KZBV prüft Kosten und Aufgabenstruktur

Analyse für eine mittelfristige Haushalts- und Finanzplanung

Mit Beschluss der Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) vom 27. Oktober vergangenen Jahres in München wurde der KZBV-Vorstand aufgefordert, eine detailliert in einzelne Aufgabenbereiche untergliederte Haushaltsplanung für die kommenden Jahre vorzulegen. Gemäß diesem Beschluss führt die KZBV-Verwaltung zurzeit im Auftrag des Vorstandes eine Kosten- und Aufgabenanalyse in der KZBV durch. Das Projektergebnis ist Arbeitsgrundlage für die vom Vorstand zu erstellenden Vorschläge, über die die Vertreterversammlung dann im Herbst dieses Jahres abstimmen soll.

Bereits seit Herbst vergangenen Jahres steht fest, dass neue und veränderte Aufgaben in der KZBV nicht einfach durch weitere Beitragserhöhungen oder weitere Vermögensentnahmen finanziert werden können.

Die Vertreterversammlung der KZBV hat am 26. und 27. Oktober 2001 in München nach ausführlicher und zum Teil kontrovers geführter Debatte einer vom damaligen Vorstand in Ansatz gebrachten Beitragserhöhung nicht in der vorgeschlagenen Höhe zugestimmt.

Beschlossen wurde eine Anhebung des Monatsbeitrages um 13,5 Prozent auf 14,50 Euro je beitragspflichtigem Mitglied der KZVen.

Damit, so der in München erzielte Kompromiss, sei dem im Februar 2002 gewählten neuen Vorstand die Handlungsfähigkeit gegeben, seine Aufgaben zu erfüllen. Als notwendig erachteten die Delegierten, aus deren Reihen im Februar auch einige neue Vorstandsmitglieder gewählt wurden, dass bis zur Vorlage des Haushaltsentwurfes 2003 die KZBV eine transparente, auf die einzelnen Aufgabenbereiche bezogene Kostenanalyse durchzuführen hat, die die Grundlage ist für eine mittelfristige Haushalts- und Finanzplanung in den kommenden Jahren.

Gestiegene Kosten und zusätzliche Aufgaben

Bis zum Jahr 2001 wurde das auf Grund politischer Gegebenheiten gewachsene Tätigkeitsspektrum aus den bestehenden Rücklagen finanziert. Sie sollten, so der ausdrückliche Wille der zuständigen Gremien der KZBV-Vertreterversammlung, zurückgeführt werden. Angestrebt war eine Reduzierung des Vermögens bis zu einer Höhe, die die Aufrechterhaltung einer Liquidität von drei Monaten im laufenden Geschäft ermöglicht. Mit Vorlage des Haushaltes 2002 war dieses Ziel erreicht, eine entsprechende „Querfinanzierung“ der Aufgaben aus den Rücklagen also nicht mehr möglich. Unter Beibehaltung des Aufgabenspektrums war damit eine Anhebung der Mitgliedsbeiträge unumgänglich.

In Absprache mit dem Vorstand hat die Verwaltung der KZBV eine Kosten- und Aufgabenanalyse begonnen, deren erster Schritt die in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Hauses im Sommer dieses Jahres erfolgende Beschreibung der Arbeits- und Aufwandstrukturen in den einzelnen Bereichen ist.

Mitarbeiter sind aktiv eingebunden

Das Vorhaben wurde dem Personalrat der KZBV und den Mitarbeitern in Versammlungen dezidiert vorgestellt. Nach Zusammenstellung und Auswertung der Einzelergebnisse durch die Geschäftsführung und der Entscheidung des Vorstandes Anfang September werden die Ergebnisse den Mitarbeitern des Hauses in einer weiteren Versammlung vorgestellt.

In die Projektarbeit als Berater einbezogen sind auch Geschäftsführer einzelner Länder-KZVen, die die Sicht des „kritischen Kunden“ in den Analyseprozess einblenden und Erfahrungen mit eigenen, KZV-internen Umstrukturierungsprozessen einbringen können. Mit diesem Know-how wird eine kostspielige externe Beratung vermieden. Die in diesen Tagen gestartete Analyse wird ergebnisoffen durchgeführt. Quantitative Prämissen liegen der gemeinsam mit der Belegschaft und dem Vorstand durchzuführenden Untersuchung nicht zu Grunde.

Erfahrungen mit Kostenstrukturanalysen

Damit sind die Voraussetzungen für die Gewinnung wichtiger Informationen für Veränderungsansätze in der KZBV geschaffen, im Gegenzug werden die bekannten „Todsünden“ vermieden. Es gibt also

• keine linearen Kürzungsvorgaben für alle Bereiche und damit keine „Opfersymmetrie“,

• keine einseitige Sparpolitik; die Fachbereiche werden im Gegenteil aufgefordert, auch Vorschläge für einen Aufgabenausbau zu unterbreiten, der der Ergebnisverbesserung der KZBV dient,

• keine Aussteuerung der Linienverantwortung – die Fachvorgesetzten sind mitverantwortlich für die bezüglich ihres Bereichs zu treffenden Entscheidungen,

• keine Tabuisierung der Hierarchie – auch bei der Zusammenarbeit mit Vorstand und Geschäftsführung wird nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht,

• kein Übergehen wichtiger Partner – die Belegschaft wird rechtzeitig und umfassend über die Schritte in diesem Projekt informiert,

• keinen gesteuerten Personalabbau, jedoch ist eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl nach dem Votum des Vorstandes unbedingt zu vermeiden.

Die Vertreterversammlung der KZBV wird sich im Oktober dieses Jahres einen Eindruck darüber verschaffen können, ob die vorgelegten Ergebnisse ausreichen, um der KZBV für die kommenden Jahre eine tragfähige Aufgaben- und Finanzstruktur zu sichern.

Dr. Jürgen FedderwitzStellvertretender Vorstandsvorsitzender der KZBV,Universitätsstraße 73,50931 Köln

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