Christiane Schenderlein löst Tino Sorge ab
Die Personalie hatte Bundeskanzler Friedrich Merz gestern nach einer CDU-Präsidiumssitzung bekannt gegeben. Den Rücktritt von Bundestagsfraktionschef Jens Spahn (CDU) vor gut einer Woche nimmt Merz zum Anlass für einen umfangreichem Personalumbau. Zu Spahns Nachfolger soll der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei ernannt werden.
Nun soll Schenderlein, gebürtige Sächsin, Sorge als Parlamentarische Staatssekretärin im BMG ablösen. Sie ist seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2025 Staatsministerin beim Bundeskanzler und Beauftragte der Bundesregierung für Ehrenamt und Sport. Von 2019 bis 2022 war sie Mitglied des Sächsischen Landtages.
Ihr Weggang aus dem Kanzleramt stößt in den ostdeutschen Landesverbänden auf Kritik. Auch Sachsens Ministerpräsident und CDU-Landeschef Michael Kretschmer kritisiert die Ablösung. „Christiane Schenderlein war eine unglaublich erfolgreiche Sportministerin“, sagte er dem MDR „Insofern habe ich diesen Wechsel überhaupt nicht verstanden.“ Auch ist die Nachfolge im Kanzleramt noch ungeklärt. Im Gespräch sind laut Medienberichten unter anderem Nadine Keßler, die Weltfußballerin aus 2014, und tatsächlich auch Tino Sorge.
Bei Sorge stimmte die Chemie
Sorges Austausch kommt überraschend, wurde dieser vor einem Jahr noch als Bundesgesundheitsminister gehandelt. Den Posten bekam damals Nina Warken und Sorge wurde damals Staatssekretär im BMG. Er baute einen guten Draht zu den Vertretern der Zahnärzteschaft in Deutschland auf und lobte etwa auf der Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Bundesversammlung (KZBV) im vergangenen Herbst die Verdienste der Zahnmedizin. Die Chemie zwischen Sorge und den Vertretern des Berufsstandes passte.
Sorge, in Thüringen geboren und seit 2013 für Magdeburg im Bundestag, hob damals auch die gerade veröffentlichten Ergebnisse der neuen DMS • 6 als Zeichen für das erfolgreiche Engagement des Berufsstandes in der Prävention hervor: „Ganze 80 Prozent der 12-Jährigen haben heute gar keine Karies mehr und bei den 65- bis 74-Jährigen sind nur 5 Prozent zahnlos. Diese Zahlen sind ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob die Politik gemeinsam mit Berufsträgern an erfolgsversprechenden Lösungen arbeitet, und dafür ist die Zahnmedizin ein Garant.“
Gestern zeigte Sorge dann Bedauern nach der Entscheidung. „Es ist kein Geheimnis, dass ich meine Arbeit an dieser zentralen Schaltstelle der Gesundheitspolitik gern fortgeführt hätte“, schreibt der Abgeordnete in einer Erklärung, die er auf seinen Kanälen der sozialen Medien verbreitete. Er ließ darin auch Kritik am Zeitpunkt der Entscheidung durchblicken: „Angesichts der Ereignisse der letzten Tage und am Vorabend mehrerer Landtagswahlen wird der Bundeskanzler diese Entscheidung mit Bedacht getroffen haben.“


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