Evaluation des Präventionsprogramms in Jena

ECC-Vorsorge von Geburt an

Der frühe Zahnarztbesuch sieht neben einer Untersuchung der Babyzähne eine umfassende Beratung der Eltern zur Mundhygiene und zur Ernährung vor. © Y. Wagner; R. Heinrich-Weltzien
Die Studie bestätigt: Durch eine frühe Aufklärung und präventive Interventionen kann frühkindlicher Karies – hier initial kariöse Läsionen im Frontzahngebiet – effektiv vorgebeugt werden. © Y. Wagner; R. Heinrich-Weltzien
Eine regelmäßige mütterliche Beratung beeinflusst nicht nur das Mundgesundheits-, sondern auch das Ernährungsverhalten der Familien. © Y. Wagner; R. Heinrich-Weltzien
Das Programm begrenzt auch die gesundheitliche Benachteilung von Kindern mit niedrigem Sozialstatus. © Y. Wagner; R. Heinrich-Weltzien
Patientenflussdiagramm der gesamten Geburtskohorte für die fünfjährige Laufzeit des Präventionsprogramms © Y. Wagner; R. Heinrich-Weltzien
Die Autoren plädieren bei der ECC-Prävention für a) eine enge Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen und b) für den Zahnarztbesuch im ersten Lebensjahr. © Y. Wagner; R. Heinrich-Weltzien
Die Autoren plädieren bei der ECC-Prävention für a) eine enge Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen und b) für den Zahnarztbesuch im ersten Lebensjahr. © Y. Wagner; R. Heinrich-Weltzien

Ergebnisse

Nach fünfjähriger Laufzeit des PP wurden 289 Kinder (PG n = 174, KG n = 115; Durchschnittsalter 5,2 ± 0,7 Jahre; 46,7 Prozent weiblich; 4,3 Prozent Migrationshintergrund) mit durchschnittlich 19,1 Milch- und 0,8 bleibenden Zähnen untersucht. 274 Kinder mussten wegen Nichterscheinen am Untersuchungstag (n= 171), Umzug (n = 72) oder besonderer gesundheitlicher Bedürfnisse (n = 31) ausgeschlossen werden. Die Grafik ver anschaulicht die Teilnahmeraten der gesamten Geburtskohorte anhand eines Flussdiagramms.34,3 Prozent der Kinder (n = 99) wiesen eine frühkindliche Karies auf. Eine Beschreibung aller Kinder zu Beginn der Studie und bei der Abschlussuntersuchung wird in Tabelle 1 dargestellt. Zum Zeitpunkt der Geburt gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen in Bezug auf Alter, Geschlecht, SES und Migrationshintergrund (p 0,05).

Die Kariesprävalenz, der Kariesbefall und der Sanierungsgrad in der PG und in der KG vor und nach dem Matching sind in Tabelle 2 zusammengestellt. Kinder im PP hatten eine signifikant niedrigere Kariesprävalenz und einen geringeren Kariesbefall auf Schmelz- und Dentinkaries-Niveau als die Kinder der KG (p 0,05). Der SiC der Kinder in der PG betrug 0,4 ± 0,9 d3-4mft verglichen mit 4,3 ± 3,2 d3-4mft in der KG (p 0,001). Während alle PG-Kinder saniert waren (100 Prozent), lag der Sanierungsgrad der KG-Kinder bei 47,3 Prozent. PG-Kinder hatten ihren ersten Zahnarztbesuch im ersten Lebensjahr, KG-Kinder besuchten den Zahnarzt im Alter von 3,6 ± 0,6 Jahren. Die durchschnittliche Anzahl der Zahnarztbesuche betrug 10,5 ± 3,4 in der PG und 3,3 ± 1,4 in der KG. Alle PG-Kinder erhielten durchschnittlich 5,8 ± 2,7 lokale Fluoridlack-Applikationen, während dies in der KG bei 16,3 Prozent der Fall war (1,2 ± 0,5 Anwendungen). PG-Kinder zeigten einen zeitigeren Beginn der Zahnpflege, die Kinderzähne wurden häufiger durch die Eltern nachgeputzt, der Zeitpunkt des ersten Zahnarztbesuchs war früher und sie besuchten den Zahnarzt jährlich häufiger als KG-Kinder. Außerdem war die Anzahl zuckerhaltiger Zwischenmahlzeiten/Getränke pro Tag geringer und es wurden weniger Kinder über das erste Lebensjahr hinaus gestillt oder mit der Flasche ernährt.

Studienbeginn

Abschlussuntersuchung

total

Präventions-gruppe (PG)

Kontroll-

gruppe (KG)

total

Präventions-gruppe (PG)

Kontroll-
gruppe (KG)

Kinder (n)

1162

512

650

289

174

115

Alter)

Zeitpunkt zur Geburt

5.2 ± 0.7

5.3 ± 0.6

5.2 ± 0.7

Geschlecht männlich n (%)

595 (51.2)

266 (52.0)

329 (50.6)

154 (53.3)

94 (54.0)

60 (52.2)

niedriger sozio-ökonomischer Status n (%)

158 (13.6)

68 (13.2)

90 (13.8)

30 (10.4)

19 (10.9)

11 (9.6)

Migrations-hintergrund n (%)

78 (6.7)

32 (6.3)

46 (7.1)

12 (4.3)

8 (4.6)

4 (3.5)

Kariesprävalenz (d3–4-level) n (%)

Alle Kinder zahnlos

29,4

10,9

57.4*

d3–4mft (x±SD)

Alle Kinder zahnlos

1.3 ± 2.8

0.2 ± 0.7

2.9 ± 3.8*

Tabelle 1: *p <0.05 Quelle: Wagner. Heinrich-Weltzien

Der Einfluss des Sozialstatus auf die Mundgesundheit ist in Tabelle 3 dargestellt: Die SES-Zusammensetzung der beiden Gruppen war ähnlich. Kinder mit niedrigem Sozialstatus zeigten eine signifikant schlechtere Zahngesundheit (5,2 ± 7,8 d1-4mfs) als Kinder mit hohem Sozialstatus (1,1 ± 2,9 d1–4mfs). Die multivariate logistische Regressionsanalyse zeigt, dass ein niedriger SES und die Fortführung des Stillens beziehungsweise der Flaschenernährung übers erste Jahr hinaus einen negativen Einfluss auf die Zahngesundheit haben, während der frühe Beginn des Zähneputzens, die Supervision des Zähneputzens und das Nachputzen durch die Eltern sowie regelmäßige Zahnarztbesuche einen positiven Effekt besitzen. Kinder mit einem niedrigen SES hatten eine 10,4-fach höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Zähne im Alter von fünf Jahren Karies aufwiesen, als Kinder mit einem mittleren oder einem hohen SES.

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