Sprechende Zahnmedizin

Reden Sie jetzt!

Von Sprechender Zahnmedizin ist neuerdings oft die Rede. Was sich dahinter verbirgt, können allerdings die wenigsten auf den Punkt bringen. Dabei nimmt sie schon heute im Praxisalltag des Zahnarztes einen immer größeren Raum ein – und ist ein unverzichtbares Instrument, wenn es darum geht, insbesondere vulnerable Patientengruppen anzusprechen. Die Bedeutung der Sprechenden Zahnmedizin und des ärztlichen Gesprächs wird sich künftig noch verstärken, wenn im Rahmen der parodontologischen Versorgung neue Behandlungsstrategien greifen sollen.

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Ganz wichtig ist die Sprechende Zahnmedizin bei der PAR-Therapie: Hier ist eine besondere individuelle Ansprache des Patienten erforderlich. © zlikovec - Fotolia.com

Was also ist Sprechende Zahnmedizin? Mehr jedenfalls als die Bema-Position Ä1: „Beratung eines Kranken, auch fernmündlich“. Gemeint ist vielmehr die Kommunikation des Zahnarztes mit seinem Patienten, wenn es darum geht, ihn mit seiner individuelle Krankengeschichte zu verstehen und mitzunehmen, sein Gesundheitsverhalten positiv zu beeinflussen und ihn zu steuern. Das braucht Zeit, Kompetenz, Erfahrung und Einfühlungsvermögen.

Kommunikation ist – neben den fachlichen Kompetenzen der Diagnose, Therapie und Behandlung – die Schlüsselkompetenz, um den Patienten dabei zu begleiten, seine Mundgesundheit über den gesamten Lebensbogen zu gewährleisten und ihm die bestmögliche Zahnmedizin zukommen zu lassen. Besondere Herausforderungen stellen laut KZBV vulnerable Bevölkerungsgruppen dar: Kleinkinder mit Early Childhood Caries etwa, Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderungen oder auch Flüchtlinge. Ganz wichtig ist die Gruppe der Patienten mit Parodontitiserkrankungen, denn vor allem auch sie erfordern eine individuelle Zuwendung und Ansprache im Praxisalltag.

Den Patienten abholen

Die KZBV versteht unter Sprechender Zahnmedizin sämtliche Leistungen eines Zahnarztes abseits der sogenannten apparativ gestützten Behandlung. Den Schwerpunkt bildet das Patienten-Zahnarzt-Gespräch mit den damit einhergehenden Leistungen – Aufklärung, Beratung und Dokumentation, die ein Vertragszahnarzt durchführt und aufgrund des Patientenrechtegesetzes von 2013 auch durchführen muss. Seitdem wird die Sprechende Zahnmedizin mehr als zuvor verlangt: Dazu gehört, den Patienten über Art und Umfang, Durchführung, zu erwartende Folgen und Risiken der Maßnahmen, deren Notwendigkeit und Dringlichkeit, Eignung und Erfolgsaussichten zu informieren und zu beraten.

Gefordert ist damit eine Kommunikation, die über die reine Schilderung der Behandlungsabläufe hinausgeht, indem sie den Patienten in seiner Erfahrungs- und Lebenswelt abholt und auf seine individuelle Situation eingeht.

Mehr Zeit für individuelle ärztliche Gespräche

Die Diskussion um die Sprechende Zahn- medizin ist vor kurzem bei der Vorstellung der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) in den Fokus gerückt. „Die sprechende Zahnheilkunde muss Eingang in den Katalog der Gesetzlichen Krankenversicherung erhalten“, hatte der KZBV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Eßer auf der entsprechenden Pressekonferenz mit Blick auf die gemäß DMS V steigenden Parodontitis- zahlen und den damit einhergehenden steigenden Behandlungsbedarf gefordert. Laut Eßer benötigen die Zahnärzte „eine neue, an den Stand der Wissenschaft angepasste Behandlungsstrategie, um die Parodontitis erfolgreich bekämpfen zu können“.

Neben einer umfangreichen Prävention auf allen Ebenen fehle aus wissenschaftlicher Sicht vor allem eine strukturierte Nachsorge, also die Unterstützende Parodontitis-Therapie. Die Zahnärzte seien gefordert, bei der PAR-Behandlung vor allem mehr Zeit aufzuwenden, um mit dem Patienten ein individuelles ärztliches Gespräch zu führen.

Welchen Stellenwert die Sprechende Zahnmedizin in Bezug auf die PAR-Behandlung tatsächlich hat, wird am Beispiel des PAR-Konzepts der Zahnärzteschaft deutlich, das derzeit in den zahnärztlichen Gremien von Standespolitik und Wissenschaft weiterentwickelt wird. Zum Verständnis: Die KZBV hatte auf ihrer Vertreterversammlung im Sommer in Köln ein mit der Bundeszahnärztekammer und mit allen Berufsverbänden und der Wissenschaft konsentiertes Therapiekonzept für eine moderne und zeitgemäße PAR-Behandlung vorgestellt (siehe zm 14/2016, Seite 26 ff). Vor dem Hintergrund des Antrags der Patientenvertreter im G-BA zur Nutzenbewertung der Behandlung von Parodontopathien – ein Prozess, den die Zahnärzteschaft konstruktiv-kritisch begleitet – hatte der Berufsstand auf der Vertreterversammlung den Weg für eine strategische Aufstellung vorgezeichnet.

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