Die Entwicklung des Zahnarztberufs (8)

Die Krankenkassenfrage

Abgedrängt von Dentisten und Zahnkünstlern, abhängig von der Einschätzung der Kassenärzte: Die Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung wird zur Feuerprobe für die Zahnärzteschaft. Eine desolate Situation, die der Berufsstand selbst mitverschuldete.

Die Geschichte des Zahnarztberufes lässt sich bis in das 19. Jahrhundert zurück verfolgen. zm-akg images-Fotolia-Syda Productions

Bismarcks Krankenversicherungsgesetsah eine Versicherungspflicht für Arbeiter mit einem Lohn von unter 2.000 Mark jährlich vor. Hermann Montanus Wikipedia
Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern praktizierte als Mediziner und stellte sich zur freien Arztwahl für Krankenkassen zur Verfügung. Ullstein Bild Haeckel Archiv

Deutschland besitzt das weltweit älteste soziale Krankenversicherungssystem. Den Grundstein dafür legte 1883 Otto von Bismarck mit dem Krankenversicherungsgesetz (KVG), das eine Versicherungspflicht für alle Arbeiter in Industrie und Gewerbe mit einem Lohn von unter 2.000 Mark jährlich vorsah. In den folgenden Jahren kamen immer mehr Arbeitnehmer in den Genuss der Versicherungspflicht und auch die Versicherungsleistungen wurden erweitert [Frevert, 1981 und 1984; Huerkamp, 1985].

Bismarcks Krankenversicherungsgesetz forderte die zahnärztliche Berufsgruppe in mehrfacher Hinsicht heraus: Zum einen war zu klären, ob und inwieweit Zahnbehandlungen zu den Kassenleistungen gerechnet werden und wer im Bedarfsfalle derartige Zahnbehandlungen vornimmt, zum andern wurde die Kassenfrage aus Sicht der Zahnärzteschaft zu einer (berufs)politischen Bewährungsprobe, bei der sie ihre Bündnisfähigkeit gegenüber den Kassen und ihre Machtposition gegenüber den nichtapprobierten Zahnbehandlern unter Beweis stellen musste [Groß, 1994].

Paragraf 6 des KVG schrieb den Rechtsanspruch des Versicherten auf “freie ärztliche Behandlung” fest [Ritter, 1903]. Zahnkrankheiten waren in dem Passus aber noch nicht explizit berücksichtigt. Die Zahnbehandlung zählte damit im Grundsatz nicht zu den kassenpflichtigen Leistungen. Entsprechend fanden auch die Begriffe “Zahnarzt” und “Zahnheilkunde” im Gesetz keine Erwähnung.

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