Berichts- und Lernsystem „CIRS dent – Jeder Zahn zählt!“

Mehr als 4.000 Nutzer

Nach vier Monaten Betriebszeit wird das gemeinsam von BZÄK und KZBV getragene Berichts- und Lernsystem „CIRS dent – Jeder Zahn zählt!“ bereits rege von den Zahnärzten genutzt: Es gibt etwa 4.000 registrierte Anwender, 100 Berichte und 200 Kommentare.

Dr. Peter Engel, Prof. Dr. Christoph Benz, Prof. Dr. Ferdinand M. Gerlach (v.l.n.r.) zogen auf der Pressekonferenz in Berlin eine bisher positive Bilanz. © BZÄK-KZBV-Axentis.de

„CIRS dent – Jeder Zahn zählt!“ soll Zahnärzten helfen, unerwünschte Ereignisse in ihren Praxen zu vermeiden, und damit die Sicherheit für die Patienten erhöhen. Über die Online-Plattform www.cirsdent-jzz.de können Zahnärzte anonym, sanktionsfrei und sicher über unerwünschte Ereignisse berichten und sich austauschen. Ziel ist es, aus den Erfahrungen anderer zu lernen (siehe $(LB277234:zm-Titelstory 4/2016: Irren ist menschlich)$ und Start frei für Ihre Berichte).

„Wir können damit vor allem interne Qualitätskreisläufe in Gang bringen,“ betonte BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel noch einmal die Motivation. „Zusammen mit den Empfehlungen unserer Fachberater und den Tipps der Kollegen führen die Berichte zu einer Verbesserung der internen Praxisabläufe. Es geht eben nicht um individuelles Fehlverhalten, sondern um durchaus komplexe Prozessfragen.“

Nun die erste Analyse nach vier Monaten: Als einer der Fachberater, die die von den Zahnärzten gemeldeten Fälle begutachten und betreuen, ist Prof. Dr. Christoph Benz, Vizepräsident der BZÄK, tätig. Er verwies auf die Vielzahl ganz unterschiedlicher Fälle aus allen Fachgebieten, die auf der Plattform aufgeführt sind (Beispiele siehe Kasten).


• Für Patienten mit Knochen- und Calciumstoffwechselerkrankungen ist die Behandlung mit Bisphosphonaten wichtig, denn diese hemmen die Mineralisation der Knochensubstanz sowie den Knochenabbau. Für den behandelnden Zahnarzt ist das Wissen, ob sein Patient Bisphosphonate vom Orthopäden oder Hausarzt verschrieben bekommen hat, essenziell. Denn ein kieferchirurgischer Eingriff, etwa eine Zahnwurzelbehandlung, kann bei Patienten, die Bisphosphonate einnehmen, zu einer Kiefernekrose führen – ein nach wie vor nicht geklärtes Phänomen, das sich zu einem ernsthaften medizinischen Problem entwickelt hat. In CIRSdent-JZZ ist ein Fall von einem Kollegen geschildert worden, der vor der Zahn-OP vergessen hatte, seine Patientin direkt noch einmal zu fragen, ob sie diese Medikamente nimmt. Es kam daraufhin zu einer verzögerten Wundheilung, weitere Komplikationen traten nicht auf. Der Kollege machte sich jedoch Vorwürfe wegen dieses Ereignisses. Und was passierte, als der Bericht eingestellt war? Mehrere Kollegen haben sich für die Offenheit der Schilderung bedankt und gaben wertvolle Tipps, wie sie derartige Situationen vermeiden und dies durch entsprechende Handlungsanweisungen in ihrem internen Qualitätsmanagement hinterlegen.

• In einem anderen Fall gab es Hinweise, dass eine sogenannte Bürstenbiopsie, die zur Abklärung eines Verdachts auf Mundhöhlenkrebs erforderlich ist, durchaus auch falsche negative Ergebnisse liefern kann, also dazu führt, dass sich der Diagnoseverdacht vermeintlich nicht bestätigt, obwohl die Erkrankung besteht. Dazu ist zu beachten, dass das Mundhöhlenkarzinom zu den sechs häufigsten Tumoren zählt und Zahnärzte bei dessen frühzeitiger Erkennung, im Rahmen der regelmäßigen zahnärztlichen Routineuntersuchung, eine wichtige Rolle einnehmen. Die zahnärztlichen Fachberater sind dem nachgegangen. Sie analysieren jeden Bericht und geben bei Bedarf ergänzende Hinweise auf einschlägige Leitlinien oder Fachpublikationen. Aufgrund dieses Berichts wird demnächst ein wissenschaftlicher Beitrag zu den Limitationen der Bürstenbiopsie publiziert, der sich vertiefend mit diesem Problem auseinandersetzt. 

BZÄK/KZBV
Quelle: www.cirsdent-jzz.de


Prof. Dr. Ferdinand M. Gerlach, MPH, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt/M., mit dessen Unterstützung das System entwickelt wurde, ergänzt: „Die Patientensicherheitsforschung zeigt, dass die meisten kritischen Ereignisse nicht etwa auf Nichtwissen oder Unvermögen beruhen, sondern dass in rund drei Viertel aller Fälle Prozessfehler ursächlich sind, bei denen etwas nicht so rund gelaufen ist, wie es beabsichtigt war.“

Der KZBV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Eßer, zeigte sich über die Bereitschaft der Kollegen, sich an dem System zu beteiligen, sehr erfreut. Die Plattform biete einen wichtigen Beitrag zu einer ständig verbesserten Qualitätsförderung der zahnärztlichen Versorgung und lebe vom Engagement ihrer Nutzer.

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