Volker Looman

Fettabsaugen – das ideale Geburtstagsgeschenk

Der Autor ist freiberuflicher Finanzanalytiker in Stuttgart. Jede Woche veröffentlicht er in der BILD und in der FAZ einen Aufsatz über Geldanlagen. Außerdem unterstützt er Zahnärzte auf Honorarbasis bei der Gestaltung des Privatvermögens. privat

Das Thema der heutigen Erbauungsstunde lautet: Die Bedeutung des Ratenkredits für die deutsche Volkswirtschaft unter besonderer Berücksichtigung von Medizinern. Sie haben richtig gelesen, liebe Anhänger dieser Kolumne, es geht um das Schuldenmachen im Allgemeinen und um den (zahn)ärztlichen Konsum auf Pump. Bitte glauben Sie bloß nicht, rote Zahlen seien das Privileg niederer Stände. Dazu gehören – Gott sei’s geklagt – auch die besseren Kreise wie Zahnärzte. Bevor Sie jetzt – leicht entrüstet – diese „Mitteilungen“ dem Altpapier zuführen, sollten Sie sich wenigstens die heutigen Beispiele zu Gemüte führen. Vielleicht gelingt es mir ja doch, den einen oder anderen von Ihnen vor teuren Dummheiten zu bewahren.

Mit Nachdruck möchte ich Sie bitten, nicht mit Fingern auf Leute zu zeigen, die auf solche Verlockungen hereinfallen. Ich frage mich zum Beispiel seit Jahren, welche Menschen die Offerten von www.medipay.de in Anspruch nehmen. Hier bekommen Sie nicht nur schöne Zähne auf Kredit, sondern auch die große Brust oder den kleinen Hintern auf Pump. Wäre das nicht auch für Sie, meine Damen aus gutem Hause, oder für Sie, meine Herren von Welt, das passende Geschenk zum Geburtstag?

Meine schlaue Freundin aus dem Holsteinischen weiß aus gut unterrichteten Kreisen zu berichten, Fettabsaugen sei bei Frauen der ultimative Schlager der Saison. Ich kann da als Mann natürlich nicht mitreden, doch ich kann mir vorstellen, dass das (s)einen Preis haben muss. Auf www.mybody.de zum Beispiel ist die Rede von 1.500 bis 6.000 Euro. Ich gehe davon aus, dass die fach- und umweltgerechte Entsorgung weiblicher Schwimmringe wegen des hohen Absaugvolumens mindestens 5.000 Euro kostet, und falls Sie, meine Herren, gerade nicht gut bei Kasse sind, weil Ihr kleines Depot wegen unschöner Petitessen ins Minus gerutscht ist, müssen Sie über den „Schönheitskredit für die reife Frau“ nachdenken.

Ich rate aber zur Vorsicht. Fettabsaugen oder Zahnersatz scheinen mir dem Hausbau vergleichbar zu sein. Sie sollten sich, wenn schon mal Hand an die Frau gelegt wird, auf Überraschungen und Zusatzarbeiten einstellen. Daher empfehle ich dringendst, – je nach Baustelle – in die kleinen Kreditrechner von www.medipay.de oder www.z-easy.de rein zur Sicherheit eher 10.000 Euro einzugeben. Bei den Laufzeiten können Sie bis zu 72 Monate vorgeben. Ich schlage aber vor, umsichtig wie ich bin, die Sache innerhalb von vier Jahren hinter sich zu bringen, weil kein Mensch weiß, am wenigsten Sie selbst, ob in fünf Jahren der nächste Eingriff nötig sein wird. Die erste Operation wird Ihnen, soviel kann ich definitiv sagen, in den nächsten 48 Monaten jeweils 255 Euro aus der Tasche ziehen. Das sind effektiv 9,90 Prozent pro Jahr, doch ich bitte Sie, unflätige Kommentare für sich zu behalten. Ein treues Weib mit neuem Gebiss oder Wespentaille ist, das wird Ihnen jeder Fachmann bestätigen, auf Dauer preiswerter als ein Segelboot oder zwei Freundinnen.

Und nun zu Ihnen, meine Damen! Was wollen Sie Ihrem Mann in diesem Jahr schenken? Sie wissen ja aus langjähriger Erfahrung, wie schwer es ist, die Augen eines Mannes am 55. Geburtstag zum Leuchten zu bringen. Die Jugend ist vorbei, der Lack ist ab und die Rente ist noch in weiter Ferne! Ich hätte da einen kleinen „Aufheller“ für Ihren werten Partner, doch der Spaß ist nicht ganz billig. Die Eltern meiner Mutter waren bis 1945 Teilhaber einer berühmten Uhrenmanufaktur in Glashütte in Sachsen. Folglich bin ich mit Uhren aufgewachsen, und die heutigen Stücke können Sie, wenn Sie das nächste Mal in Dresden sind, in der Boutique hinter der Frauenkirche bewundern.

Die Preise der einfachen Modelle liegen, bitte nehmen Sie es mit der nötigen Gelassenheit zur Kenntnis, bei ungefähr 25.000 Euro. Zum fünfundfünfzigsten Wiegenfest darf es ruhig etwas Höherpreisiges sein – oder was meinen Sie? Das ist immer noch billiger als jeder Porsche! Sollten freilich auch Sie, meine Damen, zurzeit nicht flüssig sein, wird Ihnen die Sparkasse in Dresden beim Kauf kleiner Uhren bis 25.000 Euro bestimmt unter die Arme greifen. Die monatlichen Raten für den 25.000-Euro-CleverClick-Privatkredit mit einer Laufzeit von 84 Monaten betragen 380 Euro und 26 Cent. Das sind effektiv 7,49 Prozent pro Jahr, so dass man im Vergleich zu den Ratenkrediten der Versandhäuser von einem echten Schnäppchen sprechen muss.

Sollten Sie allerdings, aus welchen Gründen auch immer, nicht zu den Liebhabern sächsischer Geld- und Uhrenkunst gehören, brauchen Sie nicht zu verzagen. Es gibt genügend Banker, die beim Geldverdienen alle Skrupel über Bord geworfen haben. Die Damen und Herren der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken sorgen zum Beispiel mithilfe von www.easykredit.de dafür, dass Sie sich mal wieder auf etwas Neues freuen können. Und was kommt danach? Ich bin mir sicher, dass Sie das genau wissen. Es werden nicht nur die lästigen Kreditraten sein, sondern es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das schlechte Gewissen sein. Oder sind Sie schon so abgebrüht, sich über Geschenke freuen zu können, von denen Sie ziemlich genau wissen, dass sie mithilfe von Ratenkrediten bezahlt worden sind?

Kolumnen entsprechen nicht immer der Ansicht der Herausgeber.


Alle Kolumnen von Volker Looman (2016)

Der letzte Artikel dieses Jahres kann, ich sage es lieber gleich, bei der einen oder oder anderen Zahnärztin zu Schluckbeschwerden führen. Es geht um das Verhältnis von Frauen zu Geld. Das ist ein abendfüllendes Thema und wenn ich jetzt als Mann auch noch zu sagen wage, das Verständnis für Geld und Zahnärztinnen sei für Männer ein Berufsbild mit goldener Zukunft, drohe ich mich um Kopf und Kragen zu schreiben. Trotzdem: Attempto! Ich wage es wie weiland Graf Eberhard im Barte, der Gründer der Universität zu Tübingen.

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In wenigen Wochen ist wieder Weihnachten. Folglich wird es höchste Zeit, sich Gedanken zu machen, wen Sie in Kürze womit beglücken werden. Darf ich Sie bitten, in diesem Jahr auch mal an Ihre liebe Hausbank zu denken? Mir schweben freilich keine gehäkelten Topflappen aus heimischer Produktion vor.

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Kann ich mit Ihnen heute mal über Risiken bei Geldanlagen sprechen? Mir ist bewusst, dass das Thema heikel ist, weil Risiken für die meisten von Ihnen der Vorhof der Hölle sind. Arbeit, Ehe und Leben enthalten Risiken.

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Ich bin Mitglied in einem Club, der weiland eine feste Burg für Männer war, im Laufe der letzten Jahre aber von Frauen geschleift worden ist. Natürlich werde ich – das ist Ehrensache – den Namen dieses Clubs nicht preisgeben. Ich verrate Ihnen aber aus Gründen der Geldräson, dass ich in dem Mitglieder-Magazin vor einiger Zeit bemerkenswerte „Gedanken über Geldanlagen in Zeiten der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank“ gelesen habe.

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Die Zinsen für Hypotheken sind im Keller. Das hat sich herumgesprochen. Niedrige Zinsen und geringe Tilgungen bedeuten mäßige Raten. Das scheint auch bekannt zu sein. Niedrige Raten führen zu langen Laufzeiten. Sogar diese Botschaft scheint nicht mehr neu zu sein. Ich weiß aber nicht, wie viele Akademiker sich mit solcherart Hypotheken an der Nase herumführen lassen.

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Haben Sie gerade 10.000 Euro auf dem Konto? Haben Sie vielleicht 500.000 Euro geerbt? Wissen Sie nicht, was Sie mit dem Geld machen sollen? Dann hätte ich da eine Idee.

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Alter schützt vor Spielsucht nicht. Ich kann Ihnen nicht erklären, warum das so ist. Es geht um einen Anleger, der 66 Jahre alt ist und zwei Millionen Euro auf dem Konto hat.

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Jüngst hat mich ein Abendessen bei Freunden ziemlich mitgenommen. Dort berichtete die Gastgeberin von einer Kollegin, die 38 Jahre jung ist und sich auf ihr zweites Kind freut. Nun ist ihr Mann, ein Jahr älter, beim Joggen tot umgefallen.

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Bestimmt wissen Sie, dass Hamburg das Tor zur Welt und München die Weltstadt mit Herz ist. Da ist es kein Wunder, dass Eigenheime ihren Preis haben. Immobilien in Weltstädten gehen nicht ins kleine, sondern große Geld.

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Vorsicht, im Überschwang ist eine dynamische Kapitalversicherung schnell unterschrieben. Und dann beginnt das lange Leiden. Unser Autor Volker Looman erklärt, warum.

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Geldanlage ist finanzieller Mehrkampf: Inventur des Gesamtvermögens, Festlegung der Ziele, Verteilung auf Anlageklassen, Auswahl der Finanzprodukte und Überwachung des Privatvermögens. Die härtesten Disziplinen sind die Verteilung, die Umsetzung und die Überwachung. Dafür ist Disziplin nötig, wenn dieses Wortspiel erlaubt ist.

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Die private Altersvorsorge ist ein heißes Eisen. Sie ist absolut nötig, doch das ständige Trommeln, regelmäßig Geld auf die hohe Kante zu legen, um im Ruhestand finanziell nicht unter die Räder zu kommen, bewirkt in meinen Augen das Gegenteil: Die einen Anleger können das Trommeln nicht mehr hören, und die anderen Sparer sind wegen des Lärms längst taub.

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77 Prozent aller Deutschen glauben, Geld mache frei. Die Zahl ist allen Unkenrufen zum Trotz keine Schnapszahl, und ich will den Wert auch nicht in Zweifel ziehen, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Leute zu 99 Prozent arme Schlucker sind. Wenn ich mit Anlegern, die wirklich Geld haben, ins Gespräch komme, merke ich schnell, dass diese Leute stolz sind, nicht am Hungertuch nagen zu müssen, doch von „Freiheit“ spüre ich in der Regel nicht viel.

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Die Kalkulation mit Hochprozentigem ist für viele Menschen selbst in nüchternem Zustand höhere Mathematik. Das halten Sie für üble Nachrede? Dann sollten wir die Probe aufs Exempel machen.

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Die niedrigen Kreditzinsen sind für viele Mieter die größte Gefahr, mit einem Eigenheim auf die Nase zu fallen. Darf ich Ihnen an folgendem Beispiel schildern, wie Mieter zurzeit auf Abwege gelockt werden? Es gibt in Frankfurt eine Bank, die sich auf ihre Fahnen geschrieben hat, Leistung aus Leidenschaft zu erbringen.

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Ein Mann sollte – so will es die Tradition – im Leben drei Dinge tun: ein Haus bauen, einen Sohn zeugen und einen Baum pflanzen. Ich weiß nicht, ob das Haus zum Glück nötig ist, doch wer glaubt, eine Villa bauen zu müssen, dem sei gesagt, dass es um mehr als nur um das Eigenheim geht.

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Darf ich Sie mal was Intimes fragen? Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie bemerken, jahrelang betrogen worden zu sein? Ich meine jetzt nicht, was Sie wahrscheinlich vermuten, sondern es geht um Geld, das Sie für Leistungen bezahlt haben, die Sie gar nicht erhalten haben. Bitte überlegen Sie gut, was Sie sagen, weil alle Urteile, die Sie nun fällen, auch auf Sie zutreffen könnten.

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Das Thema der heutigen Erbauungsstunde lautet: Die Bedeutung des Ratenkredits für die deutsche Volkswirtschaft unter besonderer Berücksichtigung von Medizinern. Sie haben richtig gelesen, liebe Anhänger dieser Kolumne, es geht um das Schuldenmachen im Allgemeinen und um den (zahn)ärztlichen Konsum auf Pump. Bitte glauben Sie bloß nicht, rote Zahlen seien das Privileg niederer Stände.

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Die Geldanlage in vermietete Immobilien wird in meinen Augen von Jahr zu Jahr gefährlicher. Grundlage dieser These ist die Tatsache, dass sich die Kaufpreise in vielen Städten viel schneller entwickelt haben als die Mieten. Darf ich Ihnen das mit einem Beispiel beweisen?

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Knicken! Lochen! Abheften! Ich habe keine Ahnung, wie viele Ärzte sich jedes Jahr über den schweißtreibenden Dreikampf von Beamten und Bürokraten ärgern.

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Es geht um Ihr gutes Geld, liebe Doktores, und ich werde Ihnen ab sofort alle 14 Tage (finanziell) auf den Zahn fühlen. Was hat mich zu diesem Schritt bewogen? Ich bin jetzt 60 Jahre jung, und ich habe in den vergangenen 30 Jahren eine besondere Beziehung zu Zahnärzten aufgebaut.

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