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Gemeinsam für ein effizientes Gesundheitswesen

Martin Hendges
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Karl-Georg Pochhammer
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Romy Ermler
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Ralf Hausweiler
,
Doris Seiz
,
Meike Gorski-Goebel

Wir hoffen, dass Sie und Ihre Familien gut ins neue Jahr gekommen sind, und wünschen Ihnen für 2026 viel Erfolg; bleiben Sie vor allem gesund.

Genau vor einem Jahr standen wir kurz vor der vorgezogenen Bundestagswahl. Im Mai ist die neue Bundesregierung dann mit großen Erwartungen gestartet, liefert bislang aber doch nur überschaubare Arbeitsergebnisse: Der Herbst der Reformen blieb aus, stattdessen erleben wir in vielen Bereichen Symbolpolitik und ein wachsendes Haushaltsrisiko. Speziell im Gesundheitswesen stehen wir vor sehr großen Herausforderungen. CDU, CSU und SPD haben ihre Ziele im Koalitionsvertrag festgehalten: Prävention stärken, Versorgung verbessern und Finanzierung sichern. Das ist grundsätzlich der richtige Ansatz und es ist nur ehrlich, wenn Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sagt, dass kein Weg an mutigen Reformen vorbeiführe.

In einer solch schwierigen Lage ist es umso wichtiger, dass Selbstverwaltung und Politik lösungsorientiert zusammenarbeiten – im Sinne einer bestmöglichen Patientenversorgung. Mit Nina Warken hat eine Politikerin das Amt übernommen, die anders als ihr Vorgänger den Dialog mit den Professionen im Gesundheitswesen sucht und uns auf Augenhöhe begegnet. Das haben sie und ihre Parlamentarischen Staatssekretäre mit ihren Redebeiträgen etwa bei der Bundesversammlung der BZÄK und der Vertreterversammlung der KZBV belegt und damit gezeigt, dass sie die Dachorganisationen der deutschen Zahnärzteschaft als politischen Partner im Gesundheitssystem ernst nehmen.

Eine Wertschätzung, die auch geboten ist, denn Sie alle, liebe Kolleginnen und Kollegen, leisten täglich mit Ihren Teams einen wichtigen Beitrag für ein effizientes Gesundheitswesen. Sie alle haben in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen, dass Sie die Menschen in Deutschland bei einem äußerst effizienten Einsatz von Ressourcen wohnortnah, flächendeckend und qualitativ hochwertig versorgen können.

Mit konsequent präventiv ausgerichteten Versorgungskonzepten ist es uns gemeinsam gelungen, die Gesundheitskompetenz und die Mundgesundheit der Bevölkerung stetig und nachhaltig zu verbessern. Die im letzten Jahr veröffentlichte Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass sich der Health-Outcome des zahnärztlichen Versorgungsbereichs im internationalen Vergleich auf ­einem sehr hohen Niveau bewegt und dass unser Angebot frühzeitiger und umfangreicher Präventionsleistungen Wirkung zeigt und von der breiten Bevölkerung in Anspruch genommen wird. Durch diesen konsequenten Präventionsansatz konnten wir den Anteil der zahnärztlichen Leistungen an den GKV-Ausgaben noch einmal auf mittlerweile niedrige 5,8 Prozent senken. Wir sind also alles andere als ein Kostentreiber im Gesundheitssystem!

Der zahnmedizinische Bereich hat also seine Hausaufgaben gemacht und leistet bereits seit Langem seinen Beitrag für ein effizienteres Gesundheitswesen. Aufgabe der Politik sollte es jetzt sein, diese Erfolge mit uns gemeinsam nachhaltig zu sichern. Unsere Botschaft an die von Ministerin Warken zur Stabilisierung der GKV-Finanzen eingesetzte Finanzkommission Gesundheit lautet daher, die Leistungen zur präventionsorientierten Parodontitistherapie gesetzlich als Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen zu verankern und somit die erforderlichen Finanzmittel vollständig bereitzustellen.

Nur so kann es gelingen, die Parodontitisversorgung endlich wieder auf ein der hohen Krankheitslast angemessenes Niveau zu heben. Wir müssen diese Volkskrankheit frühzeitig behandeln und die Behandlungsstrecke muss endlich ihre volle Präventionswirkung entfalten können; nicht zuletzt werden erhebliche zusätzliche finanzielle Einsparungen im zahn- ­sowie im allgemeinmedizinischen Bereich ermöglicht.

Weiteres Einsparpotenzial sowie positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung sehen wir durch eine Reduktion von Zucker, Alkohol und Tabak. Übermäßiger Konsum von stark zuckerhaltigen Produkten sowie von Alkohol oder Tabakprodukten zieht erhebliche Krankheitslasten nach sich, welche zu hohen Ausgaben im Gesundheitssystem führen. Daher müssen wirkungsvolle Maßnahmen ergriffen werden, um diesen Konsum nachhaltig zu reduzieren, beispielsweise durch eine präventive Stärkung der Verbraucherkompetenz oder durch eine konsumlenkende „Zuckersteuer“ beziehungsweise erhöhte Abgaben auf Alkohol und Tabak. Auf diese Weise erzielte Einnahmen sollten dann konsequenterweise dem Gesundheitsfonds zufließen oder zur Präventionsstärkung eingesetzt werden.

Wir haben unsere Expertise also eingebracht; jetzt bleibt abzuwarten, was die Finanzkommission Gesundheit davon letztendlich aufgreifen wird und welche ihrer Empfehlungen dann in Gesetzesvorhaben fließen. In jedem Fall werden wir auch in diesem Jahr der Bundesregierung und dem Gesetzgeber immer wieder deutlich und faktenbasiert vor Augen führen, dass es sich bei der Zahnmedizin – insbesondere aufgrund unseres konsequent auf Prävention ausgerichteten Versorgungsansatzes – um einen effizienten und wirtschaftlichen Versorgungsbereich handelt. Er ist darüber hinaus ein Paradebeispiel für das erfolgreiche Zusammenspiel maßvoller Eigenverantwortung und solidarischer Finanzierung. Daher können wir selbstbewusst sagen, dass die zahnärztliche Versorgung klaren Vorbildcharakter auch für andere Sektoren besitzt und im Kontext anstehender Reformen im Gesundheitswesen als richtungsweisendes Beispiel herangezogen werden sollte.

Doch auch neben der Stärkung von Prävention und der Sicherung der Finanzen gibt es weitere Baustellen im Gesundheitswesen, um die sich die Regierung dringend kümmern muss. Dazu gehört allem voran ein wirksamer Bürokratieabbau. Auch hier haben KZBV und BZÄK bereits zahlreiche Vorschläge vorgelegt. Wir stehen bereit, diese jetzt zusammen mit den politisch Verantwortlichen umzusetzen. Von unserer Seite ist es erforderlich, extrem beharrlich zu sein und den politisch Verantwortlichen klar und deutlich aufzuzeigen, dass unsere Vorschläge keinesfalls Abstriche bei Qualität und Qualitätssicherung machen und dass Patienten- und Mitarbeiterschutz oberste Priorität haben. Abgeschafft werden muss aber all das, was unnötig ist oder doppelt und dreifach erledigt werden muss. Dafür eruieren wir auch bei unseren europäischen Nachbarn, wie diese mit bürokratischen Vorgaben umgehen.

Bürokratieabbau ist unabdingbar, denn gerade unser dringend benötigter Nachwuchs fühlt sich durch den fortwährend steigenden bürokratischen Aufwand von der Niederlassung abgeschreckt. Ebenso erforderlich sind die seit Langem angekündigten Maßnahmen zur Eindämmung von Investoren-betriebenen MVZ (iMVZ). Und dies müssen wirksame Instrumente sein, nämlich eine räumliche und fachliche iMVZ-Gründungsbeschränkung für Krankenhäuser, und keine Alibi-Aktionen wie ein Transparenzregister.

2026 wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit tiefgreifende Veränderungen für unser Gesundheitssystem bringen. Wir müssen uns einmal mehr auf ein herausforderndes Jahr einstellen. Was aber auch immer passieren wird: Sicher ist, dass wir uns als Spitzenorganisationen der deutschen Zahnärzteschaft gemeinsam mit aller Kraft dafür einsetzen werden, dass unsere Vorschläge Gehör finden und in gesetzgeberische Maßnahmen einfließen. Denn wir als Berufsstand wissen am besten, was im Sinne eines effizienten Gesundheitswesens für die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten erforderlich ist.

Martin Hendges
Vorsitzender des Vorstandes der ­Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung

Dr. Karl-Georg Pochhammer
Stellvertretender Vorsitzender des ­Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung

Meike Gorski-Goebel
Stellvertretende Vorsitzende des ­Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung

Dr. Romy Ermler
Präsidentin der Bundeszahnärztekammer

Dr. Ralf Hausweiler
Vizepräsident der Bundeszahnärzte­kammer

Dr. Doris Seiz
Vizepräsidentin der Bundeszahnärzte­kammer

Martin Hendges

Vorstandsvorsitzender der KZBV
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Dr. Karl-Georg Pochhammer

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KZBV

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
Universitäts str. 735
50931 Köln
Dr. Romy Ermler, Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer

Dr. Romy Ermler

Präsidentin der
Bundeszahnärztekammer

Dr. Ralf Hausweiler

Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer

Dr. Doris Seiz

Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer
Meike Gorski-Goebel, Stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der KZBV

Meike Gorski-Goebel

Stellvertretende Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung

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