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Frühjahrsgutachten des Sachverständigenrats

Zahnärzte gehören nicht zu den Kostentreibern

Die Ausgaben für zahnärztliche Behandlungen sind in den vergangenen Jahren preisbereinigt kaum gestiegen. Das haben die Wirtschaftsweisen in ihrem Frühjahrsgutachten klargestellt. Sparpotenzial sehen sie vor allem bei Krankenhausbehandlungen und Arzneimitteln.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat Ende Mai in Berlin sein Frühjahrsgutachten vorgestellt. Darin warnen die fünf Wirtschaftsweisen vor einem massiven Anstieg der Beitragssätze in den Sozialversicherungen und fordern umfangreiche Einsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und in der Pflege. In der GKV stiegen die Ausgaben stärker als die Einnahmen. Wenn nicht gegengesteuert werde, müsse der Beitragssatz in der GKV bis zum Jahr 2040 auf 19,8 Prozent angehoben werden.

Laut dem Gutachten stiegen die Ausgaben der GKV von 2005 bis 2025 in den einzelnen Leistungsbereichen unterschiedlich stark. Die höchsten Wachstumsraten verzeichneten demnach die Ausgaben für Behandlungspflege und häusliche Krankenpflege. „Dagegen sind die Ausgaben für zahnärztliche Behandlungen und die Verwaltungskosten der Krankenkassen preisbereinigt kaum gestiegen“, heißt es im Gutachten. Demnach trugen die Kosten für zahnärztliche Behandlungen zum Gesamtanstieg der GKV-Ausgaben von 2005 bis 2025 lediglich 2,7 Prozent bei.

Der größte Teil des Kostenanstiegs entfiel auf Krankenhausbehandlungen und Arzneimittel, da ihr Anteil an den Gesamtausgaben sehr hoch ist. Daneben hätten laut dem Gutachten auch die Ausgaben für ärztliche Behandlungen und Krankengeld spürbar zum Anstieg beigetragen.

Nur Fünf Prozent der GKV-Ausgaben entfielen auf Zahnarztbehandlungen

Im vergangenen Jahr flossen fünf Prozent der GKV-Ausgaben in zahnärztliche Behandlungen. Ein Drittel (32 Prozent) der Ausgaben verursachten Krankenhausbehandlungen. In ­Arzneimittel flossen 17 Prozent und in ärztliche Behandlungen 15 Prozent der GKV-Ausgaben (siehe Grafik).

„Die gesetzliche Krankenversicherung hat kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem“, sagte Martin Werding, Mitglied im Sachverständigenrat Wirtschaft. Er forderte, insbesondere bei der Krankenhausversorgung und bei Arzneimitteln die Mittel effizienter einzusetzen.

Konkret empfahlen die Wirtschaftsweisen im stationären Bereich eine stärkere Spezialisierung und eine geringere Finanzierungabhängigkeit von Fallzahlen. Außerdem sollten Dienstleistungen, die unter das Pflegebudget fallen, klar abgegrenzt werden.

Um unnötige stationäre Behandlungen zu vermeiden, sollte die ambulante Versorgung ausgebaut und die Steuerung der Patienten verbessert werden. Die Preise für innovative Arzneimittel sollten sich konsequenter am therapeutischen Zusatznutzen orientieren.

Wirtschaftsweise plädieren für die Zuckersteuer

Zudem sprachen sich die Wirtschaftsweisen für mehr Prävention aus. So empfahlen sie, Standards für gesunde Ernährung in Kitas und Schulen verbindlich festzulegen und Werbung, zum Beispiel für gesundheitsschädliche Lebensmittel, einzuschränken. Auch höhere Steuern oder Mindestpreise auf Tabak, Alkohol und stark zuckerhaltige Lebensmittel könnten laut den Wirtschaftsweisen dazu beitragen, den gesundheitsgefährdenden Konsum zu senken.

Außerdem plädierten sie dafür, die beitragsfreie Mitversicherung von nicht kindererziehenden Ehepartnerinnen und Ehepartnern abzuschaffen. Dies würde die GKV entlasten und zugleich die Erwerbsanreize von Zweitverdienern stärken. Zudem schlugen sie vor, für aktuell beitragsfrei mitversicherte Ehepartner einen angemessenen Krankenkassenbeitrag zu bestimmen.

Insgesamt sei Deutschlands Wirtschaft durch den Iran-Krieg und durch die in der Folge gestiegenen Energiepreise belastet, betonten die Ökonomen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2026 preisbereinigt nur noch minimal um 0,5 Prozent und 2027 um 0,8 Prozent wachsen.

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