Klinischer Leitfaden – Teil 3

Systemische und andere parodontale Zustände

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Abbildung 1: Ein Fall von „Parodontitis“ bei einem Patienten mit unkontrolliertem Diabetes mellitus: Dieser Fall fällt NICHT in die Gruppe „Parodontitis als eine direkte Manifestation einer systemische Erkrankung“. EFP

  • Zahlreiche systemische Erkrankungen können den Beginn und die Progression einer Parodontitis beeinflussen oder eine negative Auswirkung auf die parodontalen Strukturen haben.
  • Die neue Klassifikation gingivaler Rezessionen, basierend auf dem interdentalen Attachmentverlust, kombiniert klinische Parameter einschließlich des gingivalen Phänotyps und Charakteristika der exponierten Wurzeloberfläche.
  • Okklusale Kräfte können Zähne und den parodontalen Zahnhalteapparat beschädigen.
  • Entwicklungsbedingte oder erworbene mit Zähnen oder Zahnersatz assoziierte Zustände können für Erkrankungen des Parodonts prädisponieren.
  • Parodontale Abszesse und Endo-Paro-Läsionen können ebenfalls das Parodontium schädigen.

Einleitung

Menschliche Parodontalerkrankungen umfassen ein breites Spektrum von Zuständen, zusätzlich zu den gingivalen Erkrankungen und der Parodontiti

Parodontale Erkrankungen umfassen ein breites Spektrum von Zuständen, zusätzlich zu den gingivalen Erkrankungen und der Parodontitis.

Einige davon sind mit dem Plaque-Biofilm verbunden, während andere unabhängig von der Biofilmakkumulation entstehen und entweder durch den Biofilm modifiziert werden können oder durch diesen unbeeinflusst sind. Es war Aufgabe der Arbeitsgruppe 3 des 2017 World Workshop, die Klassifikation von 1999 hinsichtlich der parodontalen Manifestationen systemischer Erkrankungen sowie der entwicklungsbedingten und erworbenen Zustände zu überprüfen, zu aktualisieren sowie Falldefinitionen und diagnostische Überlegungen zu entwickeln.

 

Parodontale Manifestationen systemischer Erkrankungen und Zustände

Es gibt seltene systemische Erkrankungen, wie zum Beispiel das Papillon-Lefèvre-Syndrom, die zur frühzeitigen Manifestation einer schweren Parodontitis führ

Die Bedeutung des gingivalen Phänotyps ist nun berücksichtigt.

Sie haben durch Beeinflussung der parodontalen Entzündung einen großen Einfluss auf den Verlust von parodontalen Geweben. Solche Bedingungen werden unter der Überschrift „Parodontitis als Manifestation einer systemischen Erkrankung“ zusammengefasst und die Klassifizierung basiert auf der primären systemischen Erkrankung unter Verwendung von ICD-10-Codes.

Es gibt häufigere systemische Erkrankungen – wie zum Beispiel Diabetes mellitus –, die wichtige Modifikatoren des Verlaufs der Parodontitis sind. Allerdings sollte die Diabetes-assoziierte Parodontitis nicht als eigenständige Diagnose angesehen werden – Diabetes ist jetzt in die neue klinische Klassifizierung der Parodontitis als Deskriptor in den Grading-Prozess einbezogen. In ähnlicher Weise wird das Rauchen – heute als Nikotinabhängigkeit und als chronisch-rezidivierende Erkrankung mit erheblichen negativen Auswirkungen auf das Parodontium angesehen – jetzt auch als Deskriptor in die Grad-Beurteilung einbezogen.
Andere systemische Erkrankungen, wie beispielsweise neoplastische Erkrankungen, können die parodontalen Gewebe unabhängig von Biofilm-bedingten Entzündungen beeinträchtigen. Sie werden ebenfalls basierend auf der primären systemischen Erkrankung (unter Verwendung von ICD-10-Codes) klassifiziert und sind nun zusammengefasst gruppiert als „systemische Erkrankungen oder Zustände mit Einfluss auf die parodontalen Stützgewebe“.

Mukogingivale Zustände

Die Bedeutung des Gingiva-Phänotyps – einschließlich der Gingivadicke und -breite – wird jetzt anerkannt und eine neue Klassifikation für gingivale Rezessionen ist eingeführt worden. Dabei werden klinische Parameter wie der gingivale Phänotyp, der interproximale Attachmentverlust und die Charakteristika der freiliegenden Wurzeloberfläche kombiniert.

Mukogingivale Zustände werden nach gingivalem Phänotyp, interproximalem Attachmentverlust und den Charakteristika der exponierten Wurzeloberfläche klassifiziert.

Abbildung 2: RT1 – REC ohne Verlust approximalen CALs, approximale SZG ist nicht sichtbar | H. Dommisch

Abbildung 3: RT2 – REC mit Verlust approximalen CALs, approximaler CAL-Verlust gleich oder kleiner als bukkaler CAL-Verlust | H. Dommisch

Abbildung 4: RT3 – REC mit Verlust approximalen CALs, approximaler CAL-Verlust größer als bukkaler CAL-Verlust | H. Dommisch

Abbildung 5: Eine Patientin mit multiplen gingivalen Rezessionsdefekten, variablen Rezessionstypen, gingivalen Phänotypen und Wurzeloberflächenkonditionen: Für eine adäquate Behandlungsplanung ist die individuelle Fallbewertung (Zahn für Zahn) erforderlich. | K. Jepsen 

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