DMS V im Fokus: Entwicklung der häuslichen Mundhygiene

Was bei Patienten funktioniert

Bald wird es sowohl aus der Zahnerhaltung als auch aus der Parodontologie je eine Leitlinie zur Prävention der Haupterkrankungen der Zahnmedizin im häuslichen Setting geben. Die DMS V zeigt schon jetzt, welche Maßnahmen bei Patienten wirklich funktionieren.

Abbildung 1: Positive Entwicklungen bei der häuslichen Mundhygiene bei jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) und jüngeren Senioren (65- bis 74-Jährige) von 1997 bis 2014: Die Benutzung von Zahnseide, Zahnzwischenraumbürsten, Mundspüllösungen und elektrischen Zahnbürsten ist gestiegen. Quelle: IDZ

Im Juni 2016 veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) die erste Leitlinie zur Kariesprophylaxe bei bleibenden Zähnen. Als Basisprophylaxe soll Zahnpflege mindestens zweimal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta erfolgen, sodass eine möglichst vollständige Entfernung des Biofilms resultiert. Lassen sich Speisereste und Biofilm mit alleinigem Zähneputzen nicht ausreichend beseitigen, sollen zusätzlich Hilfsmittel zur Approximalraumhygiene verwendet werden. Insbesondere Patienten mit erhöhtem Kariesrisiko wird die Teilnahme an strukturierten Prophylaxeprogrammen empfohlen [Geurtsen et al., 2016].

Desgleichen hat die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG Paro) für dieses Jahr zwei Leitlinien zum chemischen Biofilmmanagement respektive zur mechanischen Biofilmkontrolle in der Prävention und Therapie parodontaler Erkrankungen angekündigt. Die Ergebnisse sind noch nicht bekannt. Daher darf man hilfsweise in den Leitfaden der Europäischen Föderation für Parodontologie (EFP) für die wirksame Prävention von Parodontalerkrankungen schauen [EFP, 2015].

Die beiden Empfehlungen sind nur bedingt deckungsgleich, was aus Sicht einer strikten Fächertrennung nicht überrascht. Angewendet werden sollen Leitlinien jedoch in der Praxis und hier auch von Patienten. In diesem Anwendungssetting erscheinen unterschiedliche Empfehlungen zur häuslichen Mundhygiene wenig hilfreich, gleichgerichtete Botschaften wären wünschenswert.

Interdentalraumbürsten versus Kaugummis

So wird in der Parodontologie die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume als entscheidende Maßnahme der Zahnpflege angesehen – in der Kariologie nicht. Dort kommen stattdessen Kaugummis zur Stimulation des Speichelflusses auf die Agenda – in der Parodontologie wiederum nicht. Dies dürften nicht die einzigen Unterschiede sein. Man darf gespannt sein, wie der niedergelassene Zahnarzt und die Patienten mit den konkurrierenden Leitlinien umgehen werden.

Leitlinienempfehlungen werden in der Regel aus hochwertigen (klinischen) Studien abgeleitet. Die Versorgungsforschung zeigt, dass sich diese Ergebnisse nicht unbedingt auf den (Versorgungs-)Alltag übertragen lassen.

Daher lohnt der Blick in die DMS V, die zeigt, welche Mundhygienemaßnahmen auf Bevölkerungsebene, also jenseits eines klinischen Studiensettings, funktionieren.


Alle Artikel zur DMS V

Bald wird es sowohl aus der Zahnerhaltung als auch aus der Parodontologie je eine Leitlinie zur Prävention der Haupterkrankungen der Zahnmedizin im häuslichen Setting geben. Die DMS V zeigt schon jetzt, welche Maßnahmen bei Patienten wirklich funktionieren.

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In der DMS V wurden bei den 12-jährigen Kindern neben Karies auch Molaren-Inzisiven-Hypomineralisationen (MIH) als entwicklungsbedingte Zahnhartsubstanzdefekte registriert. Damit liegen für Deutschland erstmals bevölkerungsrepräsentative Zahlen zur MIH vor.

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2013 war gut die Hälfte der Menschen mit einer schweren Behinderung in Deutschland über 65 Jahre alt. Überwiegend waren die Behinderungen durch Krankheit verursacht. Die bisherige Datenlage zur Mundgesundheit dieser Patientengruppe ist in Deutschland unbefriedigend. Daher lag es nahe, mit einer gesonderten Auswertung der DMS V weitere Informationen zur Mundgesundheit von Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Hier ist das Ergebnis.

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In Deutschland vollzieht sich ein enormer demografischer Wandel: Zum einen erreichen die Menschen ein höheres Alter, zum anderen nimmt der Anteil der Senioren aufgrund der sinkenden Geburtenrate kontinuierlich zu. Epidemiologische Daten zur Mundgesundheit der älteren Senioren sind deshalb für die Planung der zahnmedizinischen Versorgung unverzichtbar. Die DMS V umfasst erstmals die 75- bis 100-Jährigen – und zeigt, wie hoch das Präventionspotenzial in dieser Altersgruppe noch ist.

Mit dem Jahreswechsel beginnt das neue Begutachtungsverfahren in der Pflege – direkt betroffen von den Änderungen sind die Pflegebedürftigen, wie zum Beispiel Otto Krämer. Indirekt betroffen ist auch sein Zahnarzt. Denn nun stellt sich die Frage: Darf Otto Krämer noch eine Krankenfahrt verordnet bekommen? Ein Überblick über die Pflegereform anhand eines Fallbeispiels.

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Die DMS V zeigt für die Parodontitis eine erhebliche Morbiditätsdynamik. Auch für Karies beobachtet man in allen Altersgruppen einen nachhaltigen Trend zu mehr Zahngesundheit. Mit der Folge, dass die Menschen in Deutschland mehr mundgesunde Lebensjahre haben und sich die Krankheitslasten erst im höheren Alter verdichten. Dies ist insgesamt ein Indiz für Morbiditätskompression in der Zahnmedizin.

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Für den klinisch interessierten Parodontologen ergeben sich aus der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) zwei zentrale Erkenntnisse:Erstens, die parodontale Gesundheit in Deutschland nimmt deutlich zu und zweitens, schwere Parodontalerkrankungen haben sich halbiert. Der wissenschaftlich interessierte Parodontologe gewinnt eine weitere wichtige Einsicht: In der Vergangenheit wurde die Prävalenz durch das Partial-Mouth-Recording unterschätzt.

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Die Kariesentwicklung in Deutschland zeigt, dass ein stärker verbreitetes Verständnis von Mundgesundheit Früchte trägt. Denn die aktuelle Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) zeigt nun auch bei Erwachsenen einen deutlichen Kariesrückgang. Bei immer mehr Patienten heißt es: Gesund beginnt im Mund.

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Die Mundgesundheit der Deutschen weist Spitzenwerte auf, zeigt die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie. Jedoch haben pflegebedürftige Menschen mehr Karies und weniger eigene Zähne als Nicht-Pflegebedürftige. Und: Die Zahl der Parodontalerkrankungen nimmt zwar ab. Aber wegen der demografischen Entwicklung ist in den nächsten Jahren mit mehr Behandlungsbedarf zu rechnen. Die Kernergebnisse der Studie im Überblick.

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Drei Jahre hat das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) Menschen aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen befragt und untersucht: Jetzt wurde die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) – die größte repräsentative Erhebung zu den Zähnen der Deutschen – in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ergebnisse belegen: Die Zahnärzte beherrschen ihr Handwerk!

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