MKG-Chirurgie

Pseudoankylose des UK bei beidseits verlängertem Proc. coronoideus

In etwa fünf Prozent der Fälle liegt der Grund für eine Hypomobilität des Unterkiefers in einer pathologischen Verlängerung des Processus coronoideus. Klinisch imponieren die Patienten mit eingeschränkter Mundöffnung, verursacht durch eine knöcherne Blockade in der Anteriorbewegung des Proc. coronoideus durch Anschlag an das Jochbein oder an den Jochbogen.

Abb. 1: Präoperative SKD: 18 mm bei maximaler Mundöffnung Uniklinikum Bonn, MKG

In unserer Spezialsprechstunde für Kiefergelenkchirurgie am Universitätsklinikum Bonn stellte sich ein 16 Jahre alter, gesunder Patient vor. Er klagte über eine progrediente Mundöffnungseinschränkung. Diese habe er erstmals etwa drei Jahre zuvor bemerkt. Seitdem habe die Mundöffnung stetig abgenommen. Schmerzen habe er in dieser Zeit nie verspürt, allerdings falle ihm die Aufnahme von Speisen zunehmend schwer.

Bei der klinischen Untersuchung zeigte sich ein deutlich hypertrophierter M. temporalis beidseits. Die Schneidekantendistanz (SKD) zwischen Zahn 11 und 41 betrug zum Untersuchungszeitpunkt 18 mm (Abbildung 1). Bei schneller Mundöffnung ließ sich bereits ohne Stethoskop ein dumpfes Anprallgeräusch im Bereich des hinteren Jochbeinanteils auslösen.

Der Patient erhielt daraufhin als konventionelle Röntgendiagnostik ein Orthopantomogramm (OPG). Hier bestätigte sich die Verdachtsdiagnose einer ausgeprägten, beidseitigen Elongation des Proc. coronoideus (Abbildung 2). Nebenbefundlich zeigten sich die vier Weisheitszähne retiniert.

Abb. 2: Präoperatives OPG: beidseits deutlich verlängerter Processus coronoideus (rote Markierung = kranialster Punkt des Processus) | Uniklinikum Bonn, MKG

Abb. 3: Resektat der rechten Seite | Uniklinikum Bonn, MKG

Abb. 4: Resektat der linken Seite | Uniklinikum Bonn, MKG 

Abb. 5: 3-D-Rekonstruktion der CT (Pfeil = Projektion des Processus coronoideus hinter dem Jochbogen), Aufnahme bei maximaler Mundöffnung und Anschlag des Processus am Jochbein | Uniklinikum Bonn, MKG

Wir empfahlen dem Patienten die Resektion des Proc. coronoideus beidseits und führten den Eingriff in der Folge von intraoral durch – nach eingehender Aufklärung des Patienten und seiner Eltern. Die Resektate maßen beidseits eine Länge von deutlich über 3 cm (Abbildungen 3 und 4).

Präoperativ führten wir zur exakten Eingriffsplanung eine Computertomografie durch. Hier zeigte sich erneut die ausgeprägte Verlängerung der Fortsätze (Abbildung 5). Intraoperativ konnte beim Patienten nach beidseitiger Resektion bereits eine SKD von 44 mm erreicht werden (Abbildung 6). Die Weisheitszahnentfernung erfolgte nun problemlos. Das postoperativ angefertigte OPG zeigt die Resektionsflächen beidseits (Abbildung 7).
Der Patient befindet sich aktuell in ambulanter Weiterbehandlung und aktiver Beübung seiner Mundöffnung.

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