Halitosis, Xerostomie und Hyposalivation

Tabuthema Mundgeruch

Bei einer Halitosis stehen die zahnärztliche Untersuchung und Therapie im Vordergrund. Mauritius Images

Halitogene Erreger sind meist auf der Zungenoberfläche und im Zahnbelag. ProDente e.V.
Die Erreger können sich auch auf einem ungepflegten abnehmbaren Zahnersatz ansiedeln. ProDente e.V.
In der zahnärztlichen Therapie geht es darum, die Mikroorganismen sowie das bakterielle Nährstoffangebot zu reduzieren und die VSC in nichtflüchtige umzuwandeln. Onetimeuseaccount-Wikipedia
Undichte Füllungen und überstehende Füllungs- und Kronenränder sollten behoben werden. yourphototoday

Allgemeine Maßnahmen

Davon abgesehen lässt sich durch die Ernährung zur Vorbeugung beitragen. Zu meiden sind Nahrungsmittel, die Mundgeruch direkt erzeugen. Auch sollte man auf viel Alkohol und Kaffee sowie auf das Rauchen generell verzichten. Dagegen sollte man ausreichend trinken, wobei Wasser und Tees zu bevorzugen sind, zumal beispielsweise schwarzer wie auch grüner Tee Wirkstoffe enthalten, die das Wachstum von Plaquebakterien hemmen.


Aus Sicht der Zahnmedizin

Für das Symptom Halitosis können sowohl lokale Ursachen verantwortlich sein als auch internistische Erkrankungen. Da vor allem Ersteres zutrifft, stehen die zahnärztliche Untersuchung und die Therapie im Vordergrund. Diagnostik und Therapie erfolgen optimalerweise entsprechend dem Algorithmus, wie er in der Basler Halitosis-Sprechstunde entwickelt und publiziert wurde. Im Rahmen der Diagnostik werden die potenziellen oralen Ursachen systematisch durch sorgfältige Anamnese und klinische Untersuchung abgeklärt:

  • Mundtrockenheit,
  • Ginigivitis, Parodontitis, Mundhygiene,
  • Zungenbelag,
  • defekte Kronen-/Füllungsränder, Karies.

Dies bedeutet konkret die sorgfältige Inspektion der Weichgewebe wie Mundschleimhaut, Ausführungsgänge der großen Speicheldrüsen, Zungenoberfläche und des Waldeyer’schen Rachenrings. Dabei geht es um die Beurteilung der Befeuchtung, ums Erkennen von chronischen Entzündungsherden (wie Tonsillen) und natürlich um die Besiedlung vor allem der Zungenoberfläche mit oralen Mikroorganismen. Dentale Ursachen wie kariöse Defekte, undichte Füllungen, überstehende Füllungs- und Kronenränder oder ein schlecht gepflegter und insuffizienter herausnehmbarer Zahnersatz sollten schnellstmöglich behoben werden.

Im Rahmen der marginalen Parodontitis beziehungsweise der Periimplantitis können sich erhöhte Methylmercaptankonzentrationen entwickeln, die ebenfalls zur Halitosis führen und durch erhöhte flüchtige Schwefelverbindungen (Volatile sulfur compounds, VSC) nachgewiesen werden können. Ein Sulfitmonitor (zum Beispiel Halimeter®) kann hierzu eingesetzt werden. Es ist auch möglich, die Ausatemluft aus Mund und Nase voneinander getrennt zu untersuchen. Im Einzelfall sind auch mikrobiologische Untersuchungen notwendig.

Lassen sich keine lokalen organischen Ursachen finden, so erfolgt die erweiterte Diagnostik durch den Hals-Nasen-Ohrenarzt und den Internisten. In der zahnärztlichen Therapie geht es darum, die Mikroorganismen sowie das bakterielle Nährstoffangebot zu reduzieren und die VSC in nichtflüchtige umzuwandeln. Wenn also entsprechende Befunde bei der Untersuchung festgestellt werden können, ist eine kausale Therapie möglich und notwendig. Nach Durchführung der restaurativen Maßnahmen sollte ein Recall erfolgen, um den Effekt zu überprüfen.

Von entscheidender Bedeutung ist die adäquate Zungenreinigung zur Reduktion der VSC. Viele Hilfsmittel stehen neben der Zahnbürste zur Verfügung und können alleine – mit dem Zungenschaber – oder zusammen mit Zungen-Gel eingesetzt werden. Sehr ausgedehnte und hartnäckige Beläge sollten professionell mit rotierenden Bürsten oder Schallinstrumenten entfernt werden. Zusätzlich kann eine Mundspüllösung angewendet werden. Wissenschaftlich überprüft wurden für dieses Einsatzgebiet Chlorhexidingluconat, Zinkchlorid, Wasserstoffperoxid, Triclosan, Aminflourid und Zinnfluorid sowie essenzielle Öle.

Der Einsatz sollte jedoch zeitlich limitiert erfolgen und im Rahmen eines Recalls professionell begleitet werden. Die Prognose ist selbstverständlich von der Diagnose und der möglichen kausalen Therapie abhängig. Bei konsequenter Umsetzung durch Zahnarzt und Patient kann bei über 90 Prozent der Patienten ein Therapieerfolg erreicht werden.

Literatur:

zahnaerztliche-chirurgie.unibas.ch/patientenueberweisende-zahnaerzte/spezialsprechstunden/halitosis-mundgeruch/

Univ.-Prof. Dr. Dr. Monika Daubländer
Leitende Oberärztin der Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie
Augustusplatz 2
55131 Mainz

Dr. Dr. Peer W. Kämmerer
Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universität Rostock
Schillingallee 35
18057 Rostock


Christine Vetter
Merkenicher Str. 224
50735 Köln
info@christine-vetter.de

Mundgeruch macht einsam. Aber nur in den wenigsten Fällen kommt er aus dem Magen. Am häufigsten sind intraorale Ursachen.

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