Zahnärztetag Sachsen-Anhalt 2011

Würdige Preisträger in prächtigem Ambiente

An gebührender Stelle - im architektonisch eindrucksvollen Parkhotel Herrenkrug - wurde der 19. sachsen-anhaltinische Zahnärztetag ausgetragen. Kurzweilige Reden von Wissenschaftlern, Standespolitikern und Prominenz aus der Bundespolitik machten den Tag für die Gäste zu einem rundum gelungenen Erlebnis.

Die Standespolititiker appellierten in Magdeburg im Schulterschluss an die Politiker im Berliner Bundesgesundheitsministerium: „Eine grundlegende Reform der zahnärztlichen Honorare ist dringend nötig“, forderte Dr. Frank Dreihaupt, Präsident der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt. Der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Dietmar Oesterreich, ergänzte mit Blick auf das laufende Jahr: „Die Gebührenordnung kommt. Das steht fest. Der genaue Inhalt ist jedoch noch nicht bekannt.“ Der BZÄK liege bisher keine politische Entscheidung diesbezüglich vor, betonte Oesterreich und warnte im gleichen Atemzug vor zu hohen Erwartungen: „Die Hoffnungen sind immer sehr groß.“

Rückblickend konstatierte der BZÄK-Vize, 2010 wäre ein Supersparjahr gewesen. Die noch nicht erfolgte Ost-West Angleichung sei äußerst unbefriedigend, ja „inakzeptabel“. Oesterreich monierte die veraltetete Approbationsordnung. Seine Botschaft: Die einzelnen Projekte auf Länderebene vorantreiben. „Es geht um die Schaffung von Rahmenbedingungen.“ Zukunftsweisend betonte er mit Blick auf die Öffnungsklausel abermals: „Die BZÄK hat sich klar bekannt. Die Öffnungsklausel bleibt ein No Go“. Bezugnehmend auf den gesellschaftlichen Wandel fügte er hinzu: Die Zahnärzteschaft bringt sich als Berufsstand stets in öffentliche Diskurse ein und nimmt gesellschaftliche Veränderungen wahr. Eine Herausforderung bestehe darin, sich nun auf eine älter werdende Bevölkerung einzurichten.

Die Festrede zur politisch-geistigen Situation im Land hielt Jörg Schönbohm, Generalleutnant a.D. und Inhaber zahlreicher politischer Ämter, zuletzt von 1999 bis 2009 als Innenminister des Landes Brandenburg. Für den Berufsstand fand er warme Worte: „Die Auszeichnungen (Kasten) haben gezeigt, dass es sich um eine lebendige Organisation handelt“. Die durch die Wende gewonnene Freiheit gelte es aktiv wahzunehmen. Die Chancen zum Mitgestalten seien mannigfaltig: Ob im Ehrenamt oder im unmittelbaren Alltag als Freiberufler.

Aus Sicht der Wissenschaft referierten Prof. Søren Jepsen und PD Dr. Pia-Merete Jervøe- Storm von der Poliklinik für Parodondologie, Zahnerhaltung und präventive Zahnheilkunde an der Uni Bonn über regenerative und plastisch-ästhetische Parodontaltherapie sowie Anti-infektiöse PAR-Therapie. Eine Wohltätigkeits-Tombola zugunsten des Vereins „Kinder von Tschernobyl in der Region Halberstadt“ erzielte 4 400 Euro und rundete die Veranstaltung würdevoll ab.

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