Sie wurden erfolgreich abgemeldet!

Professionelle Gestaltung der Praxis-Website

Barrierefreiheit meets Customer Journey

Die Website einer Zahnarztpraxis hat sich von einem reinen Informationsmedium zu einem zentralen Instrument der Patientengewinnung und -bindung entwickelt. Oft ist sie der erste Kontaktpunkt zwischen Patient und Praxis – und ­damit ein entscheidender Faktor für die Wahrnehmung von fachlicher Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit. Neben der Barrierefreiheit gewinnt auch die Gestaltung der „Customer Journey“ zunehmend an Bedeutung.

Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das seit Juni 2025 in Kraft ist, rückt das Thema auch für Arzt- und Zahnarztpraxen zunehmend in den Fokus. Doch auch wenn nicht jede Praxis unmittelbar gesetzlich verpflichtet ist, gilt: Wer digitale Services anbietet, sollte Barrierefreiheit unbedingt mitdenken – rechtlich, aber vor allem im Sinne der Patienten. Denn viele Anforderungen an die Barrierefreiheit verbessern die Benutzerfreundlichkeit für alle Nutzer.

Eine barrierefreie Website bedeutet vor allem eines: Sie ist für alle Menschen zugänglich und verständlich – unabhängig von Einschränkungen, Alter oder technischen Voraussetzungen. Grundlage dafür sind die internationalen WCAG-Richtlinien (Web Content Accessibility Guidelines). Sie definieren vier zentrale Prinzipien: Website-Inhalte müssen wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und technisch robust sein.

Die Richtlinien in der Praxis

Die WCAG-Richtlinien stellen konkrete Anforderungen an die Praxiswebsite dar – angefangen bei der Wahrnehmbarkeit. Inhalte müssen für alle Nutzer erfassbar sein. Das beginnt bei einer gut lesbaren Typografie und ausreichenden Farbkontrasten, die auch bei Sehschwächen Orientierung ermöglichen. Eine klare visuelle Hierarchie hilft dabei, Inhalte schnell zu scannen und zu verstehen. Gleichzeitig gilt: Informationen dürfen nie nur auf eine Weise vermittelt werden. Bilder benötigen Alternativtexte, damit Screenreader sie vorlesen können, und wichtige Inhalte sollten nicht ausschließlich visuell dargestellt werden. Mit Untertiteln versehene Videos verbessern nicht nur die Barrierefreiheit, sondern auch die allgemeine Nutzerfreundlichkeit.

Die vier Prinzipien der Barrierefreiheit

  1. Wahrnehmbarkeit: Alle Nutzer müssen die Website-Inhalte erfassen können, sowohl visuell als auch akustisch.

  2. Bedienbarkeit: Die Website muss mit verschiedenen Eingabemethoden funktionieren (beispielsweise Maus, Tastatur, Touchscreen, Screenreader).

  3. Verständlichkeit: Sprache, Struktur und Navigation müssen klar und logisch gestaltet sein.

  4. Technische Robustheit: Die Inhalte der Website müssen mit unterschiedlichen Technologien, auch Screenreadern, verarbeitet werden können. Essenziell ist eine saubere HTML-Struktur.

Ebenso wichtig ist die Bedienbarkeit. Eine Website muss von allen Nutzern aktiv gesteuert werden können – unabhängig davon, ob sie mit Maus, Tastatur oder speziellen Hilfsmitteln navigieren. Das bedeutet, dass alle Funktionen auch ohne Maus erreichbar sein sollten, etwa über die Tastatur oder den Screenreader. Buttons und Interaktionselemente sollten klar erkennbar und ausreichend groß gestaltet sein, insbesondere auf mobilen Geräten. Nutzer dürfen nicht „hängen bleiben“ oder an Interaktionen scheitern – jeder Schritt muss einfach und nachvollziehbar ausführbar sein.

Ein weiteres Muss: Verständlichkeit. Inhalte und Funktionen sollten so gestaltet sein, dass der Nutzer sie intuitiv verstehen kann. Eine klare Struktur, verständliche Sprache und logisch aufgebaute Seiten helfen dabei, Orientierung zu schaffen. Medizinische Fachbegriffe sollten erklärt, nicht vorausgesetzt werden. Besonders wichtig ist dies bei Formularen und der Terminbuchung: Beschriftungen müssen eindeutig sein und Abläufe selbsterklärend.

Damit eine Website barrierefrei funktioniert, muss sie auch technisch sauber umgesetzt sein. Inhalte sollten von verschiedenen Browsern, Geräten und assistiven Technologien zuverlässig interpretiert werden können. Dazu gehört eine semantisch korrekte Struktur, die es Screenreadern ermöglicht, Inhalte sinnvoll wiederzugeben, ebenso wie fehlerfreie Funktionen – insbesondere bei zentralen Elementen wie der Terminbuchung. Denn nur wenn die Technik zuverlässig funktioniert, kann die gesamte Nutzererfahrung barrierefrei sein.

„Die Anforderungen an die Barrierefreiheit sind in der Tat komplex. Es lohnt sich aber, sie umzusetzen, denn letztlich verbessert eine barrierefrei gestaltete Website die Customer Journey aller Patienten und kann helfen, die Conversion-Rate – also die aus dem Websitebesuch folgenden Terminbuchungen – zu steigern.“

<quoted-person></quoted-person>

Wohin geht die Reise?

Ist der Nutzer auf Ihrer Praxiswebsite gelandet, gilt es, ihn innerhalb weniger Sekunden zu überzeugen. Findet er Antworten auf seine Fragen? Wirkt die Praxis professionell? Und vor allem: Können Sie sein Vertrauen gewinnen? Um diese Bedürfnisse zu erfüllen, kommt es auf eine übersichtliche Seitengestaltung, eine klare Gliederung der Leistungsschwerpunkte und eine patientengerechte Ansprache an – ­Elemente, die auch die Barrierefreiheit verlangt.

5 Tipps zur richtigen Patientenansprache

  1. Achten Sie auf gut gegliederte Textpassagen, die Informationen verständlich vermitteln und die Sprache des Nutzers sprechen.

  2. Storytelling: Sie wollen Vertrauen gewinnen! Holen Sie den Nutzer deshalb auch auf emotionaler Ebene ab. Ansprechende Fotos auf der Website leisten das, was reine Textinformationen nicht können.

  3. FAQ-Elemente: Sie möchten die Fragen des Nutzers sofort beantworten und binden daher eine FAQ-Rubrik ein – am besten auf der Startseite.

  4. Download-Angebote: Um dem Informationsbedürfnis des Nutzers gerecht zu werden, bieten Sie Patientenflyer und Infobroschüren zum Download an.

  5. Call-to-Action-Buttons: Erinnern Sie den Nutzer daran, einen Termin zu vereinbaren. Optisch einladende Buttons mit Verlinkung zur Online-Terminbuchung zahlen sich aus.

Ist der zukünftige Patient überzeugt, sollte der Schritt zur Terminbuchung möglichst unkompliziert sein. Eine barrierefreie Option zur Online-Terminvereinbarung, klare Call-to-Action-Buttons wie „Jetzt Termin vereinbaren!“ sowie transparente Informationen zu Kontaktmöglichkeiten und Öffnungszeiten können die Conversion-Rate – also die aus dem Websitebesuch folgenden Terminbuchungen – ­signifikant erhöhen.

Fazit

Barrierefreiheit ist keine Zusatzoption, sondern die Grundlage für eine erfolgreiche Website. Wer seine Inhalte klar, verständlich und technisch sauber aufbereitet, verbessert automatisch die gesamte Customer Journey. Für Ihre Praxis bedeutet das: Mehr Vertrauen, weniger Absprünge und mehr Terminbuchungen. Die Anforderungen mögen komplex sein, der Effekt ist simpel: Eine barrierefreie Website funktioniert besser – für die Patienten und damit auch für die Praxis.

Nadja Alin Jung

Nadja Alin Jung

m2c | medical concepts & consulting
Frankfurt am Main

Melden Sie sich hier zum zm-Newsletter des Magazins an

Die aktuellen Nachrichten direkt in Ihren Posteingang

zm Heft-Newsletter


Sie interessieren sich für einen unserer anderen Newsletter?
Hier geht zu den Anmeldungen zm Online-Newsletter und zm starter-Newsletter.