beste Voraussetzungen, in den Verhandlungen baden zu gehen ...

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Mittlerweile darf man durchaus von einem weiteren Krankenkassen-Ritual sprechen: Wenn alljährlich der IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) vorgestellt wird, startet auch eine kampagnenartige mediale Berichterstattung mit dem immer gleichen negativen Tenor: DIE Zahnärzte, allen voran DIE Ärzte, bereichern sich mit zweifelhaften Angeboten an den Patienten, die ihrem Schutz anbefohlen sind. Da zählt das Wort Beutelschneider noch zu den freundlicheren der für die Leistungserbringer (beabsichtigten?) Assoziationen. Beklagt wird die mangelnde Evidenz der IGeL-Angebote, natürlich die fehlende Aufklärung der Patienten über Sinn und Unsinn der Maßnahme oder gar dass die Patienten „mit IGeLn“ müssen, um überhaupt des Heilkundigen Aufmerksamkeit für ihre körperliche oder seelische Malaise zu erhalten.

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Was hat die aktuelle Situation in der Parodontologie mit der wichtigsten Nebensache der Welt zu tun? Auch wenn die Dauerpräsenz der Fußballeuropameisterschaft in Frankreich ob der vielen Spiele zu einem gewissen Abnutzungseffekt führte – mir die haben die Matches, die folgenden (Streit)-Gespräche, die mehr oder minder fundierten Kommentare zu den Taktiken der jeweiligen Mannschaften am meisten Spaß gemacht, vor allem die um das Abwehrverhalten. 3er-, 4er- oder 5er-Kette, Räume schließen, Umschaltspiel, Gegenpressing und der Wortschöpfungen mehr etc. Die Metapher eignet sich aber auch zur Beschreibung des aktuellen Parogeschehens, denn der Gedanke, welche der beteiligten zahnärztlichen Organisationen BZÄK, DG PARO, DGZMK , KZBV und FVDZ welche Rolle auf dem Spielfeld einnimmt, ist reizvoll.

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Ich befürchte, dass es mir nur mit deftiger Wortwahl gelingen wird, Sie für die neueste Kreation aus dem Bundesgesundheitsministerium und seiner im Vergleich zu anderen Ministerien superfleißigen Gesetzesküche zu begeistern. Also lassen Sie sich bitte folgende gustöse Kreation im Munde zergehen: GKV-Selbstverwaltungsstärkungsgesetz. Klingt doch lecker, oder? Aber im Ernst: Haben Sie in den letzten Jahren jemals von einem Gesetzentwurf für das Gesundheitswesen gehört, der wirklich etwas gestärkt hat? Ich nicht. Wie auch, das wäre ja gleichbedeutend mit einem „Politiker-verzichten-auf-Einfluss-Gesetz“. Da wird eher eine Fritten-Bude zu einem 3-Sterne-Lokal, als dass die Politik etwas stärkt und sich gleichzeitig zurücknimmt. Nein, seit den Zeiten von Ulla Schmidt passiert das genaue Gegenteil: Es wird in der GKV zentralisiert wo es nur geht. Um im Bilde zu bleiben: Man gaukelt dem geneigten Restaurantbesucher Sterneküche vor und liefert doch nur Convenience Food, neudeutsch für in der Fabrik vorgefertigtes und nur noch in der Mikrowelle aufzuwärmendes Fertigessen.

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Statistiken besitzen im öffentlichen Diskurs eine sehr hohe Glaubwürdigkeit. Woran liegt das? Weil Zahlen bekanntermaßen nicht lügen. Und da Zahlen die Basis jedweder Statistik sind, können diese auch nur eines, nämlich korrekt sein. Oder? Reden wir nicht drum herum: Die meisten Menschen haben keine Ahnung von Statistik, weil sie keine Ahnung von Mathematik haben. Und die mathematischen Fähigkeiten im Lande der Dichter und Denker und der Ingenieure sind ja nicht sehr ausgeprägt. Somit ist es nicht schwer, mittels Statistiken die öffentliche, vor allem aber die veröffentlichte Meinung zu manipulieren. Sagen wir es freundlicher: zu lenken!

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Natürlich hat sie das. Es fragt sich nur welche Klasse, also eher Bundesliga oder doch Regionalliga? Als höchst verfügbare Evidenz gilt Klasse 1. Um in dieser Liga spielen zu können, sind methodisch hochwertige Studien, sogenannte RCTs – Randomized Controlled Trials – erforderlich, die neben kontrollierten klinischen Bedingungen auch eine randomisierte Verteilung der Patienten auf die jeweiligen Studiengruppen erfordern. Legt man die Elle für die großen pharmazeutischen Interventionsstudien an, ist zudem eine doppelte Verblindung gefordert. Letztere geht in der Zahnmedizin nur schwerlich, da hilft auch ein im doppelten Wortsinne blinder Zahnarzt nicht weiter (Ironie aus).

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Was haben fast alle offiziellen Medizininformatikprojekte im Gesundheitswesen, die unter Begrifflichkeiten wie E-Health, digitale Gesundheit, Telematik etc. segeln, gemeinsam? Sie versprechen viel, dauern immer länger als geplant, kosten deutlich mehr als veranschlagt und erreichen … bis dato gefühlt wenig bis nichts.

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Frage: Was sind die wichtigsten Aufgaben einer Bundesärzte/zahnärztekammer? Das ist schwierig, sagen Sie. Weil das so viele Aufgaben sind. Und zudem sei die Bandbreite der zu bearbeitenden Fragestellungen und Problemfelder enorm. Dann erlauben Sie mir die Frage anders zu stellen. Wofür braucht man eine „Bundesarbeitsgemeinschaft“ der Kammern zuvorderst? Für alle Fragen rund um die Berufsausübung, die Qualitätssicherung sowie die Gebührenordnung. Das ist der Kern der Aufgaben, der unzweifelhafte Fokus, dem sich die Bundesebene zu widmen hat und an dem es nichts herumzudeuteln gibt. Mit anderen Worten: Egal wie viele „Dinge“ der Vorstand zu erledigen hat, sie ersetzen keinesfalls die Arbeit an der zentralen Aufgabe der eigenen Daseinsberechtigung, der Gebührenordnung.

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Gemeinwohlverpflichtung! Ein großes Wort, das für Freiberufler verpflichtender Teil der Berufsausübung ist. Der Bundesverband Freie Berufe definiert diese so: „Die Gemeinwohlverpflichtung – die Sicherung der Gesundheitsvorsorge, der Rechtsordnung und der Kultur liegt im Interesse aller Bürger. Die der Allgemeinheit verpflichteten Freiberufler tragen dafür besondere Sorge.“

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Wenn richterliche Entscheidungen – was ja hierzulande selten genug vorkommt – nicht mit dem politischen Meinungs- oder besser Wunschbild übereinstimmen, muss ein neues Gesetz her. Typische Begründung: Gesetzeslücke! Nun ist das mit der Nachvollziehbarkeit von Lücken in der Gesetzgebung und deren Notwendigkeit, diese zu schließen, so eine Sache. Da die Notwendigkeit politisch und damit von Interessengruppen definiert wird, muss diese nicht zwingend etwas mit Tatsachen zu tun haben, sondern eher mit der Macht, diese zu gestalten. Will heißen, die zu regelnde Wirklichkeit zu (er)schaffen.

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Wenn es ums Geld geht, hört bekanntermaßen der Spaß auf. Nur bei Heilberuflern in Deutschland, besonders Ärzten und Zahnärzten, fängt dann der Spaß erst richtig an. Man muss nur das Wort Geld gegen Gebührenordnung austauschen ...
Dann wird aus einer im Prinzip simplen Liste – man verzeihe mir an dieser Stelle die Reduktion eines wissenschaftlich begründeten Leistungskatalogs auf diese Bezeichnung –, die die ärztlichen und die zahnärztlichen Leistungen benennt, deren Leistungsumfang definiert, das dafür zu berechnende Honorar veranschlagt samt dem notwendigen Instrumentarium für die notwendigen, auf den Patienten zu beziehenden Anpassungen ein Monstrum, das spielend in der Lage ist, einen ganzen Berufsstand zu spalten.

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Was zeichnet ein gutes (Fach-)Medium für die Zahnärzteschaft aus? Ausschließlich Themen mit Relevanz für das Fachgebiet aus Praxis, Wissenschaft und Politik? Vielleicht noch hier und da interessante Hintergrundberichte und relevante Fortbildungen? Das Ganze mit dem nötigen Ernst vorgetragen, vielleicht ab und zu mit unterhaltender Würze versehen? Ja bitte – aber dosiert. Und was ist mit Kritik? Evtl. sogar an den „eigenen“ Matadoren aus Berufsstand und Berufspolitik?

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Betrachtet man die Art und Weise, wie in den letzten beiden Legislaturen in Berlin regiert wurde, kann es einem ob der negativen Wirkung auf die demokratische Kultur nur schaudern. Von alternativlosen europäischen Rettungsschirmen bis hin zu dem nur noch als demokratische Farce zu bezeichnenden Umgang mit TTiP, dem steten wirtschaftlichen Aufschwung verheißenden transatlantischen „Frei“Handelsabkommen. Dieses Abkommen ist so wunderbar in seiner Wirkung, dass gewählte, also vom Volk für sein Wohlergehen bestimmte Abgeordnete dieses Werk nur unter allerstrengsten Auflagen einsehen dürfen. Natürlich nicht jeder Abgeordnete, wo kommen wir denn da hin. Aber darüber abstimmen sollen sie dann schon.

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Damit kein Missverständnis aufkommt: Es geht um Bits und Bytes. Betrachtet man all die Segnungen, mit denen die „Digital-Industrie“ die Welt nicht nur zu Weihnachten beglückt, scheint ein Leben ohne das Digitale – für den Großstadtmenschen wie für den gemeinen Heilberufler und Praxisbesitzer – kaum noch möglich. Okay, viele der angebotenen Systeme – im EDV-Branchenjargon gerne als „Lösungen“ (!) tituliert – sind in der Tat arbeitserleichternd.

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
kurz vor Weihnachten hat man vieles, aber eines definitiv nicht: Zeit! Zu viele Dinge wollen dann gleichzeitig erledigt sein. Aber wenn die Geschenke verteilt, die Familie glücklich und die Eltern besucht sind – Weihnachten also vorbei ist – dann beginnt eine Zeit, die sich „zwischen den Jahren“ nennt. Diese Redewendung geht zurück in die frühen Jahrhunderte nach Christus, als das alte Jahr am 1. Weihnachtstag, dem 25. Dezember, endete und das neue Jahr mit dem 6. Januar zu den Heiligen Drei Königen begann. Da dies den großen missionarischen Gedanken der damaligen Kirchenführer entsprang – die nicht zwingend kalendarisch „qualitätsgesichert“ waren – musste sich das Volk anderweitig behelfen, um den kalendarischen Inkompabilitäten zu entgehen und erfand die zwölf Weihnachtstage oder die zwölf heiligen Nächte. Heute heißt es zwischen den Jahren oder wie die Friesen sagen: twasche ujl en nai. Und von dieser quasi geschenkten Zeit möchte ich von Ihnen ein wenig abzwacken.

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Wieder ein neues Gesetz aus dem Gesundheitsministerium: Das Krankenhausstrukturgesetz steht ante portas. Sämtliche diesbezüglichen Pressemeldungen dazu waren, sagen wir es mal so, wenig aufregend. Nur eine ließ aufhorchen, war sie doch ganz im Stile einer Boxkampfpressemeldung formuliert, und die kam von der KBV: Armutszeugnis, keine Strategie, kein Weitblick (kbv.de/presse/Gassen: Armutszeugnis der Gesundheitspolitik) wurde gegen die Gesundheitspolitiker, hier vor allem die Bund-Länder-AG, ausgeteilt. Um im Bilde zu bleiben: Die Politik ging zwar nicht zu Boden, zeigte sich aber, autsch, tief beleidigt. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Union, Maria Michalk, keilte entsprechend zurück: Falschaussage, direkte Verleumdung der Gesundheitspolitik, Armutszeugnis! Als dann ein geplanter Gesprächstermin mit der KBV-Spitze abgesagt wurde, raunte die Hauptstadtpresse: „Gesprächsabbruch ist im politischen Kontext die Höchststrafe.“

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Eine neue Gebührenordnung ist wie ein neues Automodell. Lange Entwicklungszeiten, viele Beteiligte, viele Spekulationen vorab. Und dann ändern sich kurz vor der Präsentation „irgendwelche“ Rahmenbedingungen, die die Neuentwicklung infrage stellen. Fragen sie mal Volkswagen ...

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Was ist die heraus stechende Eigenschaft, die Aspiranten für die zahnärztliche Berufspolitik mitbringen sollten? Politische und soziale Kompetenz? Ökonomische Grundkenntnisse und das Wissen um sozial- und gesundheitspolitische Zusammenhänge? Gar eine Vision, wo es hingehen soll mit der Zahnärzteschaft? Alles wichtige Aspekte, ohne Zweifel. Aktuell viel wichtiger scheint mir eine andere Eigenschaft der berufspolitischen Matadore zu sein, nämlich über eine gehörige Portion Masochismus verfügen zu dürfen. Die Mitglieder des FVDZ mögen mir verzeihen, aber die Art und Weise, wie sich der alte Vorstand im Oktober in Bonn im wahrsten Sinne des Wortes zerlegt hat, mag für Außenstehende vielleicht hohen Unterhaltungswert gehabt haben, macht mich jedoch sehr nachdenklich.

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Denke ich an Europa in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. Ich kann nicht mehr die Augen schließen, und meine heißen Tränen fließen.
Europa? Wenn man sich anschaut, worum sich die obersten Gestalter Europas (bitte nehmen Sie diese Bezeichnung wörtlich) – die EU-Kommission – so kümmern und worum nicht, entsteht schnell der Eindruck, dass es ein erhebliches Missverhältnis zwischen den Brüsseler Aktivitäten und den tatsächlichen politischen Notwendigkeiten gibt. Nun, durch einen Tränenschleier ist es schwer, einen scharfen Blick zu behalten und genau das scheint Absicht zu sein. Nicht nur, dass gegen Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren mit Bezug auf die Dienstleistungsrichtlinie gegen die Architekten und Steuerberater eingeleitet wurde. Mit wachem Auge auf die sogenannte aktuelle Transparenzinitiative geblickt, müssten die Angehörigen der Freien Berufe – also auch Zahnärzte und Ärzte – bereits auf den Barrikaden sein. Sind sie aber nicht …

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Ein schönes deutsches Wort, mit dem man auch seine Ambivalenz zu einem Sachverhalt freundlich zum Ausdruck bringen kann. Zum eigentlichen Thema: Eigentlich sind die Ergebnisse des Projekts „Mehr Zeit für Behandlung“ die der Normenkontrollrat, kurz NKR, kürzlich vorgestellt hat, ja positiv. Bestätigen diese doch, was die niedergelassenen Heilberufler in ihren Praxen jeden Tag erleben und leisten müssen – nämlich viel Zeit und damit Geld für eine in Teilen als abstrus zu bezeichnenden Bürokratie aufzuwenden. Nur ein Beispiel: Ein funktionierendes Hygienemanagement ist in einer Zahnarztpraxis eine conditio sine qua non. Müssen dafür wirklich jährlich 14 Kilometer Aktenordner alleine für die Hygienedokumentation aller Zahnarztpraxen produziert werden? Eigentlich nicht, weil das viele Papier sich problemlos mithilfe der IT dokumentationssicher einsparen ließe.

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Ob die Flüchtlingslage mit dem Wort „erdrückend“ richtig beschrieben ist? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht, bedrückend ist die Situation jedoch allzumal. Bedrückend deshalb, weil – abgesehen von der Empathie für die persönlichen Schicksale der Menschen – die Situation vor Ort in und um die Unterbringung angesichts der schieren Zahl alles andere als „einfach“ ist. Ein Dach über dem Kopf, Kleidung und etwas zu essen und zu trinken reichen eben nicht, und „ein bisschen“ Gesundheits- versorgung gemäß Asylbewerberleistungsgesetz – aber nur bei starken Schmerzen oder im Akutfall – schon gar nicht. Denn auch mit der elektronischen Gesundheitskarte, die Länder wie Bremen und Hamburg sowie Nordrhein-Westfalen ab 2016 an die Asylbewerber ausgeben, wird sich der gesetzlich gegebene Versorgungsumfang ja nicht ändern, sondern nur die Situation, dass der Flüchtling im Fall notwendiger medizinischer und zahnmedizinischer Behandlung sich keinen Schein mehr holen muss. Die Verwaltung wird halt etwas einfacher, der Leistungsumfang aber keinesfalls.

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Stellen Sie sich vor, ich käme von einem Marktforschungsinstitut und würde Sie Folgendes fragen: Wie viel Zeit verbringen Sie durchschnittlich jeden Tag online für private Zwecke? Und welche Geräte nutzen Sie dafür? Falls Sie diese Fragen für Unsinn halten, kurz das Ergebnis der jüngsten diesbezüglichen Umfrage, dem TNS Convergence Monitor: 106 Minuten täglich verbringen wir 14- bis 64-jährigen Konsumenten inzwischen online – und zwar für die private Nutzung! 67 Prozent der Befragten besitzen ein Smartphone, 33 Prozent der gesamten Online-Zeit werden mittlerweile beim Surfen mit den neudeutsch „mobile devices“ genannten Endgeräten verbracht. Stetig und ständig dabei: Apps und Co und mindestens ein freundlicher Datensammler …

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"Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten." (Hanns-Joachim Friedrichs, 1927-1995). Doch woran erkennt man dann einen guten Zahnarzt? Wenn es nach der aktuellen Berichterstattung der Sendung ZDF Zoom vom 29.Juli 2015 geht, daran, dass dieser nicht auf Fortbildungsveranstaltungen der Industrie geht, verständliche und nachvollziehbare Heil- und Kostenpläne erstellt, die Kosten für die Patienten natürlich so gering wie möglich ansetzt und dabei eine hohe und lange haltbare Qualität seiner Arbeiten liefert.

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Wenn zumindest kalendarisch der Sommer begonnen hat und die großen Ferien gestartet sind, fällt die Politik traditionell in eine Art Tiefschlaf. Mit Konsequenzen für die Journaille, die ob des fehlenden politischen Geplappers dann fast schon verzweifelt auf der Suche nach einem quotenbringenden Thema ist. Aber noch ist Hoffnung, dass wenigstens eine furchtverbreitende Schnappschildkröte oder der Klassiker, ein Krokodil im Badesee, gejagt werden kann.

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Lieber Himmel, was soll das denn sein? Sollten Sie angesichts des Titelbildes sich fragen, was der Künstler darstellen wollte, und keine Antwort finden, dann herzlich willkommen im Club. Betrachtet man das Bild des Künstlers Mathias Zinn aus Berlin, der dieses Werk im Auftrag der KZBV extra für die 60-Jahr-Feier anfertigte, etwas länger, dann ist so mancher Bildbestandteil ja durchaus assoziierbar. Aber während die einen, vorwiegend männlichen Betrachter, im mittleren Bildteil eine Nase zu erkennen glauben, hört man aus dem weiblichen Lager zu der rosa oder hautfarbenen Farbfläche eher phallische Motivassoziationen.

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