Gesellschaft

„Malo e lelei“ – Post aus Tonga

Zwei Greifswalder Zahnmedizinstudentinnen aus dem 9. Semester famulierten im Königreich Tonga. Ihr Bericht über ungewöhnliche Schönheitsideale, die spezielle erste Anamnesefrage und tropenparadiesische Gastfreundschaft.

Das Königreich Tonga ist ein Inselstaat Polynesiens, bestehend aus über 170 Inseln, wobei 36 davon bewohnt sind. Alle Fotos: privat

„Malo e lelei“ (= Hallo), wir sind Ly und Natalia, zwei Zahnmedizinstudentinnen aus Greifswald im letzten Studienjahr. Interesse am Auslandspraktikum hatten wir schon lange, so begannen wir etwa ein Jahr vorher mit der Recherche und Organisation. Dafür haben wir in den vielen Famulaturberichten des Zahnmedizinischen Austauschdienstes (ZAD) gelesen. Uns war es wichtig einen Ort zu finden, der weiter weg von zu Hause ist, der uns andere zahnmedizinische Fälle zeigt, als wie wir sie in Deutschland kennen, einen Ort eben, der uns auch persönlich herausfordert. Wir haben Wert darauf gelegt, dass wir dort selbst praktisch tätig sein dürfen. Es sollte natürlich auch ein Ort sein, wo es wärmer ist und wir neben dem Produktivsein auch etwas Urlaub machen können. Das grenzte die Auswahl ein, und der sehr unkomplizierte Kontakt zu Dr. Amanaki, übrigens dem einzigen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen in ganz Tonga, führte uns letztendlich in die Südsee.

Ly Cao (l.), 23 Jahre alt, aus Berlin und Natalia Strojny, 25, aus Moers studieren Zahnmedizin an der Universität Greifswald im 9. Semester und famulierten jüngst im Königreich Tonga. 

Die Anreise kostete uns 45 Stunden!

Das Königreich Tonga ist ein Inselstaat Polynesiens, bestehend aus über 170 Inseln, wobei 36 davon bewohnt sind. Man hat eine bessere Vorstellung davon, wo es liegt, wenn wir das folgendermaßen beschreiben: östlich von Australien (ca. 5.100 km) und Fidschi (770 km), südlich von Samoa (750 km) und nördlich von Neuseeland (2.400 km). Es liegt tatsächlich am „anderen Ende der Welt“!
Unsere Anreise startete in Düsseldorf, ging über Abu Dhabi nach Hongkong, über Auckland nach Tonga und kostete uns 45 Stunden. Die Zeit geht hier auch noch 11 Stunden vor! Zugegeben, die Anreise war ein großes Ding, zum Glück waren wir zu zweit. Aber wir hielten uns immer vor Augen: traumhafte weiße Strände, unglaublich klares Wasser, Palmen und Kokosnüsse, die freundlichsten Menschen der Welt – ein Tropenparadies eben.
Um 23 Uhr am Flughafen der Haupt-insel Tongatapu angekommen, fröhlich empfangen von einheimischen Straßenmusikern, suchten wir nach unserem Fahrer – vergeblich! Wir hatten eigentlich ganz organisiert einen Airport-Transfer bestellt, aber die vom Hostel hatten unsere Ankunft einfach vergessen. Und es blieb nicht bei diesem einen Mal – so entspannt sind die Menschen hier! Frei nach dem Motto „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe stets auf morgen!“ Man hat den Eindruck, die Menschen hier laufen auch langsamer. Oder die Zeit vergeht langsamer. Bei der Suche fiel uns direkt auf, dass das Schönheitsideal der Tonganer fülliger, moppeliger, dicker zu sein scheint.
Wir hatten drei Tage bis zum Start des Praktikums – und fanden schnell heraus, dass der Zuckerkonsum hier sehr hoch ist und die modernen U.S.-Supermärkte mit viel Dosenessen ziemlich beliebt sind. Genauso wie die panierten Chicken Wings mit Pommes beziehungsweise der Maniokwurzel vom Chinesen an jeder Ecke. Die bekommt man im Vergleich zu frischem Gemüse und Obst vom Markt aber leider auch sehr günstig.
In den ersten drei Tagen bestätigte sich auch der Ruf der Insel als „Freundschaftsinsel“, denn wir trafen so viele nette und aufgeschlossene Menschen, super freundlich und offen für Gespräche, Menschen die so gerne lachen! Dabei entdeckten wir ein zweites Schönheitsideal, das fast jeder Dritte trägt: „gold teeth“. Das ist Zahnschmuck, vor allem an den Frontzähnen aus verschiedenen Goldlegierungen in diversen Formen: Voll-/Teilkronen, Inlays, Veneers, Käppchen, die nur die zervikale oder die inzisale Vestibularfläche schmücken, Dazzler oder Twinkles als Stern oder Halbmond.

Wir beide am Flughafen Düsseldorf. Los geht‘s nach Tonga. In den schwarzen Paketen sind die Spenden für die Zahnkliniken, die wir von deutschen Dentalfirmen bekommen haben.

Da es auf dem Markt nur Gemüse gab, dachten wir, dass wir abnehmen. Dann haben wir die riesengroßen Portionen entdeckt, die es fast an jeder Ecke für umgerechnet drei Euro zu kaufen gibt. Super lecker!

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