23. Zahnärztetag Brandenburg

Bewährtes und Neues in der Chirurgie

Dieses Mal hatten sich über 1500 Brandenburger Zahnärzte in der heimlichen Lausitzer Hauptstadt Cottbus eingefunden, um Neues aus dem Fachbereich Chirurgie zu erfahren. Sie hörten aber auch, dass vieles, was sie in ihren Praxen bereits umsetzen, durchaus seine Berechtigung hat und sich auf langjährige positive Erfahrungswerte stützt.

Mit einem Aufruf an alle Teilnehmer, sich an der großen Typisierungskampagne der DKMS zu beteiligten, begann Dr. Jürgen Herbert, Kammerpräsident in Brandenburg, seine Begrüßungsrede. „Fangen Sie einfach mit Ihrem Team an, seien Sie Vorbild!“ „Dann lassen sich die Patienten auch typisieren.“

„Etwas Politik muss sein“, schloss der Kammerpräsident an, fand doch der Zahnärztetag in den letzten Tagen der Koalitionsverhandlungen statt. So warnte Herbert vor der „Vergewerblichung“ des Berufsstands und forderte alle auf, diesem „Phänomen“ politisch entgegenzuwirken. Er machte deutlich, dass sich die vom Gesetzgeber geförderte Entwicklung sogenannter üBAGs (überörtliche Berufsausübungsgemeinschaften) im zahnärztlichen Bereich nicht bewährt habe. Nach wie vor sei die zahnärztliche Versorgung von Einzel- oder kleinen Gemeinschaftspraxen beziehungsweise Praxisgemeinschaften geprägt. Vorteile für die Versorgung der Patienten seien besonders im zahnärztlichen Bereich von üBAGs nicht zu erwarten, sagte er. Er kritisierte auch, dass manche dieser üBAGs durch überzogene Werbe- und Marketingmaßnahmen auffallen würden. Hier erhoffe er sich seitens der Politik restriktivere Vorgaben.

Ebenso sah Herbert eine Aufgabe der Zahnärzteschaft in der Verhinderung der Pseudo-Akademisierung der Heilhilfsberufe. „Warum eine Dentalhygienikerin jetzt einen Bachelor braucht, aber keine praktische Erfahrung, das erschließt sich mir nicht“, sagte er entschieden. Er endete: „Es gibt noch sehr viel zu tun für die Kammern. Das beginnt bei A wie Abfall und Abwasser und endet bei Z wie Zertifizierung!“

Alte Mühlen mahlen noch gut

Einen „bunten Strauß von Themen aufgestellt“ – so formulierte es Herbert – hatte der Tagungsleiter, Prof. Dr. Dr. Bodo Hoffmeister, Berlin. So wurden die Zuhörer durch Vorträge zu den Themen Antikoagulation, Bildgebende Verfahren, Knochenersatzmaterialien und Einsatz von Lasergeräten, zum Krankheitsbild der Osteoporose und zu vielem mehr geführt. Jeder Referent stellte bewährte Methoden zu seinem Themen bereich vor, gab einen Überblick über die derzeitige Forschung sowie einen Ausblick auf zukünftige Neuerungen. Abschließend erhielten die Teilnehmer dann eine professorale Bewertung sowie handfeste Tipps, die sie gleich „am Montag danach“ in der Praxis umsetzen konnten:

• „Wenn Sie eine Biopsie nehmen, fixieren Sie sie mit einer Halte-Naht, damit sie nicht verschluckt wird“, riet Prof. Dr. Andrea Schmidt-Westhausen aus Berlin, „Sicherheitssaum: 1 cm x 0,6 cm, und 2 mm tief.“

• „Der Lasereinsatz empfiehlt sich bei Patienten, die unter einer Koagulationstherapie stehen. So verhindern Sie Komplikationen“, riet Prof. Dr. Herbert Deppe aus München.

• Gewebeproben, die für die Immunfluoreszenzuntersuchung vorgesehen sind, dürfen nicht fixiert werden, sondern müssen sofort ins Labor! Andere müssen sofort in eine vierprozentige Formalinlösung“, gab Schmidt-Westhausen mit auf den Weg.

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