Famulaturen im Ausland

Kambodscha, Cookinseln, Myanmar...

Studierende der Zahnmedizin zieht es für eine Famulatur in die ganze Welt. Der Zahnarzt Tobias Bauer war schon bei vielen Hilfseinsätzen dabei – und gründete das Netzwerk „Dental International Aid Networking (Diano)“. Hier gibt er einen Überblick, welche Hilfsorganisationen Famulanten mitnehmen und wer welche Weltregion abdeckt.

Nina Sickenberger (l.) und Anja Stegele für „Planet Action – Helfende Hände“ bei ihrer Famulatur in Madagaskar 2016. Planet Action e.V.

Seit 2016 hat sich die Zahl der Auslandsfamulaturen von Zahnmedizinstudierenden mehr als verdoppelt, auch für 2018 zeichnet sich ein Rekord ab: Waren es 2017 schon über 120 angemeldete Auslandsaufenthalte, so dürften es laut Zahnmedizinischem Austauschdienst (ZAD) im Jahr 2018 über 173 Anträge für einen Auslandsaufenthalt werden. Dies darf uneingeschränkt als ein positives Signal gewertet werden, allein schon deshalb, weil es eine große Bereitschaft für den Freiwilligendienst dokumentiert. 

Gründe für die deutliche Zunahme der (ausländischen) Famlaturen gibt es mehrere: Zum einen spricht es sich immer mehr herum, dass sich ein Auslandseinsatz fachlich wirklich lohnt, zum anderen berichten die „Heimkehrer“ durchweg über positive Eindrücke. Dass man auf den Reisen „nebenbei“ auch fremde Gegenden und Kulturen kennenlernt, vor allem in Regionen, wo man sonst „kaum hinkommt“, dürfte ein weiterer wichtiger Grund sein. 

„Zahnärzte ohne Grenzen“ (Dentists without Limits Foundation, DWLF) in der Mongolei | DWLF-Rohr

Doch die Zunahme der (ausländischen) Famulaturen dürfte auch an der deutlich verbesserten Darstellung des Themas in der zahnärztlichen Öffentlichkeit liegen. So wurde diesem Thema zuletzt – etwa beim deutschen Zahnärztetag – ein breiter Raum eingeräumt: Gleich ein halbes Dutzend Organisationen konnte sich im Rahmen des Studententags im Jahr 2016 vorstellen.

Diese Vorstellung bot ein durchaus repräsentatives Bild der bevorzugten Regionen: So waren Organisationen aus Süd- und Mittelamerika sowie aus Afrika und Asien vertreten. Und in genau diese Regionen zieht es die meisten Freiwilligen. 

Fast alle Heimkehrer schwärmen

Ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht der ferne Osten: Kambodscha, die Cookinseln, aber auch Indien und die Mongolei, sowie immer wieder Myanmar, wobei letzteres – quasi exklusiv – von der Uni in Witten/Herdecke bedient wird. Kambodscha hat sich erst in den letzten Jahren zu einem besonderen Ziel entwickelt, nicht zuletzt dank „Mini Molars Cambodia e. V.”, einer in Hamburg ansässigen Deutsch-Kambodschanischen Organisation. Hier steht die Zusammenarbeit mit verschiedenen Kliniken im Großraum der Hauptstadt Phnom Phen sowie mit verschiedenen Waisenhäusern im Vordergrund. Zudem fährt der Verein mit mobilen Behandlungseinheiten in die Slums von Kambodscha. Nach Eigenangaben wird der Verein 2018 etwa 7.500 Kinder behandeln. 

Gleich mehrere Organisationen sind in Indien aktiv – Platz gäbe es sicherlich nochmals für ein weiteres Dutzend. Klar bevorzugt werden dabei die Bergregionen des Himalaya, und dabei vordergründig das Ladakh. Bei einem Verhältnis von 200.000 Einwohnern pro Zahnarzt lässt sich der Bedarf an Hilfsmissionen kaum besser darstellen. Von Deutschland aus ist hier etwa die Organisation „Ladakhpartners-Partnership Local Doctors e. V.“ aktiv. Zudem betreut die Organisation der europäischen Zahnmedizinstudenten zwei Projekte: das „Amchi Smiles“- sowie das „Pamoja“-Projekt. 

Das „Amchi-Smiles“-Programm für die Region Ladakh in Indien ist eine Adaption des WHO/UNICEF-Programms „Fit für die Schule“, bei dem einmal täglich Händewaschen und Zähneputzen in der Schule überwacht werden. Das „Pamoja“-Projekt wurde von den Studierenden aus den Erfahrungen mit „Amchi Smiles“ selbst entwickelt – mit dem Ziel, „den Massai im Norden Tansanias zu einer Verbesserung der Mundgesundheit zu verhelfen“.

Im Ladakh, das liegt im indischen Teil des Himalayas und zwar in den Bundesstaaten Jammu und Kaschmir, ist ebenfalls der Verein „Ladakhpartners-Partnership Local“ aktiv. 

Ein Auslandseinsatz lohnt sich immer

Bereits routiniert läuft das Mongolei-Programm der Stiftung „Zahnärzte ohne Grenzen“ (Dentists without Limits Foundation) ab, die meist mit großen Gruppen ein umfangreiches Programm in diesem zentralasiatischen Staat absolvieren. Diese Organisation ist zudem auf den Kapverdischen Inseln aktiv, und im südlichen Afrika.

Ebenfalls sehr hoch im Kurs steht eine Famulatur auf den Cookinseln. Dieses gut 16.000 Kilometer entfernte Südseeparadies gehört zu den beliebtesten Reisezielen der Zahnmedizinstudierenden. Die von Famulanten bevorzugten Länder in Afrika sind Kenia, Tansania, Malawi und die Insel Madagaskar. Vor allem zwei Organisationen sind hier besonders aktiv: die „Dentists for Africa“ und „Planet Action-Helfende Hände e. V.“.  

Mit „Dentists for Africa“ in Nyabondo, Kenia | Dentist for Africa

In Südamerika zieht es die Freiwilligen besonders häufig nach Brasilien, aber auch in die Andenstaaten Ecuador und Peru, wobei die Projekte in den letztgenannten Ländern vom Förderkreis „Clinica Santa Maria e. V.“ betreut werden. Für Brasilien schließlich nimmt die Landeszahnärztekammer Bayern über das „Zahnärztliche Hilfsprojekt Brasilien e. V.“ Anfragen entgegen.

In Asien (Philippinen, Thailand) genauso zu Hause wie in Afrika (Tansania, Uganda) und in Lateinamerika (Costa Rica, Peru) sind die „Dental Volunteers e. V.“. Und schließlich in der Karibik, und zwar gleich auf mehreren Inseln wie Haiti, Jamaika und Kuba, ist DIANO, ein zahnärztliches Netzwerk für Hilfsprojekte in der Karibik, aktiv. 

Tobias Bauer ist Zahnarzt aus Singen und Gründer der Dental International Aid Networking Organisation (DIANO). 

Anlaufstellen

  • Für Interessierte bietet sich als erste Anlaufstation der „Zahnmedizinische Austauschdienst e. V.“ in Bonn an.

Tel.: 0228/855744
Mail: zad@fvdz.de
Web: www.zad-online.com

  • Weitere Adressen im Netz:
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