Aus der MKG-Chirurgie

Beidseitige Ankylose der Kiefergelenke

Nach einem Sturz aus vier Metern Höhe konnte ein 22-jähriger Mann seinen

Mund nicht mehr öffnen. Durch die Behandlung mittels individuell gefertigter

totaler Kiefergelenkprothesen und nachfolgender intensiver Physiotherapie

wurde die Mundöffnung schließlich wiederhergestellt.

Nach einem Sturz aus vier Metern Höhe konnte der Patient den Mund nicht mehr öffnen. Hell et al

Der Patient hatte sich infolge des Sturzes folgende Verletzungen zugezogen: distale Femurschaft- und Femurhalsfraktur rechts, Patellafraktur rechts, Steißbeinfraktur, Mediastinalemphysem, Belüftungsstörung der Lunge, ausgedehnte Weichteilverletzungen im Gesichtsbereich, Zahnluxationen, -avulsionen und -frakturen, komplexe Frakturen im Mittelgesicht, Trümmerfrakturen insbesondere der Kinnregion und der Kiefergelenke beidseits mit Luxationen im Kiefergelenk beidseits sowie eine Fraktur der Fossa articularis links.

In der Folge entwickelte sich binnen fünf Monaten eine absolute Mundöffnungsbehinderung. Die SKD betrug null Millimeter. Passend zur klinischen Symptomatik zeigten sich radiologisch die Zeichen einer knöchernen Ankylose der Kiefergelenke beidseits Typ III nach Sawhney [1986] (Abbildung 1a bis 1d).

Vorgeschlagen wurde dem Patienten der totale Gelenkersatz beidseits – mit auf Basis der CT-Daten individuell erstellten Fossa-Komponenten aus einem speziellen Kunststoff (Ultra High Molecular Weight Polyethylene) und individuellen Gelenkkopfprothesen aus einer titanbeschichteten Chrom-Kobalt-Legierung (Biomet Microfixation Inc., Vertrieb Zimmer Biomet Deutschland GmbH). Der Patient und seine Angehörigen wurden in intensiven Gesprächen über die Vorteile und Risiken des Eingriffs aufgeklärt.

Nach Akzeptanz des Behandlungsplans wurden die TEPs (Totalendoprothesen) beidseits über jeweils einen präaurikulären und einen retromandibulären Zugang implantiert. Diese Prothesen wurden mit Schrauben – mit exakt am CT-Datensatz definierten Schraubenlängen – fixiert. Bei der Planung der Schraubenpositionierung wurde der Verlauf des N. alveolaris inferior berücksichtigt und der Nerv geschont.

Vor der definitiven Fixierung der Prothesen wurden Dummys als Test eingesetzt, um eine optimale Positionierung der passgenauen finalen Prothesen zu erreichen (Abbildung 2 bis 9). Abbildung 10a und 10b zeigen die postoperative Röntgenkontrolle.

Abbildung 1a: OPG drei Monate posttraumatisch: Zustand nach Primärversorgung eines polytraumatisierten Patienten, Osteosynthesematerialien in situ, völlig diffuse Sklerosierungen der Kiefergelenkregion beidseits.

Abbildung 1b: CT drei Monate nach Trauma: knöcherne Ankylose beidseits. Die Pfeile zeigen die ossäre Verbindung zwischen Ramus mandibulae und Fossa articularis.

Abbildung 1c: Rechtes Kiefergelenk: weit -streckige Ossifikation des Gelenkspalts (Pfeil) 

Abbildung 1d: Linkes Kiefergelenk: zusätzlich zur Ossifikation des Gelenkspalts deutliche Deformation der Strukturen 

Am zweiten postoperativen Tag begann eine intensive Physiotherapie. Bereits fünf Wochen später betrug die maximale Mundöffnung aktiv 26 mm (Abbildung 11), passiv 32 mm. Nach der Stabilisierung einer individuell maximalen Mundöffnung ist die dentale Sanierung geplant, an die bislang situationsbedingt in keiner Weise zu denken war.

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