FDI-Generalversammlung in Madrid – der Input der deutschen Delegation

Die Stimme der Praktiker weltweit

In drei der fünf Ausschüsse arbeiten deutsche Delgierte mit: Zahnärztliche Praxis (Dental Practice), Education (Fortbildung) und Wissenschaft (Science). Wir haben nachgefragt, welche Stellungnahmen erarbeitet wurden, welchen Input die deutsche Delegation eingebracht hat und welche Bedeutung die Beschlüsse aus Sicht der deutschen Zahnmedizin haben. Hier die Antworten:

Dr. Michael Sereny, Hannover, Vorsitzender des Ausschusses Zahnärztliche Praxis (Dental Practice): 

Dr. Michael Sereny | Copyright: ZK Niedersachsen 

 Es ist für die Kollegenschaft in Deutschland wichtig, auf die Arbeit der FDI aktiv Einfluss zu nehmen, denn die FDI vertritt die Interessen der Zahnärzteschaft weltweit bei den großen internationalen Organisationen wie etwa der UN (WHO, UNEP, IAEA) oder der ISO (International Organisation for Standardization). Der Arbeit der FDI ist es etwa zu verdanken, dass das Minamata-Abkommen für Amalgam kein Verbot (phase out), sondern lediglich eine Reduzierung (phase down) vorsieht.

Der Ausschuss Dental Practice (DPC) der FDI ist mit sechs in eigener Praxis tätigen Zahnärzten besetzt, aus Armenien, China, Costa Rica, Frankreich, den USA und Deutschland und kann als die Stimme der Praktiker weltweit betrachtet werden.

Vier der in Madrid verabschiedeten Stellungnahmen wurden vom DPC erarbeitet: „Zahnärztliche Praxis und Kostenerstatter“, „Qualität in der Zahnmedizin“, „Umweltschutz in der Zahnmedizin“ und „Werbung in der Zahnmedizin“ – alles Themen, die auch in Deutschland aktuell und wichtig sind. Aktive Mitarbeit bei der Erstellung dieser weltweit beachteten Stellungnahmen gewährleistet, dass diese hilfreich, in wenigen Fällen aber wenigstens nicht negativ für unsere standespolitische Arbeit in Deutschland sind.

Diskutiert haben wir im Ausschuss auch ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsprogramm zum Strahlenschutz in der Zahnmedizin, das die Internationale Atomenergie Organisation (IAEA) gerade vorbereitet. Ausgearbeitet von Wissenschaftlern war es doch notwendig, einige Passagen aus der Sicht der Praktiker kritisch zu kommentieren und konkrete Änderungen vorzuschlagen.

Dr. Jürgen Fedderwitz, Wiesbaden, wurde in Madrid zum Vorsitzenden des Fortbildungsausschusses (Education Committee) ernannt. Zuvor war er als stellvertretender Vorsitzender aktiv: 

Dr. Jürgen Fedderwitz | Copyright: KZBV-Axentis.de

 Im Education Committee (EC) ist es schwierig, nationale Interessen vorrangig durchzusetzen. Hauptaufgabe ist es, neben der Sicherstellung kontinuierlicher Fortbildungsprogramme in der Dritten Welt und in Schwellenländern die jährlichen Weltkongresse vorzubereiten. 75 Prozent der Referenten werden von den lokalen Organisatoren ausgewählt und eingeladen, 25 Prozent vom EC. Natürlich spricht man sich mit den lokalen Organisatoren ab. Die circa 40 internationalen Referenten, die auch von der FDI bezahlt werden, sollten schon in der internationalen Fachwelt renommiert sein. Gern versuche ich dabei, deutsche Wissenschaftler, möglichst auch jüngere, „unterzubringen“. Das ist mir, glaube ich, nicht nur in den vergangenen Jahren für Bangkok und Poznan gelungen, sondern auch jetzt in Madrid. Und für Buenos Aires in 2018 sieht es auch ganz gut aus. Jedes Mitglied im Ausschuss macht zu den einzelnen Themenblöcken Vorschläge, anschließend gibt es ein internes Ranking. Da sind dann leider nicht so oft deutsche Kollegen vorn.

Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer:

Dr. Peter Engel | Copyright: BZÄK-Axentis.de

 Die deutsche Delegation unter Leitung der BZÄK hat viel erreicht. Wir haben ein Thema von Weltrang dort verortet, wo es hingehört – und an die aktuelle Tagespolitik angeknüpft: die Bekämpfung von Fluchtursachen.

Die Lebensbedingungen vor Ort einschließlich der gesundheitlichen Versorgung müssen verbessert werden: Wir Zahnärzte können dies innerhalb unseres Tätigkeitsfelds u. a. dadurch bewirken, indem kein zahnärztliches Hilfspersonal aus Drittstaaten abgeworben wird und indem wir helfen, die Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern zu verbessern. Dieser Impuls von uns floss in den FDI-Strategieplan 2018 bis 2021 ein.

Ansonsten haben die Vertreter in den Ausschüssen bei den Stellungnahmen der FDI darauf geachtet, dass der deutsche Blickwinkel immer berücksichtigt wird. Denn die vielen kleinen To-dos, die täglich in der Praxis anfallen, müssen für unsere Zahnärzte schlank leistbar sein.

Prof. Dr. Reinhard Hickel, München, ist im ständigen Ausschuss Wissenschaft (Science) aktiv und leitet das neue Dental Material Task Team: 

Prof. Dr. Reinhard Hickel | Copyright: privat

Der Wissenschaftsausschuss (Science Committee) bereitet sogenannte Policy Statements (PS) für die Generalversammlung (GA) vor. Bei der Jahrestagung werden dann diese Statements offen diskutiert und von der GA verabschiedet. In diesem Jahr wurden u. a. Statements zu CAD/CAM und zur Schmerzbehandlung verabschiedet.

In Madrid hat das Dental Material Task Team der FDI Statements zur Gefahr durch Nanopartikel für Zahnarzt/Personal und Patient sowie zum „Amalgam phase down“ der WHO bearbeitet, die im nächsten Jahr nach vorheriger Diskussion mit allen nationalen Verbänden/Kammern verabschiedet werden sollen.

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