Ein Appell an die Vernunft
Im Zuge der Sondierungen plädierte BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel für „kluge politische Weichenstellungen“. Das hohe Gut Gesundheit dürfe nicht zum Spielball politischen Geschachers werden. Er verwies auf die „eigentlichen Baustellen“ im Gesundheitswesen: die Versorgung in der Fläche, die Digitalisierung, die Situation der Pflegebedürftigen und den Bau von MVZ durch Finanzinvestoren.
Der KZBV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Eßer griff zwei Bereiche heraus, denen Vorfahrt gewährt werden sollte. Um die Volkskrankheit Parodontitis zu bekämpfen, sollte der GKV-Leistungskatalog angepasst werden, da er nicht mehr dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand entspreche. Er appellierte an die Politik, Steuerungsfehler zu korrigieren und das Kriterium „arztgruppenübergreifend“ für MVZ in der zahnärztlichen Versorgung zeitnah einzuführen.
Weil zum Zeitpunkt des Empfangs noch nicht alle Ausschüsse im neuen Bundestag besetzt waren, entsandten die Fraktionen ihre aktuellen Vertreter.
Ein Potenzial, das trägt
Karin Maag, frisch gewählte gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU, versicherte: „Im gesundheitspolitischen Bereich gibt es zwischen SPD und Union Potenzial, das auch trägt. Das bedeute aber nicht, dass die Union ihre eigenen Ideen aufgebe. Deutlich wandte sie sich gegen die Bürgerversicherung und „Themen auf dem Weg dorthin“. Das sah Dirk Heidenblut als Vertreter der SPD anders: Zum Thema Bürgerversicherung gebe es unterschiedliche Vorstellungen, sagte er. ‚Bürgerversicherung‘ heiße nicht, die Selbstverwaltung aufzugeben. „Es ist ein Weg, um das Gesundheitswesen gerechter zu machen.“ Den Faden zur Bürgerversicherung griff Prof. Dr. Axel Gehrke von der AfD auf: „Das ist hundert Prozent Planwirtschaft durch die Hintertür“, kritisierte der Kardiologe. Er sprach sich dafür aus, das duale Krankenversicherungssystem als Voraussetzung für mehr Wettbewerb zu erhalten.
Das sah auch die FDP so: „Wir stehen zum dualen System, es ist eines der besten der Welt,“ sagte Christine Aschenberg-Dugnus, Vertreterin der FDP. Verbesserungen seien zwar notwendig, diese dürften aber nicht in Richtung Vereinheitlichung gehen. Ganz anders die Grünen: Ein politisches „Weiter so“ ist aus Sicht der Opposition kein gangbarer gesundheitspolitischer Weg, betonte Maria Klein-Schmeink. Handlungsbedarf sieht die Politikerin bei der Pflege, bei der Fachkräftesicherung und bei der Versorgung im ländlichen Raum.
(V.l.n.r.): Drei Grußwortredner, drei Meinungen: Karin Maag, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, will das duale System weiterentwickeln. Dirk Heidenblut, SPD, will mit der Bürgerversicherung mehr Gerechtigkeit. Und Maria Klein-Schmeink, Die Grünen, will sich mit einem „Weiter so“ nicht abgeben. |
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Gelöste Stimmung: der BZÄK-Präsident mit MdB Lothar Riebsamen, CDU/CSU |
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Enge Verzahnung von Medizin und Zahnmedizin: Prof. Dr. Dietmar Oesterreich mit Ärztepräsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery |
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Vertreter der Ärzte, Zahnärzte und Kassen, des G-BA und der DKG im konstruktiven Dialog: Prof. Dr. Josef Hecken, Dr. Thomas Kriedel, Dr. Wolfgang Eßer, Dr. Doris Pfeifer, Johannes Magnus von Stackelberg, Dr. Stephan Hofmeister, Dr. Andreas Gassen. Dr. Karl-Georg Pochhammer und Georg Baum |
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Welche Rolle spielt die Zahntechnik künftig in der Gesundheitspolitik? Uwe Breuer, Präsident des Verbands Deutscher Zahntechniker-Innungen, und BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Christoph Benz tauschten sich aus. |
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Die zahnärztlichen Gastgeber mit den Grußwortrednern aus der Politik: (v.l.n.r.): Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Christine Aschenberg-Dugnus, FDP, Dirk Heidenblut SPD, ZA Martin Hendges, Dr. Wolfgang Eßer, Maria Klein-Schmeink, Die Grünen, Prof. Dr. Axel Gehrke, AfD, Karin Maag, CDU/CSU, und Dr. Peter Engel |
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Die KZBV-Spitze mit der Vorsitzenden der KBV-Vertreterversammlung, Dr. Petra Reis-Berkowitz |
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