zm-Serie: Täter und Verfolgte im „Dritten Reich“

Reinhold Ritter – Verfechter von Zwangssterilisationen bei LKG-Spalten

Dominik Groß,
Mathias Schmidt
Reinhold Oskar Franz Ritter (1903–1987) zählte im Nachkriegsdeutschland zu den erfolgreichsten Professoren der Zahnheilkunde. Die Liste seiner Ämter und Auszeichnungen ist imposant: Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg, Präsident der „Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie“, Träger der Ehrennadel der „Deutschen Zahnärzteschaft“, Vorsitzender und Ehrenmitglied der „Vereinigung der Hochschullehrer für ZMK-Heilkunde“ und berufenes Mitglied der „Leopoldina“. Im „Dritten Reich“ befürwortete er ohne Not Zwangssterilisationen von Spaltpatienten.1

Ritter wurde am 15. Februar 1903 in Servitut (heute Serwitut) in Oberschlesien als Sohn des katholischen Försters Franz Ritter geboren. 1924 legte er in Freiburg/ Schlesien die Reifeprüfung ab und studierte anschließend Zahnheilkunde und Medizin in Breslau. 1928 bestand er die zahnärztliche Prüfung und promovierte zum Dr. med. dent.

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Seit Oktober 1928 fungierte er als Assistent und ab 1934 als stellvertretender Abteilungsleiter am Zahnärztlichen Institut der Universität Breslau.

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Ritter war zweimal verheiratet. Aus erster Ehe stammte seine 1932 geborene Tochter Sigrid. Hierzu heißt es in den Archivakten, dass seine (nicht näher benannte) erste Ehefrau „seit der Geburt des ersten und einzigen Kindes, etwa ab 1932 geisteskrank war“.

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Näheres ist nicht dokumentiert. 1936 ging Ritter eine zweite Ehe mit Marianne Hecht ein. Aus dieser Beziehung ging die 1941 geborene Tochter Katharina hervor.

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1935 erlangte Ritter den „Fachzahnarzt für Kieferorthopädie“. 1936 konnte er sich „Über die Frage der Vererbung von Anomalien der Kiefer und Zähne“ habilitieren und 1937 erfolgte die Ernennung zum Dozenten.

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Im Juni 1937 beantragte Ritter die Mitgliedschaft in der NSDAP (Nr. 4.659.089). Der SA war er bereits 1934 beigetreten. Hinzu kamen etliche weitere Mitgliedschaften in NS-Organisationen, so im NS-Lehrerbund, im NS-Dozentenbund, im NS-Altherrenbund, im Reichsluftschutzbund und in der NS-Volkswohlfahrt.

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Er war Mtglied in vielen NS-Organisationen

1938 wurde er in Breslau auf Initiative seines Vorgesetzten Hermann Euler zum Leiter der Abteilung für Zahnerhaltung bestellt; seit September 1939 leitete Ritter überdies die dortige Abteilung für „Zahnärztliche Prothetik und Orthodontie“. In dieser Zeit gelang es Ritter auch, das ausgesetzte Medizinstudium wieder aufzunehmen, das er 1940 mit dem Dr. med. abschloss; im selben Jahr erhielt er die Bestallung als Arzt. Ritters letzte Karrierestation im „Dritten Reich“ war dann die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor in Breslau am 2. Juli 1943.

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Die Kriegsereignisse führten Ritter ins Kriegslazarett Breslau und (nach der Flucht aus Breslau im Januar 1945) auch ins Lazarett Bad Lausick bei Leipzig – hier sammelte er operative beziehungsweise kieferchirurgische Erfahrungen. Bei Kriegsende geriet er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er im Februar 1946 entlassen wurde. Im März 1946 fand er eine Anstellung als Lazarettleiter in Marburg, und im November wurde Ritter kommissarischer Leiter des dortigen Zahnärztlichen Instituts. Zu dem Zeitpunkt war die Heidelberger Medizinische Fakultät an einer Berufung Ritters interessiert, allerdings lehnte die amerikanische Militärregierung diese zunächst ab. Erst nach Abschluss eines beschleunigten Entnazifizierungsverfahrens im Oktober 1946 änderte sich die Lage: Im Mai 1947 wurde er zum außerordentlichen Professor und Direktor der Klinik für „Mund-, Zahn- und Kieferkranke“ der Universität Heidelberg ernannt. Im August 1951 wurde er persönlicher Ordinarius und schließlich im Juli 1956 planmäßiger ordentlicher Professor.

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Bis zu seiner Emeritierung 1971 war Ritter der einzige planmäßige Professor der besagten Klinik; er gehörte damit zu den letzten Hochschullehrern, die noch das gesamte Fach der Zahnheilkunde repräsentierten. Ritter starb am 11. September 1987 in Heidelberg. Die Fakultät richtete ihm zu Ehren am 12. Februar 1988 eine akademische Gedenkstunde aus. Gleich fünf Professoren hielten eine Ansprache, flankiert von einem Streichquartett.

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Sieben Wissenschaftler konnten sich an Ritters Lehrstuhl in Heidelberg habilitieren, darunter die späteren Ordinarien Theodor Kirsch, Josef Köhler, Kurt Kristen, Rudolf Schwindling und Arnulf Stahl.

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Ritters fachliche Schwerpunkte waren die Vererbungslehre, die Kieferorthopädie, die zahnärztliche Chirurgie und die Kieferchirurgie einschließlich der „Spaltoperationen“.

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Zu seinen bekanntesten Publikationen zählten Arbeiten zu Zahn- und Gebissanomalien

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, zur „Erbgesundheitslehre“

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, zu Knochentransplantaten

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, zum Kiefergelenk

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und zur Neuralen Dystrophie und deren Auswirkungen auf die Zahnmedizin

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.

„Deren Fortpflanzung muss verhindert werden“

Doch zurück zur Zeit des „Dritten Reichs“: Ritter schloss sich nach 1933 nicht nur zahlreichen NS-Organisationen an, sondern trat in Veröffentlichungen auch als Verfechter der nationalsozialistischen „Erbgesundheitspolitik“ auf: So publizierte er 1939 gemeinsam mit dem Rassenhygieniker Wolfgang Lehmann eine Arbeit, die sich der „Stellung der Lippen-Kiefer-Gaumenspaltenträger“ im „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ (GzVeN) widmete. Besagtes Gesetz war 1933 erlassen worden und behandelte die „Unfruchtbarmachung“ vermeintlich „Erbkranker“ – „Spaltenträger“ waren nicht explizit aufgeführt.

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Doch Ritter befürwortete in seinem Text die Zwangssterilisation „bei mutmaßlicher Erbbedingtheit“ mit Ausnahme der reinen „Hasenspaltenträger“. So schreibt er:

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„Uns erwächst manchmal die schwierige Aufgabe, den Kranken oder seine Angehörigen von der Notwendigkeit der gesetzlichen Maßnahmen zu überzeugen, die häufig als hart empfunden werden. [...] Auch bei uns selbst lassen Beziehungen, die wir [...] zum Kranken oder seinen Angehörigen geknüpft haben, tiefes Mitleid zu den Schicksalsgeprüften aufkommen, das uns aber nicht von der Pflicht entbindet, ihn an der Fortpflanzung zu hindern, wenn erwiesen ist, daß es sich um ein Erbmerkmal seiner Blutsverwandtschaft handelt.“ Ebenda heißt es auch:

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„Leider wird man nur bei einem geringen Teil der Belasteten oder ihren Angehörigen Verständnis für die Verhinderung der Fortpflanzung voraussetzen dürfen.“

Schon in früheren Arbeiten hatte er sich hinter die NS-Rassen- und -„Erbgesundheitslehre“ gestellt und deren Anwendung auf die Zahnheilkunde gefordert. So führte er 1937 aus:

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„Die stattgefundene Konstitutions- und Rassenmischung, sowie die mit ihr verbundene Bastardisierung der Menschheit erschwert [...] die Erbforschung sehr, da man ja nie weiß, welcher Genotyp sich hinter dem sich uns darbietenden Phänotyp des Gebisses verbirgt.“ Und im selben Beitrag:

22

„Ich habe das Ziel [...] hauptsächlich darin gesehen, das noch im allgemeinen in der Orthodontie übliche mechanische Denken vom Phänotypus hinweg zum Genotypus zu lenken. Die Erfolge der Vererbungswissenschaft haben in die Zahnheilkunde noch zu wenig Eingang gefunden.“

Auch die Forschungen von Josef Mengele werden von Lehmann und Ritter (1940) ausdrücklich gewürdigt:

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„Die sehr sorgfältige Arbeit von Mengele [...] bedeutet aber einen Fortschritt in der Erforschung der Erbpathologie der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, weil auf die Bedeutung und die Rolle der Mikromanifestation des Merkmals hingewiesen wird. Dadurch wird auch ein neues Licht auf die Erbgangsverhältnisse geworfen [...].“

Doch wie positionierten sich die übrigen Fachvertreter der Kieferchirurgie gegenüber der Zwangssterilisation von Spaltträgern? Tatsächlich stellten sich führende Professoren jener Zeit demonstrativ vor ihre Patienten und kritisierten Überlegungen, das GzVeN auf Spaltträger anzuwenden. Ein prominentes Beispiel ist Georg Axhausen, der bis 1939 die Kieferklinik an der Charité leitete.

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Er lehnte Zwangssterilisationen ebenso nachdrücklich ab wie Wolfgang Rosenthal, der bis 1937 als außerordentlicher Professor wirkte, bevor er als „Vierteljude“ eingestuft wurde, die Hochschule verlassen musste und eine Privatklinik gründete.

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Auch Franz Ernst – Professor für Kieferchirurgie in Berlin – lehnte Zwangssterilisationen ab.

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Bekanntester Befürworter der Sterilisierungen war neben Ritter Professor Martin Waßmund

27

, der die Kieferklinik des Rudolf-Virchow-Krankenhauses in Berlin leitete und 1941 – zwei Jahre vor Ritter – zum außerplanmäßigen Professor ernannt worden war.

Täter und Verfolgte

Ritter hätte demnach die Möglichkeit gehabt, sich hinter den Sterilisationsgegnern einzureihen; ohnehin bestand keinerlei Notwendigkeit, zu diesem heiklen Thema Stellung zu nehmen, zumal Spaltpatienten, wie erwähnt, im GzVeN nicht ausdrücklich als „Zielgruppe“ genannt waren.28

Als Ritter nach 1945 „entnazifiziert“ wurde, wurde seine Haltung zur „Unfruchtbarmachung“ nicht aufgerollt. Im Fokus standen hingegen seine Mitgliedschaften in NS-Organisationen. Zu seiner Verteidigung behauptete Ritter in einem auszufüllenden Meldebogen fälschlicherweise, lediglich NSDAP-Anwärter gewesen zu sein, und auch dies lediglich vom 1. Mai 1937 bis zum 30. Oktober 1943. Am letztgenannten Tag sei er „von der Parteiaufnahme ausgeschlossen worden“, weil ein Urgroßvater seiner Ehefrau jüdischer Abstammung gewesen sei. Aus der SA sei er ohnehin zum 1. Dezember 1938 ausgetreten.

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Weitere Hinweise auf eine jüdische Herkunft des Urgroßvaters von Ritters Ehefrau konnten bisher nicht aufgefunden werden.

Eigentlich ein Antifaschist – sagte der Ausschuss

Doch der behauptete Parteiausschluss ist schon deshalb nicht glaubhaft, weil Ritters NSDAP-Mitgliederkartei erhalten ist und dort weder ein Ausschluss noch ein Austritt vermerkt sind. Auch andere im Bundesarchiv Berlin überlieferte Dokumente der Parteikorrespondenz widersprechen Ritters Darstellung:

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Hier findet sich unter anderem ein von Ritter verfasstes Schreiben, das auf den 22. Dezember 1943 datiert ist und in dem Ritter explizit angibt, seit dem 1. Mai 1937 der NSDAP und zudem der SA anzugehören.

Interessant ist auch, dass Ritter nach 1945 die Frage nach einer (archivalisch eindeutig nachweislichen) Mitgliedschaft im NS-Dozentenbund verneinte. Im Übrigen brachte er – wie zu der Zeit üblich – entlastende Zeugenaussagen bei, in denen ihm eine Distanz zum Nationalsozialismus bescheinigt wurde. So gelangte der zuständige Untersuchungsausschuss der Uni Marburg im Juli 1946 zu der Einschätzung, dass Ritter eigentlich ein „Antifaschist“ gewesen sei; besagtes Urteil galt jedoch „vorbehaltlich der Entscheidung der Spruchkammer“.

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Seine Stellungnahme fiel jetzt noch forscher aus

Im eigentlichen Spruchkammerverfahren wählte Ritter dann dieselbe Verteidigungsstrategie und fügte elf Zeugenaussagen an. Seine eigene Stellungnahme fiel noch forscher aus als vor dem Untersuchungsausschuss: Er rückte sich nun in die Nähe eines politisch Oppositionellen und formulierte: „Im Oktober 1943 löste ich aber auch meine Beziehungen zur Partei, indem ich mir die Parteianwartschaft entziehen liess.“ Und weiter: „Wie mir vielfältig bestätigt worden ist, habe ich der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus immer nach besten Kräften aktiven Widerstand entgegengesetzt.“

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Am 19. Oktober 1946 wurde Ritter durch die Spruchkammer Marburg als „Mitläufer“ eingeordnet. Damit hatte er – wie viele andere bislang in dieser Reihe besprochenen

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oder im Gesamtprojekt untersuchten

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Zahnärzte – die Hürden der„Entnazifizierung“ übersprungen. Allerdings vermerkte die Spruchkammer zur Frage des angeblichen Widerstands Ritters, dass „weder eine ausgesprochene Verfolgung noch eine antinaz.soz. Tätigkeit oder Haltung in erforderlichem Umfange zugestanden werden kann“. Insofern sei Ritter nicht in Gruppe 5 („Entlastete“), sondern „in die Gruppe 4 der Mitläufer einzustufen“.

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Es folgte eine glänzende Nachkriegskarriere

So oder so war nun der Weg frei für eine glänzende Nachkriegskarriere, in der Ritter nicht nur einen Lehrstuhl übernehmen, sondern auch, wie eingangs erwähnt, hohe Auszeichnungen und Positionen erhalten sollte. Selbst das Amt des Rektors wurde ihm angetragen – doch Ritter lehnte wegen anderweitiger Verpflichtungen ab.

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Ritters Erfolge erklären sich nicht zuletzt durch die Tatsache, dass er in der Bundesrepublik das Image einer integren und honorigen Persönlichkeit besaß. Wesentlichen Anteil an diesem positiven Bild hatten Ritters akademische Schüler – namentlich Kristen und Stahl, die ihn in zahlreichen Laudationes und Nachrufen mit Superlativen bedachten.

So nannte Kristen Ritter einen „Mann vornehmen Verhaltens und nobler Gesinnung“

37

, dessen „persönliche Integrität“

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und „Ehrlichkeit“

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besondere Erwähnung verdienten. Zudem betonte er, dass Ritters „besondere Liebe“ der „Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten“ gegolten habe.

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Speziell die letztgenannte Aussage mutet – mit dem Wissen von heute – geradezu zynisch an.

Prof. Dr. Dr. Dr. Dominik Groß

Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der RWTH Aachen

Klinisches Ethik-Komitee des Universitätsklinikums Aachen MTI 2,

Wendlingweg 2, 52074 Aachen E-mail:Quelle:

Kurt Kristen, Zur Geschichte der Kieferchirurgie dargestellt am Beispiel der Rehabilitation von Trägern einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Klasse 1993/94, Abh. 2, Springer Verlag Heidelberg 1994, S. 8.

Fußnoten:

1

Die folgenden Ausführungen fußen in den zentralen Teilen auf Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b. Vgl. ferner DBA (1989–1999), Auerbach, 1979, 347, Drüll, 2009, 497, und Klee, 2013, 499;

2

Ritter, 1928;

3

Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 285f.;

4

HHStA Wiesbaden, Abt. 520/27, Nr. 4543, 1946 (Bescheinigung von Leo Schumann vom 16.4.1946); Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 286;

5

LAA Bayreuth, ZLA 1/10174429; Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 286;

6

Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 286;

7

BArch Berlin, R 9361-VI/2487, R 9361-IX/35100919, R 9361-IX/35100919, R 9361-IX/17000228, VBS 1/1140039085; Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 311f.;

8

Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 286;

9

Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 287

10

UA Heidelberg, Stahl, 1988 (Deckblätter); Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 288;

11

Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 290–292;

12

Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 286, 299–305;

13

Ritter, 1937; Ritter, 1943;

14

Lehmann/Ritter, 1939; Lehmann/Ritter, 1940; Euler/Ritter, 1940;

15

Ritter, 1948a, 432–436;

16

Ritter, 1948b, 149–153;

17

Ritter, 1953, 1290–1296;

18

Boehm, 1939;

19

Lehmann/Ritter, 1939, 8f.;

20

Lehmann/Ritter, 1939, 8f.;

21

Ritter, 1937, 2;

22

Ritter, 1937, 72;

23

Lehmann/Ritter, 1940, 570;

24

Groß, 2018a; Thieme, 2018, 177–179;

25

Groß, 2018b; Thieme, 2018, 176, 179;

26

Thieme, 2018, 176f.;

27

Thieme, 2018, 179–181; Groß, 2018d, 166, 175

28

Boehm, 1938; Thieme, 2012 und 2018;

29

HHStA Wiesbaden, Abt. 520/27, Nr. 4543, 1946 (Schreiben von Alfred Kirk, 1–5); Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 312;

30

BArch Berlin VBS 1/1140039085; Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 312;

31

HHStA Wiesbaden, Abt. 520/27, Nr. 4543, 1946 (Schreiben des Planungsausschusses, 10.07.1946); Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 306;

32

HHStA Wiesbaden, Abt. 520/27, Nr. 4543, 1946 (Schreiben von Reinhold Ritter, 2); Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 309;

33

Groß, 2020a-e;

34

Groß/Schmidt/Schwanke, 2016; Schwanke/Krischel/Groß, 2016; Groß, 2018c; Groß, 2018d, 175; Groß/Westemeier/Schmidt, 2018a; Groß, 2019 (hier Kapitel 13); Groß/Krischel, 2020; Groß, 2020f;

35

HHStA Wiesbaden, Abt. 520/27, Nr. 4543, 1946 (Klageschrift, Datum unleserlich); Groß/Westemeier/Schmidt, 2018b, 311;

36

UA Heidelberg, Stahl, 1988, 10;

37

Kristen, 1983, 285;

38

Kristen, 1987, 2470;

39

Kristen, 1983, 284f.;

40

Kristen, 1987, 2470

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Literaturliste

1.    Inge Auerbach: Catalogus professorum academiae Marburgensis. Die akademischen Lehrer der Philipps-Universität Marburg, Band II: Von 1911 bis 1971, Marburg 1979, S. 347 (Reinhold Ritter)

2.    BArch Berlin: Bundesarchiv Berlin, R 9361-VI/2487, R 9361-IX/35100919, R 9361-IX/35100919, R 9361-IX/17000228 (NSDAP-Mitgliederdatei) sowie VBS 1/1140039085

3.    Hermann Boehm: Erbgesundheit, Volksgesundheit. Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses in Grundsatz und Anwendung. Eine Einführung für Ärzte, Berlin 1939

4.    DBA: Deutsches Biographisches Archiv II MF 1081, Nr. 211 und Deutsches Biographisches Archiv III MF 754, Nr. 94 (1989-99) (Reinhold Ritter)

5.    Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon. 1933-1986, Berlin et al. 2009, 497 (Reinhold Ritter).

6.    Hermann  Euler,  Reinhold  Ritter:  Erbanlagen  für  Gebiß  und Zähne, in: Günther Just (Hrsg.), Handbuch der Erbbiologie des Menschen. Band IV, Teil 2, Berlin 1940, 527-560

7.    Dominik Groß: Georg Axhausen – Erstbeschreiber der aseptischen Nekrose, Zahnarztl. Mitt. 108 (5) (2018a), 46-48

8.    Dominik Groß: Wolfgang Rosenthal – der prominenteste Kieferchirurg, Zahnarztl. Mitt. 108 (10) (2018b), 50-51

9.    Dominik Groß: Hermann Euler – der enttarnte DGZMK-Präsident, Zahnarztl. Mitt. 108 (12) (2018c), 92-93

10.    Dominik Groß: Zahnärzte als Täter. Zwischenergebnisse zur Rolle der Zahnärzte im „Dritten Reich“, Dt. Zahnarztl. Z. 73 (2018d), 164-178

11.    Dominik Groß: Die Geschichte des Zahnarztberufs in Deutschland. Einflussfaktoren Begleitumstände. Aktuelle Entwicklungen, Berlin 2019. ISBN: 978-3-86867-411-8

12.    Dominik Groß: Heinrich Fabian (1889-1970) – Nachkriegskarriere trotz NS-Vergangenheit, Zahnarztl. Mitt. 110 (4) (2020a), 72-74

13.    Dominik Groß: Fritz Faber 1887-1961) – zwischen Universität und Waffen-SS, Zahnarztl. Mitt. 110 (5) (2020b), 72-74

14.    Dominik Groß: Karl Pieper (1886-1951) – Vom NS-Führer zum „Mitläufer“, Zahnarztl. Mitt. 110 (6) (2020c), 90-92

15.    Dominik Groß: Ernst Stuck – sein Handeln bleibt ohne Folgen, Zahnarztl. Mitt. 110 (7) (2020d), im Druck

16.    Dominik Groß: Hermann Euler (1878-1961) – Ein Nationalsozialist der leisen Töne, Zahnarztl. Mitt. 110 (7) (2020e), im Druck

17.    Dominik Gross, Karl Häupl (1893-1960): Life and works with special consideration of his role in the Third Reich, DZZ International 2 (2020f), DOI: 10.3238/dzz-int.2020.00??-00??

18.    Dominik Groß, Matthis Krischel: Zahnärzte als Täter und Verfolgte im „Dritten Reich“. Hintergründe und Erläuterungen zur neuen zm-Reihe, Zahnarztl Mitt. 110 (1-2) (2020), 24-27

19.    Dominik Groß, Mathias Schmidt, Enno Schwanke: Zahnärztliche Standesvertreter im „Dritten Reich“ und nach 1945 im Spiegel der Lebenserinnerungen von Hermann Euler (1878-1961) und Carl-Heinz Fischer (1909-1997), in: Matthis Krischel, Mathias Schmidt, Dominik Groß (Hrsg.), Medizinische Fachgesellschaften im Nationalsozialismus. Bestandsaufnahme und Perspektiven (= Medizin und Nationalsozialismus, 4), Berlin, Münster 2016, 129-171, ISBN 978-3-643-13269-7

20.    Dominik Groß, Jens Westemeier, Mathias Schmidt: Zahnärzte und Zahnheilkunde im Nationalsozialismus – Ein Problemaufriss, in: Dominik Groß, Jens Westemeier, Mathias Schmidt, Thorsten Halling, Matthis Krischel (Hrsg.), Zahnärzte und Zahnheilkunde im „Dritten Reich“. Eine Bestandsaufnahme (= Medizin und Nationalsozialismus, 6), Berlin und Münster 2018a, 15-37. ISBN: 978-3-643-13914-6

21.    Dominik Groß, Jens Westemeier, Mathias Schmidt: „Die Grundfarbe der Geschichte ist grau“. Reinhold Ritter (1903-1987) und seine Rezeption vor und nach 1945, in: Dominik Groß, Jens Westemeier, Mathias Schmidt, Thorsten Halling, Matthis Krischel (Hrsg.): Zahnärzte und Zahnheilkunde im „Dritten Reich“. Eine Bestandsaufnahme (= Medizin und Nationalsozialismus, 6), Berlin und Münster 2018b, 285-321. ISBN: 978-3-643-13914-6

22.    HHStA Wiesbaden: Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abt. 520/27, Nr. 4543, 1946 (Akten Prof. Dr. Reinhold Ritter)

23.    Kurt Kristen: Reinhold Ritter zum 80. Geburtstag, Ruperto Carola 35 (1983), 284f.

24.    Kurt Kristen: Reinhold Ritter lebt nicht mehr, Zahnarztl. Mitt. 77 (1987), 2470

25.    LAA Bayreuth: Lastenausgleichsarchiv Bayreuth, ZLA 1/10174429 (Akten Prof. Dr. Reinhold Ritter)

26.    Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, 4. Auflage, Frankfurt a. M. 2013, 499 (Reinhold Ritter). ISBN 978-3-596-16048-8

27.    Lehmann/Ritter (1939): Wolfgang Lehmann, Reinhold Ritter, Die Stellung der Lippen- Kiefer-Gaumenspaltenträger im Gesetz zu Verhütung erbkranken Nachwuchses, Z. Menschl. Vererb. Konstitutionsl. 23 (1939), S. 1-16

28.    Lehmann/Ritter (1940): Wolfgang Lehmann, Reinhold Ritter, Erbpathologie der Lip- pen-Kiefer-Gaumenspalten, in: Günther Just (Hrsg.), Handbuch der Erbbiologie des Menschen. Band IV, Teil 2, Berlin 1940, S. 561-580

29.    Reinhold Ritter: Großbeschädigungen durch Mensurverletzungen, diss. Med. Fak. Breslau 1928

30.    Reinhold Ritter: Über die Frage der Vererbung von Anomalien der Kiefer und Zähne. nach Studien an 126 zweieiigen, 96 eineiigen Zwillingspaaren, einem Fall von Vierlingen sowie Tierzuchtversuchen, Leipzig 1937

31.    Reinhold Ritter: Die Entstehung von Gebissanomalien bei Kreuzung eines grossschädeligen mit einem kleinschädeligen Kaninchen und ihre peristatische Beeinflussung, Dtsch. Zahn-Mund­Kieferheilk. 10 (1943), 49-61

32.    Reinhold Ritter: Ueber das Verhalten von transplantiertem Knochen im Rundstiellappen-Fettgewebe, Dtsch. Zahnarztl. Z. 3 (9-12) (1948a), 432-436

33.    Reinhold Ritter: Behandlung der Kiefergelenkkontraktur und Nachbehandlung nach Ankyloseoperation, Zahnarztl Welt. 3 (5) (1948b), 149-153

34.    Reinhold Ritter: Neurale Dystrophie und Zahnheilkunde, Dtsch. Zahnarztl. Z. 8(23) (1953), 1290-1296

35.    Enno Schwanke, Matthis Krischel, Dominik Groß: Zahnärzte und Dentisten im Nationalsozialismus. Forschungsstand und aktuelle Forschungsfragen, Medizinhist. J. 51 (2016), 2-39

36.    Volker Thieme: Gedemütigt, entwürdigt, verstümmelt – die „rassenhygienische Ausmerze“ der Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten im Dritten Reich. Studie zur Situation der Betroffenen und zur Position der Ärzte im Dritten Reich. Teil II: MKG-Chirurg 5 (1) (2012), 62-72

37.    Volker Thieme: Das Fach Kieferchirurgie und die „rassenhygienische Ausmerze“ der Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, in: Dominik Groß, Jens Westemeier, Mathias Schmidt, Thorsten Halling, Matthis Krischel (Hrsg.), Zahnärzte und Zahnheilkunde im „Dritten Reich“ – Eine Bestandsaufnahme, (= Medizin und Nationalsozialismus, 6), Berlin, Münster 2018, 169-185

38.    UA Heidelberg, Stahl (1988): Universitätsarchiv Heidelberg, Arnulf Stahl, Gedenkrede, gehalten am 2. Februar 1988 (Tagebuch-Nr. 807/17)

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