Studie aus den USA

Implantate: Hohe Misserfolgsraten bei selbst angegebener Penicillin-Allergie

Die Wahrscheinlichkeit eines Implantatversagens ist bei Patienten, die wegen einer Penicillin-Allergie perioperativ alternative Antibiotika erhalten, doppelt so hoch im Vergleich zu denen, die Amoxicillin erhalten. Zu dem Ergebnis kommen Forschende aus den USA in einer aktuellen Studie.

Antibiotika-Alternativen zu Amoxicillin könnten laut einer US-Studie in Verbindung mit vermehrten Verlustraten bei Implantationen stehen. AdobeStock_Seventyfour

So kann die Verschreibung anderer Antibiotika als Amoxicillin negative Auswirkungen auf die Erfolgsraten von Implantaten haben. Die Misserfolgsraten waren mitunter doppelt so hoch bei PatientInnen mit angegebener Penicillin-Allergie.

Misserfolge bei Implantationen können verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel eine Infektion, Rauchen oder Verletzungen. Um bei Implantationen das Infektionsrisiko zu verringern, verschreiben viele ZahnärztInnen perioperativ Amoxicillin. Wenn PatientInnen eine Allergie gegen Penicillin angeben, wird häufig auf Alternativpräparate wie Clindamycin zurückgegriffen.

Um die Auswirkungen verschiedener Antibiotika auf den Implantationserfolg zu untersuchen, analysierten die Forschenden Daten von insgesamt 838 PatientInnen. Davon gaben 434 an, eine Penicillin-Allergie zu haben. Alle PatientInnen ohne Penicillin-Allergie erhielten perioperativ Amoxicillin, während diejenigen, die eine Allergie angaben, alternative Antibiotika wie Clindamycin, Azithromycin, Ciprofloxacin oder Metronidazol erhielten.

doppelt so viele Verluste bei Penicillin-Allergie 

Die Ergebnisse zeigen, dass Zahnimplantate bei rund 17 Prozent der PatientInnen mit angegebener Penicillin-Allergie versagten, verglichen mit rund 8 Prozent ohne Allergie. Die Misserfolgsrate schwankte zwischen den einzelnen Präparaten. So lag sie bei PatientInnen, die Clindamycin einnahmen, bei rund 20 Prozent, bei Azithromycin sogar bei 30 Prozent.

Penicillin-Allergien sind meist Unverträglichkeiten

Der Grund hierfür ist bislang unbekannt, erklären die Forschenden. Es könnten mehrere Faktoren beteiligt sein, darunter Reaktionen auf das für die Implantate verwendete Material oder die schlechtere Wirksamkeit der alternativen Antibiotika.

Untersuchungen zeigen, dass Penicillin-Allergien übermäßig häufig gemeldet werden. Bei 90 Prozent der Menschen, die angeben, eine Penicillin-Allergie zu haben, kann diese bei einer Testung aber nicht bestätigt werden. Die Forschenden empfehlen daher, bei vermeintlichen Penicillin-Allergien eine Testung vor einem oralchirurgischen Eingriff durchzuführen, denn so könnten möglicherweise günstigere Ergebnisse erzielt werden.

Originalpublikation: Zahra B, Nicholas B, Geoffrey R, Dina Z, Janal MN, Stuart F: Dental implant failure rates in patients with self-reported allergy to penicillin. Clin Implant Dent Relat Res. 2022 Mar 21. doi: 10.1111/cid.13082. Epub ahead of print. PMID: 35313065, DOI: 10.1111/cid.13082

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