Elfter Degudent-Marketing-Kongress

Lachen bewegt Menschen

Über ein volles Haus, genauer einen vollbesetzten Saal in der Frankfurter Messe, freute sich Dr. Albert Sterkenburg, Geschäftsführer Degudent Deutschland. Am 21./22. Januar erfuhren rund 1 000 Zahnärzte und Zahntechniker auf dem elften Degudent Marketing Kongress Wissenswertes für Praxis und Labor. Das Motto „Lachen bewegt Menschen“ kam trotz ernster Inhalte auch zum Tragen.

Aufgaben sagt Kurt Biedenkopf zu dem, was andere als Probleme verstehen. Der Festredner legt Wert auf die richtige Geisteshaltung, eine Herausforderung als solche zu verstehen und nicht als Hemmnis: „Erfolg ist das Glück, das man nach einer gelösten Aufgabe empfindet.“ Der Politiker skizzierte auf dem elften Degudent Marketing Kongress die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland seit 1945. Höchstleistungen, so sein Fazit, sind wieder gefragt, und zwar ohne das Land zu verschulden. Das dies geht, habe die Zeit nach dem Krieg bis Mitte der 60er Jahre gezeigt, als sogar im Gegenteil das Land entschuldet wurde. Auch in den 90er Jahren ermöglichten allein Höchstleistungen die Wiedervereinigung, versicherte Biedenkopf.

Dem Festvortrag folgte die Podiumsdiskussion. Eingebettet in ein schillerndes Programm aus informativen – und zum Teil sehr unterhaltsamen – Fachvorträgen ebenso ungewöhnlicher wie illustrer Referenten zu Organisations- und Motivationstechniken, stellte sie das Highlight am Abend dar. Jürgen Pischel, Herausgeber von „Die Zahnarztwoche“ leitete die achtköpfige Runde durch Themen wie Zahnersatz und Festzuschüsse, Fortbildung und neue Innovationen in der Praxis. Lutz Wolf, Präsident des Verbandes deutscher Zahntechniker-Innungen, versicherte, er sehe es als positiv an, dass die Befunde klar definiert und die Festzuschüsse festgezurrt worden seien. Die Umsetzung erfordere allerdings größte Sorgfältigkeit, um Unmut der Öffentlichkeit wie vor sieben Jahren zu vermeiden. Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) warf ein, dass seinerzeit eine ungerechtfertigte, polemische Kritik durch die Medien gegangen sei. Insofern sei es richtig, heute ein Frühwarnsystem aufzustellen für etwaige falsche Handhabung, die gerechtfertigte Kritik auslösen könnte. Dr. Achim Sieper, Verfechter der Kompetenzzentren, beklagte einerseits die zögerliche Bearbeitung der Heil- und Kostenpläne bei den Krankenkassen. Andererseits plädierte er dafür, dass die 4,2 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen sich in die Bresche werfen: „Bei angenommenen 20 Kontakten täglich können wir die Menschen mitreißen“, begeisterte er sich. Dr. Dieter Reusch, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für ästhetische Zahnheilkunde, widersprach: „Wir brauchen Vertrauen in der Praxis, keine Verkaufsberater“. Interessante Tipps brachte Prof. Gerhard F. Riegl, Augsburg, mit ein: „Ich finde ‚Verkaufsberater‘ in der Zahnarztpraxis unglücklich. Besser den Patienten nicht überreden, sondern überzeugen!“ Höre ein Patient von einer Behandlungsform zum ersten Mal, meine er noch, das nicht zu brauchen. Beim zweiten Mal denke er sich: „Das höre ich schon wieder“, fände es bei dritten Mal interessant und beim vierten Mal frage er nach. Dann könne er gut informiert beim fünften Kontakt auf den Zahnarzt zugehen und anfragen: „Sollen wir mal …“.

„Man merkt der Praxis gleich an, ob der Zahnarzt auf Qualität setzt“, so Ralph Britz, Zahntechniker. Sein Kollege Peter Berger fügte hinzu: „Diese 20 Prozent, die alles tun, sind Selbstläufer“; diejenigen die sich fortbilden, seien auch diejenigen, die Neues umsetzen. Den anderen solle das Labor ein entsprechendes Echo liefern, forderte Berger. Die Resonanz vom Laborpartner motiviere in der Tat, bestätigte Weitkamp, ebenso wie das Verhalten der Patienten. Er betonte, weiterhin bleibe die Heilkunde wichtiger als Marketing. Und ergänzte: „Es ist eine besonders schöne Symbiose, wenn zusätzlich der Lebenswert für den Patienten gesteigert wird.“ Er setze weiterhin auf die „Sprechende Zahnheilkunde“, die Vertrauen schaffe. Es gelte, die Freiheit zu wahren, dass Patienten sich ihren Arzt wählen dürfen. Deshalb bleibe er beim Stichwort Kompetenzzentren gelassen, man solle die mündigen Patienten wählen und ergo den Wettbewerb zwischen Einzel- und Zehnerpraxis zulassen.

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