ZFA-Azubis 2018

Ohne sie läuft gar nichts

Sie müssen mit Menschen können, sollten technisch aufgeschlossen sein und dürfen nicht zwei linke Hände besitzen. ZFA sind das Aushängeschild der Praxis. Gute Kräfte zu finden, ist dementsprechend schwierig, zumal der Arbeitsmarkt wie leergefegt ist. Wer kompetente Mitarbeiter sucht, bildet daher am besten selber aus – die Kammern helfen dabei.

iStockphoto.com – Zinkevych

Nur wenige Berufe sind für junge Leute so gut zugänglich wie der der ZFA: Etwa 31 Prozent der Azubis starten ohne formalen Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss. Das ist die höchste Quote verglichen mit anderen Ausbildungen in den freien Berufen wie Medizinische Fachangestellte (MFA, 17 Prozent) und Tiermedizinische Fachangestellte (TFA, 3,6 Prozent). Rund 60 Prozent der ZFA-Azubis haben einen Realschulabschluss, 10 Prozent Abitur oder Fachabi. 

Dass die Ausbildung auch gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht, zeigen diese Zahlen: Im vergangenen Jahr ließen sich 7.101 junge Menschen mit Migrationshintergrund zur ZFA ausbilden, weitere 2.838 unterschrieben 2016 den Vertrag. Damit ist der Beruf beliebter als die Lehre zum Kraftfahrzeugmechatroniker oder die zum Verkäufer, die Rang 2 und 3 einnehmen. Fast jede sechste weibliche ausländische Auszubildende entscheidet sich für diesen Job. Die Zahnärzteschaft bietet somit jungen Leuten mit einem niedrigeren Schulabschluss oder/und Migrationshintergrund einen Zugang zu einem verantwortungsvollen, abwechslungsreichen und krisensicheren Arbeitsbereich. 

Der Job – krisensicherer und mit Verantwortung

Zum Stichtag 30. September 2018 starteten gut 6,5 Prozent mehr junge Frauen und Männer als 2017 eine Ausbildung zur ZFA. Mit rund 14.000 neuen Ausbildungsverträgen ist das die höchste Azubi-Zahl seit über elf Jahren. Damit wird das in den Jahren 2010 bis 2017 erreichte Niveau von neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen für ZFA in diesem Jahr bestätigt. 

Im laufenden Jahr gab es die höchste Azubi-Zahl seit 2004. | Quelle: Landes- und Bezirks-Zahnärztekammern

„Das ist die höchste Azubi-Zahl seit 2004. Diese Zahlen sind eine Bestätigung für die hervorragende Ausbildungsleistung, die die Kolleginnen und Kollegen Tag für Tag in ihren Praxen erbringen und ein Zeichen, dass die Maßnahmen der Landeszahnärztekammern zur Fachkräftesicherung greifen“, bilanziert Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekmmer (BZÄK). „Sie belegen außerdem, wie attraktiv die ZFA-Ausbildung nach wie vor für junge Leute ist. Trotzdem werden wir uns vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs in Deutschland weiterhin für die Attraktivität des Berufsbildes ZFA engagieren müssen.“ 

Karrierechancen am Stuhl und im Büro

In den einzelnen Kammerbereichen variieren die Zahlen der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um den Gesamtdurchschnitt. Deutliche Zugewinne finden sich etwa in Nordrhein, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Bis auf geringfügige Rückgänge in Hamburg und Sachsen erweisen sich die Zahlen der neuen Ausbildungsverhältnisse damit als äußerst robust (Tab. 1). 

Ausruhen kann sich die Zahnärzteschaft auf diesen Zahlen aber nicht, denn der demografische Wandel führt zunehmend zu weniger Bewerberinnen, um die sich eine gleichbleibend hohe Zahl mittelständischer Betrieben bemüht: „Obwohl im Bundesdurchschnitt die Zahl der Azubis im Vergleich zum Vorjahr steigt, müssen wir attraktive Rahmenbedingungen inklusive einer angemessenen Vergütung für das Praxispersonal sicherstellen“, unterstreicht D.M.D./Univ. of Florida Henner Bunke, Vorstandsreferent der BZÄK für den ZFA-Bereich und Präsident der Zahnärztekammer Niedersachsen. „Der zahnmedizinische Bereich steht nicht nur mit vielen anderen Ausbildungsberufen im Wettbewerb, sondern auch mit der akademischen Ausbildung an Fach- und Hochschulen.“ 

Die Zahnärztekammern beraten deshalb ausbildungswillige Praxen – etwa bei der Vertragsgestaltung, bei Ausbildungsinhalten, bei arbeitsrechtlichen Fragen, bei der schulischen Ausbildung oder bei Prüfungsangelegenheiten. Die zuständigen Stellen sind auch mit Broschüren und Flyern sowie an Tagen der offenen Tür in Schulen und auf Berufsbildungsmessen präsent, um für die Praxen zu werben. Viele Kammern haben im vergangenen Jahr darüber hinaus Ausbildungskampagnen gestartet, die die Vielseitigkeit des Berufs ZFA für junge Menschen beleuchten. Ausbildungskampagnen sind wichtig, denn sie vermitteln den Schülerinnen und Schülern Informationen zum Ausbildungsberuf und bilden eine Basis für die Berufswahl. 

Ein weiterer wesentlicher Aspekt, um motivierte und leistungsbereite Mitarbeiter zu gewinnen, sind die Karrierechancen: Durch das Kammersystem wird der gesamte Qualifikationsbereich der ZFA gestärkt. ZFA können sich zur Zahnmedizinischen Prophylaxe-, Fach- oder Verwaltungsassistentin (ZMP, ZMF, ZMV) bis zur Dentalhygienikerin (DH) fortbilden – und so Schritt halten mit den zahnmedizinischen und -technischen Entwicklungen in den Praxen. Unterstützt wird dies durch die von den Zahnärztekammern und ihren Fortbildungsinstituten angebotenen Aufstiegsfortbildungen.

2017 wurden laut Statistischem Jahrbuch der BZÄK 767 erfolgreiche Prüfungen zur ZMP, 569 zur ZMV, 225 zur ZMF und 105 zur DH abgelegt. Ablesbar ist, dass insbesondere die Fortbildung zur ZMP immer beliebter wird. Die Zahl der jährlich erfolgreich abgelegten Prüfungen ist dabei auf hohem Niveau stabil. Bunke: „Mit der Ausbildung erwerben Mitarbeiter ein gutes Fundament an Wissen für ihren Beruf. Die sich wandelnden Behandlungsmethoden und -materialien, die umfangreichen neuen Verordnungen durch den Gesetzgeber und die Neuerungen durch die Wissenschaft erfordern es, immer auf dem Laufenden zu bleiben. Also beginnt das Weiterlernen bereits am Tag nach der Abschlussprüfung. Deshalb empfehle ich den ehemaligen Auszubildenden, immer neugierig zu bleiben.“

Die perfekte ZFA muss man selbst ausbilden

Wir Zahnärzte brauchen qualifiziertes Fachpersonal, um den Patienten eine gute Zahnheilkunde bieten zu können. Da aber der Arbeitsmarkt – bekanntlich – ziemlich leergefegt ist, empfiehlt es sich, für qualifiziertes Fachpersonal selbst zu sorgen und Ausbildungsplätze für die vorhandenen Schulabgänger zu schaffen. Nicht zuletzt sind gut ausgebildete und motivierte ZFA ein Aushängeschild der Zahnarztpraxis. Mit Blick auf die Ausbildung gilt allgemein immer noch: Werbung für den Beruf kann langfristig nur erfolgreich sein, wenn der Beruf auch Spaß macht. Bester Multiplikator für den Beruf ist und bleibt also die ZFA selbst.

Dr. Sebastian Ziller MPH,
Leiter der Abt. Prävention und Gesundheitsförderung der BZÄK
Chausseestr. 13, 10115 Berlin

Der BZÄK-Vorstand hat Mitte 2018 eine Studie zur Berufs- und Arbeitszufriedenheit der ZFA in Auftrag gegeben, um praxisorientierte Empfehlungen für eine Verbesserung der Ausbildungsqualität zu erarbeiten. Erste Ergebnisse werden im Herbst 2019 erwartet.

31.686 ZFA-Azubis

Zum Stichtag 31. Dezember 2017 absolvierten bundesweit 1.323.894 junge Erwachsene eine duale berufliche Ausbildung, darunter 112.140 innerhalb der Freien Berufe. 31.686 Frauen und Männer durchliefen eine Ausbildung zum/r ZFA. 

Zum aktuellen Ausbildungsjahr 2018/2019 wurden zwischen dem 1. Oktober 2017 und dem 30. September 2018 bei den Freien Berufen 46.762 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – ein Plus von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den alten Bundesländern kletterte die Zahl um 4,2 Prozent, in den neuen um 3,1 Prozent. Lehrstellen bei Heilberufen sind dabei besonders gefragt. Nach wie vor zählt die Ausbildung zum/r ZFA mit einem Frauenanteil von 98 Prozent zu den zehn stärksten Ausbildungsberufen bei Frauen. Rund 43 Prozent der Zahnarztpraxen bilden derzeit aus; die Ausbildungsquote liegt bei rund 9 Prozent.

Zahlen

43 Prozent aller Praxen bilden aus

  • 878.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt von der zahnmedizinischen Versorgung ab. 
  • Rund 72.000 Zahnärzte arbeiten in der zahnmedizinischen Versorgung.
  • Insgesamt arbeiten 391.000 Frauen und Männer in Praxen, Krankenhäusern oder dem Öffentlichen Gesundheitsdienst – mit 211.000 Personen stellen die ZFA die größte Berufsgruppe. Darunter: etwa 31.000 Auszubildende und 25.000 ZFA mit einer abgeschlossenen Aufstiegsfortbildung
  • 98 Prozent der ZFA-Auszubildenden sind weiblich.
  • 20 Prozent der ZFA-Azubis haben einen ausländischen Pass.
  • 14.088 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zur ZFA zum 30. September 2018 (alte Bundesländer: 12.554, neue Bundesländer: 1.534). Das ist ein Plus von 6,53 Prozent gegenüber dem Vorjahr (alte Bundesländer: + 7,17 Prozent, neue Bundesländer: + 1,59 Prozent).
  • 2017 bildeten 17.888 Zahnarztpraxen aus, das sind 43 Prozent aller Praxen.

Statistisches Jahrbuch 2018/2019 der BZÄK, Zahnärztliches Satellitenkonto (ZSK) der BZÄK, Zahnärztekammern

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