Die okklusale Konzeption – ein individuelles Praxiskonzept

Nie wieder Chipping!

Fotos: Diether Reusch

 

5. Definitive Versorgung der Frontzähne

Im Oberkiefer werden die Zähne 13 bis 23 für die Versorgung mittels minimalinvasiver e.max-press-Teilkronen präpariert. Die 0,5 mm Tiefenmarkierungen im Bereich der Facialflächen werden durch das aufgeklebte Mock-up präpariert. Dies bedeutet, dass der am Zahn notwendige Substanzabtrag sich auf den oberflächlichen Schmelzbereich beschränkt. Um die Frontzahnführung abzuflachen, werden die Palatinalflächen bis oberhalb der Tubercula präpariert (Abbildungen 9a und b).

Im Bereich der Unterkiefer-Frontzähne 33 – 43 wird der Zahnschmelz bei der Präparation um 0,3 mm abgetragen (Abbildungen 10a und b). Die vorbereiteten Silikonschlüssel – angefertigt auf dem Duplikatmodell der Diagnosewachsung – werden mit Hydrocolloid oder nach Behandlung mit Separierspray mit einem dünnfließenden Abformmaterial gefüllt. Nach Erhärten werden die Schlüssel abgenommen, das Abformmaterial verbleibt auf den präparierten Stümpfen. Dies ermöglicht eine exakte Überprüfung des Abtrags. So ist gesichert, dass wir dem Zahntechniker die notwendige Schichtstärke zur Herstellung der Teilkrone generieren.

Abbildungen 10a,b : Präparation Unterkiefer-Front | Diether Reusch

6. Wax-up

Nach Abformung, Modellherstellung und Artikulatormontage wird im Dentallabor ein Wax-up aus zahnfarbenem Wachs (Schuler Dental/Benzer Dental) hergestellt. Die Zahnformen werden jetzt bis ins kleinste Detail festgelegt (Abbildung 11).

Abbildung 11: Wax-up Oberkiefer | Diether Reusch

Zusammen mit dem Zahntechniker werden am Patienten Funktion, Form, Stellung und die Phonetik überprüft. Wo notwendig, werden Korrekturen vorgenommen. Die phonetische Überprüfung wird mittels Smartphone zwecks Dokumentation aufgenommen.

 Nach einer Rohbrandanprobe werden die e.max-press-Teilkronen coloriert und glasiert. Da bei der Coloriertechnik das ästhetische Ergebnis hervorragend ist, arbeiten wir mittlerweile nicht nur bei bruxierenden Patienten monolithisch, sondern auch bei Patienten ohne parafunktionelle Aktivität. Die Gefahr von Chipping besteht so gut wie nicht mehr, da eine Biegefestigkeit von 500 MPa gegeben ist.

Die Teilkronen weisen eine Stärke zwischen 0,3 und 0,5 mm auf. Sie werden mittels Ätztechnik (Adhese Universal, Variolink, Monobond Etch & Prime von Ivoclar Vivadent) eingegliedert (Abbildung 12).

Abbildung 12: Teilkronen aus e.max press | Diether Reusch

Der komplette Unterkiefer und die Frontzähne des Oberkiefers sind jetzt definitiv versorgt. Die Seitenzähne des Oberkiefers tragen noch eine temporäre Behandlungsrestauration. Dies lässt, falls notwendig, noch kleinere Korrekturen zu.

7. Referenz-Funktionswachs

Nach Abformung, Modellherstellung und Artikulatormontage werden die Oberkiefer-Seitenzähne mittels Referenz-Funktionswachs aufgewachst (Re-Fu-Wachs, ADS). Dieses Wachs ist so hart, dass man nach Eingliederung am Patienten die Auftreffpunkte der statischen Okklusion mittels Shimstock-Folie prüfen kann.

Bei Mundtemperatur wird das Wachs zähplastisch. Der Patient bewegt jetzt unter Kraftschluss bei unterschiedlichen Kopfpositionen den Unterkiefer in alle Richtungen. Falls Interferenzen vorhanden sind, werden sich diese im Wachs abzeichnen (Abbildung 13). Meist sind es nur kleine Störstellen, die vom Techniker korrigiert werden. Die Kronen aus Refu-Wachs werden eingebettet und in Lithium-Disilikat gepresst.

Abbildung 13 : ReFu-Wachs | Diether Reusch 

8. Rohbrandanprobe, Glasurbrand

Bei der Rohbrandanprobe am Patienten wird nochmals mittels Kerr Occlusal Indicator Wax (Kavo Kerr) überprüft, ob Interferenzen vorhanden sind. Ist dies der Fall, so werden diese Interferenzen vom Techniker unter Zuhilfenahme des Indicator Wax korrigiert. Es folgt der Glasurbrand (Abbildung 14).

Abbildung 14 : Rohbrand mit Kerr Occlusal Indicator Wax | Diether Reusch

9. Die Kronen werden adäsiv befestigt. 

Da die Seitenzahnkronen in diesem Fall eine Stärke von mehr als 0,8 mm aufweisen, bestünde auch die Möglichkeit, sie konventionell mit Glasionomer-Zement zu befestigen.

Wie zu sehen, ist es möglich, auch bei geringer Schneidezahn-, Eckzahnführung durch wohlüberlegte Platzierung der Höcker und der Einschnitte eine unmittelbare Disklusion bei exzentrischen Bewegungen zu gewährleisten (Abbildungen 15a und b).

Abbildung 15a: Rehabilitation in Laterotrusion | Diether Reusch

 

 

Abbildung 15b: Rehabilitation in Laterotrusion | Diether Reusch

10. Brux-Checkerfolie zeigt Interferenzen

Die zur Kontrolle für 1 bis 2 Nächte eingegliederte Brux-Checker-Folie zeigt die hohe Präzision, die möglich wird bei einem Vorgehen in überschaubaren Teilschritten. 

Für uns am Behandlungsstuhl nicht feststellbare Interferenzen, die aber beim bruxierenden Patienten in der Nacht, auftreten, werden mittels Brux-Checkerfolie aufgedeckt, was minimalistische Korrekturen ermöglicht (Abbildung 16).

Abbildung 16: Brux-Checker-Folie | Diether Reusch

11. Aufbissschiene

Unser Behandlungskonzept beinhaltet, dass bruxierende Patienten in Stressphasen in der Nacht eine Aufbissschiene tragen.

Fazit

Diese Fallvorstellung zeigt auf, dass eine komplexe Rehabilitation durch wohlüberlegte Aufteilung in überschaubare Teilschritte zielsicher mit gutem, vorausplanbarem Erfolg durchgeführt werden kann. Es wird dargelegt, dass zum Erzielen einer unmittelbaren Disklusion bei exzentrischen Bewegungen nicht die Schneidezahn-Eckzahnführung primär ist – eine vorausgeplante Höcker- und Einschnittplatzierung ist von ebenso hoher Wichtigkeit.

Dr. Diether Reusch
ZA Jan Strüder

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56457 Westerburg
info@westerburgerkontakte.de

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