Pferdecoaching

Haben Sie die Zügel in der Hand?

Pferdecoachings stehen für die Interaktion zwischen Pferd, Mensch und eigener Persönlichkeit. Für das Training müssen Sie kein Pferdenarr sein und auch nicht reiten können. Wenn es um Führungskompetenzen, Teamführung und (Patienten-)Kommunikation geht, zeigt das Tier Ihnen trotzdem, wo es hakt – und wie man es im Job besser macht.

Pferde sind ideale Trainingspartner, wenn es darum geht, die eigenen Führungskompetenzen auszuloten. Besitzt der Mensch, der mit dem Pferd trainiert, keine natürliche Autorität, wird ihm das Tier den Gehorsam verweigern. In diesem Training war das nicht der Fall – das Pferd folgte. © zm-sf

Erst kommt die Theorie, dann die praktische Arbeit mit dem Pferd. © Pferdecoaching Eifel®
Auch bei dieser Übung geht es um Führungskompetenz: Das Pferd soll mit den Vorderläufen über das Hindernis gehen und dann stehen bleiben. © zm-sf
Im Anschluss an das praktische Training sieht sich der Teilnehmer in der Videoanalyse. © zm-sf

Die Effektivität von Pferdecoachings ist wissenschaftlich belegt. Grundsätzlich greifen tiergestützte Seminare auf die positiven Effekte der Mensch-Tier-Beziehung zurück. Die psychotherapeutische Arbeit mit Tieren kann emotional öffnend, stresssenkend und handlungsmotivierend wirken – und in der Folge ein leichtes, nachhaltiges Lernen fördern. Darauf basiert auch das pferdegestützte Coaching.

Da die Situation für die Teilnehmer neu und ungewohnt ist, bleibt wenig Raum für aufgesetztes oder einstudiertes Verhalten. Mithilfe von Videoaufnahmen, gezielten Fragestellungen, einem Feedback und der abschließenden Auswertung werden den Teilnehmern das Selbst- und das Fremdbild gespiegelt. Themen sind: delegieren, Entscheidungen treffen, Kommunikationsverhalten – oder ganz konkret: der sichere Umgang mit Angstpatienten. Dazu gibt es Übungen, bei denen es darum geht, dem Pferd Schutz zu vermitteln – beispielweise ruhig unter einer Plane durchzugehen. Pferde sind Fluchttiere, verspüren sie Unsicherheit, reagieren sie instinktiv und wollen sich in Sicherheit bringen – so wie es auch der Angstpatient möchte, aber nicht kann.

Kann ich gut führen?

Auch den Umgang mit „übergriffigen“ Patienten kann man mit Pferden üben. Die Fragen lauten dann: Wo lasse ich mir als Behandler die Zügel aus der Hand nehmen? Ab wann zwingt mich der Patient zum Beispiel zu einer wunscherfüllenden Behandlung? Der Zahnarzt kann mithilfe des Pferdes nachvollziehen, an welchem Punkt er resigniert, wann ihn das Pferd – respektive der Patient oder auch ein Familienmitglied (Kinder oder der Partner) – unterdrückt und die Führung übernimmt. Lernziel: So setze ich Grenzen richtig!

Schließlich kann man auch die Teamarbeit im Rahmen des pferdegestützten Coachings verbessern und sich selbst wie einzelne Kollegen in Achtsamkeit trainieren lassen. Oftmals äußern die Teilnehmer dann Sätze wie „Genauso fühle ich mich auch immer in der Praxis!“ oder „Du hast mich gar nicht gesehen, als du mit dem Pferd so dicht an mir vorbeigelaufen bist. Das ist immer so!“

Während man sich im Praxisalltag gewöhnlich nicht traut, heiße Eisen anzusprechen, kommen beim pferdegestützten Coaching diese Dinge auf den Tisch, schon allein weil eine anschließende Videoanalyse aktiv zum verbalen Feedback auffordert. Dafür werden vorab feste Regeln vereinbart. Auch Rollen (-bilder) im Team lassen sich im Rahmen des pferdegestützen Coachings ausmachen: Während der Übungen zeigt sich, wer gern zupackt, wer lieber im Hintergrund bleibt oder wer (auch) für die gute Stimmung im Team da sein kann.

Geritten wird übrigens nicht

Wer als Praxisinhaber einen „Gesichtsverlust“ fürchtet, sollte ein solches Training zunächst allein durchführen. Es könnten emotionale Aspekte ans Licht kommen, die Sie womöglich nicht mit dem Team teilen wollen. Bei einer vergleichsweise offenen Atmosphäre kann man sich aber auch gleich gemeinsam anmelden, so die Empfehlung. Ein weiterer Faktor bei dieser Entscheidung: die vorliegende Erfahrung. Viele Menschen haben Respekt vor Pferden. Reiter haben trotzdem keinen Vorteil. Geritten wird nämlich nicht. Am Ende geht freilich kein Teilnehmer als neuer Mensch aus dem Coaching nach Hause. Es handelt sich vielmehr um einen Anstoß. Was er daraus macht, ist jedem selbst überlassen. Vier Wochen später gibt es ein Nach-Coaching, um zu sehen, was sich seitdem getan hat.


Hintergrund

Pferde können menschliches Verhalten spiegeln. Ist man unsicher, geht das Tier nicht mehr weiter oder flieht sogar. Eine Bachelorarbeit zeigt jetzt anhand von 600 Interaktionen, dass Pferde nicht darauf trainiert sind, bei identischen Übungen schematisch zu reagieren, sondern sich von Mensch zu Mensch unterschiedlich verhalten.

Betreut wurde die Bachelorarbeit von der Psychologin Dr. Kathrin Schütz, die mit Zahnärztin Dr. Ursula Meyer Pferdegestützte Coachings in der Eifel, in Köln und in Bremen anbietet. Hier geht's zur unserem Porträt von Dr. Meyer in der Serie "Abseits der Praxis".





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