Bergungstechniken im Wurzelkanal bei frakturierten Instrumenten

Bergung im mesiobukkalen Kanal

Im Studentenkurses frakturierte während der maschinellen Instrumentation eine Nickel-Titan-Feile. Nach dem provisorischen Verschluss des Zahnes wurde der Patient zur Bergung des Fragments innerhalb der Klinik überwiesen. Dieser Fall zeigt eine Bergung mithilfe der Loop-Technik.

Abbildung 1: Angefertigte Röntgen-Messaufnahme: Die drei Wurzelkanäle der mesiobukkalen Wurzel konfluieren im mittleren Wurzeldrittel. M. Drefs

Abbildung 2: Röntgenbild zur Darstellung des Fragments: Geschätzt werden kann eine Fragmentlänge von circa 9 mm. Die Feilenspitze ragt über die Konfluenz der drei mesiobukkalen Kanäle hinaus. M. Drefs
Abbildung 3: Klinisches Bild der Trepanationsöffnung nach Feilenfraktur: Die Wurzelkanaleingänge sind unzureichend erweitert. M. Drefs
Abbildung 4: Der Isthmus zwischen mb3 und mb2 wurde aufpräpariert, um das Fragment seitlich freizulegen. M. Drefs
Abbildung 5a und 5b: Individuell hergestellte Öse aus einer 31mm langen K-Feile der ISO-Größe 08 M. Drefs
Abbildung 5a und 5b: Individuell hergestellte Öse aus einer 31mm langen K-Feile der ISO-Größe 08 M. Drefs
Abbildung 6: Röntgenologische Kontrollaufnahme nach Fragmententfernung: Das Bruchstück konnte vollständig entfernt werden. M. Drefs
Abbildung 7: Längenbestimmung des Bruchstücks: Ermittelt wurde eine Fragmentlänge von 9 mm. M. Drefs
Abbildung 8: Röntgenologische Kontrolle nach Wurzelfüllung: Das Wurzelkanalsystem konnte bis auf Arbeitslänge obturiert werden. M. Drefs

Nach Entfernung einer insuffizienten Brücke sowie nach Kariesexkavation wurde im Studentenkurs ein nekrotisches Wurzelkanalsystem am Zahn 26 vorgefunden. Eine periapikale Aufhellung im Röntgenbild lag nicht vor. Im Anschluss an die vollständige Entfernung der Karies folgte das Legen einer adhäsiven Aufbaufüllung unter Kofferdam.

Mit einem mobilen Dentalmikroskop konnten im Zuge der endodontischen Behandlung fünf Wurzelkanäle aufgefunden werden. Neben einem distalen und einem palatinalen Wurzelkanal wurden drei weitere Kanäle in der mesiobukkalen Wurzel entdeckt.

Die durch den behandelnden Studenten angefertigte Röntgenaufnahme bestätigte die Vermutung, dass es sich bei den drei mesiobukkalen Kanälen um ein konfluierendes Wurzelkanalsystem handelt (Abbildung 1). Während der maschinellen Instrumentation frakturierte die S2-Feile aus dem ProTaper Universal-System (Dentsply Maillefer, Ballaigues, Schweiz). Darauf erfolgte eine Zahnfilmaufnahme zur Darstellung von Lage und Länge des frakturierten Instruments (Abbildung 2). Mit dem Hinweis, dass die Nickel-Titan-Feile im dritten mesiobukkalen Kanal frakturiert ist, wurde der Zahn mit einer medikamentösen Einlage versehen, provisorisch verschlossen und der Patient zur Bergung des Fragments überwiesen.

Bergungsplan

Im Gespräch wurde der Patient über die verschiedenen Therapieoptionen aufgeklärt, wobei der Versuch der Fragmententfernung empfohlen und angenommen wurde. Nach erneuter Darstellung der Trepanationsöffnung wurde deutlich, dass die Erweiterung der Kanaleingänge vernachlässigt worden war, was sicher dazu beitrug, dass die zuletzt angewendete Feile frakturierte (Abbildung 3).

Mittels kleiner Langschaftsrosenbohrer wurde der Isthmus zwischen mb3 und mb2 vorsichtig aufpräpariert, um das frakturierte Instrument seitlich freizulegen (Abbildung 4). Auf diese Weise ließ sich der koronale Anteil des Fragments darstellen. Ein zirkuläres Freilegen des Instruments wurde in diesem Fall nicht angestrebt. Nachdem das Bruchstück etwa drei bis vier Millimeter frei war, wurden Wattefasern unter den Fragmentkopf geschoben, um es von der lateralen Wurzelkanalwand zu lösen. So konnte eine individuell hergestellte Öse (Abbildungen 5a und 5b) über den koronalen Anteil des Fragments geschoben werden. Durch zusätzliche Hedströmfeilen, die durch die Öse neben das Fragment geführt und anschließend verdrillt wurden, gelang letztendlich die Lockerung und vollständige Entfernung des Fragments (Abbildung 6).

Die Nutzung des Fragmentremovers wäre ebenfalls Erfolg versprechend gewesen. Dieses jüngst erschienene Hilfsmittel zur Fragmentbergung fixiert das Bruchstück, indem eine feine Drahtschlinge über den Fragmentkopf geführt wird, die sich durch einen Schraubmechanismus zuziehen lässt. Anschließend kann das so gesicherte Fragment vorsichtig aus seiner eingeklemmten Position gelöst und entfernt werden. In diesem Fall konnte eine Fragmentlänge von neun Millimetern ermittelt werden (Abbildung 7).

Im weiteren Verlauf der endodontischen Behandlung konnten alle Wurzelkanalanteile bis auf Arbeitslänge instrumentiert, desinfiziert und abschließend obturiert werden (Abbildung 8).

Um eine Re-Infektion des gefüllten Wurzelkanalsystems zu verhindern, wurde der Zahn adhäsiv verschlossen. Alle unternommenen Arbeitsschritte wurden mithilfe eines Dentalmikroskops durchgeführt, dass eine ausreichende Vergrößerung bei optimalen Lichtverhältnissen gewährleistete.

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