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CED-Konferenz in Brüssel

Zuckerkonsum in Europa gemeinsam senken

Die Diskussion über Ernährungs- und Zuckerfragen in der europäischen Gesundheitspolitik nimmt Fahrt auf: Bei ­einem Kurzsymposium in Brüssel stellte der Council of European Dentists wirksame Strategien zur Stärkung der Mundgesundheit durch eine konsequentere Zuckerprävention vor.

„Zucker: Europas Hindernis für die Verbesserung der Mundgesundheit und des allgemeinen Wohlbefindens“ lautete der Titel der halbtägigen Konferenz, die Ende März im Europäischen Parlament stattfand. Der Einladung des europäischen Dachverbands der Zahnärzteschaft (CED) waren rund 40 Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und zahnmedizinischen Organisationen gefolgt, um über aktuelle Herausforderungen und Strategien zu diskutieren. Schirmherr der Veranstaltung war Dario Tamburrano, italienischer Zahnarzt und Mitglied der Linksfraktion im Europäischen Parlament.

Unter dem Programmpunkt „Initiativen zur Mundgesundheit – Einblicke aus europäischen nationalen Zahnärzteverbänden“ berichtete unter anderem Dr. Mick Armstrong von der British Dental Association (BDA) von dem erheblichen zeitlichen und politischen Aufwand, der notwendig gewesen sei, um auf nationaler Ebene eine Zuckerabgabe – gegen den starken und langanhaltende Widerstand der Zuckerindustrie – durchzusetzen.

Ernährung rückt in den Fokus

In einem wissenschaftlichen Vortrag über evidenzbasierte Maßnahmen zur Zuckerreduktion stellte Prof. Dr. Johan Wölber vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden ausführlich dar, dass Zucker ein zentraler, direkt krankheitsverursachender Faktor für Karies, Zahnfleischentzündungen und darüber hinaus auch für allgemeine Gesundheitsprobleme ist.

In der anschließenden Diskussion herrschte weitgehend Einigkeit darüber, dass das hohe Suchtpotenzial von Zucker ein zentrales Problem darstellt. „Entsprechend wurde die Bedeutung von frühzeitiger Gesundheitserziehung und der Stärkung des Bewusstseins für gesunde Ernährung als entscheidender Erfolgsfaktor hervorgehoben“, berichtet Dr. Alfred Büttner, Leiter der Abteilung Europa und Internationales der Bundeszahnärztekammer (BZÄK).

Auch BZÄK-Präsidentin Dr. Romy Ermler, die zugleich Mitglied des CED-Vorstands ist, war beim Symposium in Brüssel anwesend. Sie begrüßte, dass die Diskussion über Ernährungs- und Zuckerfragen in der europäischen Gesundheitspolitik an Fahrt aufnimmt. Das zeige auch der im Dezember 2025 von der Europäischen Kommission vorgestellte Safe-Hearts-Plan, der erstmals umfassende Maßnahmen zur Bekämpfung kardiovaskulärer Erkrankungen präsentiert. „Der Safe-Hearts-Plan stellt Prävention in den Mittelpunkt und adressiert ausdrücklich auch ungesunde Ernährungsweisen, insbesondere den Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt – daran können wir als Zahnärzteschaft gut anknüpfen“, sagte Ermler auf Anfrage.

Das Maßnahmenpapier fokussiert sich unter anderem auf die Förderung gesünderer Verbraucherentscheidungen, die Reformulierung von Lebensmitteln sowie die Prüfung fiskalischer Instrumente, die den Konsum ungesunder Produkte reduzieren können. Zudem hebt es die Bedeutung von Aufklärung, Prävention und lebensstilbezogenen Interventionen hervor.

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