Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte

OHCP: Ein Programm, das wirkt!

Vier Buchstaben – OHCP – stehen für das dreistufige "Oral Health Care Program", das die Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ) in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen seit einigen Jahren auf den Philippinen, in Argentinien und Chile eingeführt hat.

Dr. Klaus de Cassan bei der praktischen Unterweisung für Volunteers. Der federführende Leiter des HDZ-Projekts bereiste im März die Philippinen. HDZ

Sowohl auf den Philippinen als auch in Argentinien und Chile sind zahnärztliche Behandlungen keine Selbstverständlichkeit, vor allem nicht für die ärmere Bevölkerung. Zum einen fehlt es an zahnmedizinischen Fachkräften und gut ausgestatteten Behandlungsräumen, zum anderen sind schlichtweg kein Geld und kein Bewusstsein für Mundgesundheit vorhanden.

Bislang fehlte eine flächendeckende Prävention in diesen Ländern

Zähne, die schmerzen, werden unter einfachsten Bedingungen extrahiert – das ist die billigste und sicherste Variante, um Folgebeschwerden und -kosten zu vermeiden. Eine flächendeckende Prävention fehlte bisher in betroffenen Ländern. 2014 berichteten die Salesianer Don Boscos, eine Partnerorganisation des HDZ, dass der Zahnstatus bei den Kindern und Jugendlichen in ihrem Kirchengemeinden auf den Philippinen besorgniserregend sei. Daraufhin beauftragte das HDZ Dr. Klaus de Cassan, präventive Maßnahmen zur Zahngesundheit in den Gemeinden durchzuführen.

Auf Basis dieser guten Projekterfahrungen beschlossen beide Hilfsorganisationen, für die Philippinen ein Programm für die Dauer von zwei Jahren zu etablieren, das "Oral Health Care Program (OHCP I)". Die Kosten für die verschiedenen Aktivitäten wurden geteilt.

2014: Die ersten Einsätze werden geplant!

"Das Programm sollte nicht nur Zahnprophylaxe-Einsätze in Dörfern, Kindergärten, Schulen und Kliniken umfassen, sondern weitere Maßnahmen beinhalten", berichtet de Cassan. Hierzu zählten unter anderem die Gewinnung von Multiplikatoren vor Ort (Zahnärzte, Apotheker, Health Worker) und eine entsprechende Ausstattung (Zahnbürsten, Plaquefärbetabletten, Zahnpasta, Fluoridgel, pH-Papier, Zahnputzbecher, Spiegel, Bildmaterial). Auch die Kosten für Fahrten und Schulungen der Multiplikatoren mussten aufgebracht werden.

2016: Weniger Karies - erste Erfolge sind bereits sichtbar!

Auf der im Frühjahr 2016 durchgeführte Inspektionsreise mit dem ehemaligen Vorsteher des HDZ, Dr. Klaus Winter, werden bereits erste Erfolge des Programms sichtbar: Die Kariesintensität der Kinder hatte sich bereits deutlich gemindert.

Die Freude darüber war groß, und so entschlossen sich die Partner, OHCP I nicht nur fortzusetzen, sondern auszubauen, wenngleich auch Don Bosco eine weitere finanzielle Unterstützung nicht mehr garantieren konnte. Das HDZ erklärte sich bereit, die Kosten für eine Fortsetzung ("OHCP II") in den Jahren 2017 und 2018 in Höhe von rund 20.000 Euro allein zu tragen und  - im Falle einer weiteren positiven Entwicklung – auf Stufe 3 (OHCP III, 2019 bis 2020) auszuweiten.

2019: Die dritte Stufe startet in Eigenregie

Auch die dritte Stufe sollte wieder in Eigenregie und komplett aus Spendenmitteln finanziert werden. Ende Februar 2019 startete de Cassan seine Reise auf die Philippinen.

"Die Mehrzahl der freiwilligen Health-Worker vor Ort habe ich selbst geschult und freute mich zu sehen, wie motiviert sie sind", erzählt de Cassan. Doch für die angestrebte Selbstständigkeit sind auch eine regelmäßige Kontrolle und die Überwachung durch örtliches Fachpersonal wie Zahnärzte und Prophylaxekräfte unabdingbar.

"Aus diesem Grund war ich sehr froh, dass ich mit Dr. Aussie Trinidad-del Rosario eine geeignete Zahnärztin für unser Programm gewinnen konnte. Das war ein kleines Wunder, denn in der Regel sind die lokalen Zahnärzte auf den Philippinen wenig an prophylaktischen Tätigkeiten interessiert sind, da sie Einkommensverluste befürchten. Hinzu kommt, dass vor Ort in der universitären Ausbildung Prophylaxe nur rudimentär gelehrt wird und Fluoride gerne verteufelt werden", schiledert de Cassan. "Dies mag auch der Grund sein, weshalb trotz zahlreicher Interventionen an verschiedenen Stellen bisher kein fluoridiertes Speisesalz auf den Philippinen erhältlich ist."

Bereits die Kleinsten entwickeln durch OHCP II ein Bewusstsein für gesunde Zähne. | HDZ

Während des Projektbesuchs erhielten die 32 Volunteers an fünf Standorten Nachschulungen in der Zahnprophylaxe. Der Fokus lag diesmal auf der Ernährungsberatung und den Folgen des zunehmenden Zuckerkonsums in Form von Karies und Diabetes. Auf dem Plan stand außerdem der Besuch des vom HDZ geförderten Medical Health Care Centers in Bugko. "Das bereits 2010 hier eingeführte und ständig erweiterte Vorsorgeprogramm unter Leitung der deutschen Ordensschwester Sabine Korth und ihrer Conschwester Veronica Tulipas läuft vorbildlich", verdeutlicht de Cassan.

Auch auf den Inseln Cebu, Mindanao und Negros hat sich das Prophylaxeprogramm etabliert. "Das OHCP II läuft in allen von mir besuchten Stationen erfreulich gut und zeigt vielerorts sichtbare Erfolge", betont de Cassan. "Wie mir die Volunteers erneut berichteten, ist die Akzeptanz in der Bevölkerung sehr gut und der Multiplikatoren-Effekt  trägt zu einer erheblichen Verbesserung der Mundgesundheit bei. Insofern können wir das OHCP III mit gutem Gewissen und gleichem Engagement weiterverfolgen, denn es belegt eindrucksvoll, wie erfolgreich und nachhaltig derartige Projekte sein können."

 Das Oral Health Care-Programm

Auf den Philippinen entstand 2014 unter Leitung von Dr. Klaus de Cassan in Zusammenarbeit mit der Don Bosco Mission das HDZ-Oral Health Care Program (OHCP), das die Mundgesundheit junger Menschen aus armen Verhältnissen im Fokus hat.

Seitdem wurden 32 Volunteers an fünf Stationen von Dr. Cassan persönlich geschult. Sie klären Familien über Maßnahmen zur Verbesserung der Mundgesundheit auf und schulen diese in zahngesunder Ernährung. Die lokale Betreuung des gesamten Programms hat inzwischen die örtliche Zahnärztin Dr. Aussie Trinidad-del Rosario übernommen.

Erst im März 2019 überprüfte Cassan erneut den Projektverlauf und stellte fest, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung sehr gut ist und die Kinder als Multiplikatoren ebenso wie die aufgeklärten Eltern zu einer erheblichen Verbesserung der Mundgesundheit beitragen.

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