LZK Baden-Württemberg und ZFZ Stuttgart feiern

25 Jahre DH in Deutschland

25 Jahre Fortbildung zur Dentalhygienikerin in Deutschland! Insgesamt 850 Gäste – darunter 400 der rund 1.500 aktiven Dentalhygienikerinnen – folgten der Einladung der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg und des Zahnmedizinischen Fortbildungszentrums Stuttgart (ZFZ) und kamen zum Festakt in das Forum am Schlosspark nach Ludwigsburg.

Zu dem Festakt in Ludwigsburg, der als parodontologische Fortbildungsveranstaltung gestaltet wurde, kamen 850 Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet. www.wosilat.de

Mit einem Pilotkurs am ZFZ Stuttgart 1994 hatte alles begonnen, erinnert sich ZFZ-Direktor Prof. Dr. Johannes Einwag, „das kleine Pflänzchen“ war gesät. 25 Jahre später sprach Einwag den Dentalhygienikerinnen eine besondere Wertschätzung aus: „Wer einmal mit einer DH in der Praxis gearbeitet hat, will nicht mehr darauf verzichten und jemals wieder ohne DH arbeiten. Die Qualifikation und die Intensität einer DH ist so dramatisch anders.“ 

Beeindruckende Showeinlagen sorgten für gute Unterhaltung. | www.wosilat.de

Dass sich die Parodontologie in diesen vergangenen 25 Jahren mit einer bisher nicht dagewesenen Dynamik entwickelt hat, verdeutlichtet Prof. Dr. Christof Dörfer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie. Dabei seien Erkenntnisse zutage getreten, die die die moderne Zahnmedizin nachhaltig beeinflusst haben und weiter beeinflussen werden. „Parodontologie zwingt dazu, biologisch zu denken, Konzepte zu hinterfragen und Patienten einzubinden.“ Diese Personalisierung einer evidenzgetriebenen Zahnheilkunde sei das Fundament einer modernen Zahnmedizin in einer modernen Gesellschaft.

Die Intensität einer DH ist so dramatisch anders!

Silvia Fresmann, die als Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Dentalhygieniker/Innen etwa die Hälfte der DHs in Deutschland vertritt, nahm in ihrem Grußwort Bezug auf den Fachkräftemangel und mahnte sowohl zu einer leistungsgerechten Bezahlung als auch zu mehr Wertschätzung für die am weitesten fortgebildeten Mitarbeiterinnen in der Praxis. Zur Stärkung der Attraktivität des Berufsbildes schlug sie mit Blick auf die demografische Entwicklung eine Imagekampagne vor: „Ich sehe uns in der Pflicht in der Alterszahnmedizin mitzuarbeiten!“

BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel gratulierte der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg zu ihrem Weitblick, als erste das Potenzial der Aufstiegsfortbildung erkannt zu haben. Dabei würdigte er insbesondere Einwag: „Seiner Vision einer bedarfsgerechten Versorgung ist es zu verdanken, dass es Dentalhygienikerinnen gibt!“

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die Akademisierung stellte LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert heraus, dass die Kammer der DH-Aufstiegsfortbildung den Titel „Professional“ hinzugefügt habe, um die Wertigkeit der praktischen und kommunikativen Fähigkeiten zu unterstreichen. Ungeachtet dessen müsse die DH auf Level 6 im Deutschen Qualifizierungsrahmen verortet werden, um die Wertigkeit der Kammer-DH gegenüber der Bachelor-DH nach außen zu dokumentieren, forderte Tomppert.

Im Zentrum der parodontalen Nachsorge

Die Glückwünsche der Europäischen Gesellschaft für Parodontologie überbrachte ihr Past-Präsident Priv-Doz. Dr. Gernot Wimmer. Er fesselte das Publikum mit seinem Vortrag zu den Wechselwirkungen von parodontaler und allgemeiner Gesundheit. Die Forschungsergebnisse der letzten Jahre weisen demnach darauf hin, dass die Verzahnung von Mundgesundheit und Allgemeingesundheit noch inniger sei als bislang vermutet. Gesund beginnt im Mund – das sei viel mehr als nur ein Schlagwort!

Als Jahrgangsbeste der vergangenen fünf Jahre schlossen Tamara Kloos, Yvonne Schumann, Sarah Zell, Corinna Wieland, Alexandra Mattes und Luisa Winkler ihre Fortbildung ab. Dr. Bernd Stoll, LZK-Referent für Zahnmedizinische Mitarbeiter/innen, ehrte die Absolventinnen und gratulierte zu ihren Traumnoten. 

Die Jahrgangsbesten der vergangenen fünf Jahre: Tamara Kloos, Yvonne Schumann, Dr. Bernd Stoll von der KZV Baden Württemberg, Sarah Zell, Corinna Wieland und Luisa Winkler. | www.wosilat.de

Den Abschluss bildete der Vortrag von Priv-Doz. Dr. Christian Graetz über die „Prävention, Therapie und Nachsorge parodontaler Erkrankungen. „Einmal ist keinmal! Biofilme entwickeln sich ein Leben lang – also müssen sie auch lebenslang entfernt werden! Nur: Wer macht das? Wer macht was?“ Klare Antwort: Das ist eine Aufgabe an das ganze Team – mit der DH im Mittelpunkt der parodontalen Nachsorge!

Andrea Mader
Abteilung Öffentlichkeitsarbeit & Alters- und Behindertenzahnheilkunde

Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg

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