„Wir wollen gewinnen!“
Sechs Tage stand das Saarland im Zeichen gelebter Inklusion: Rund 4.300 Athleten traten bei den Nationalen Spielen der Special Olympics in 27 verschiedenen Disziplinen an – die größte Sportveranstaltung, die das kleine Bundesland bis dato je ausgetragen hat. Mit viel Sonnenschein und Temperaturen bis über 30 Grad zog das Großevent rund 110.000 Besucher, Teilnehmer und Helfer an. Dabei machten die 3.100 Volunteers das facettenreiche Rahmenprogramm erst möglich.
„Aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben sich sehr viele Menschen aktiv in die Spiele eingebracht. Daran wollen wir anknüpfen und dieses Engagement für das Sporttreiben von Menschen mit geistiger Behinderung verstetigen.“
Christiane Krajewski, Präsidentin von Special Olympics Deutschland
Die Veranstaltung mit ihren 23 Austragungsstätten hatte sich auf die Fahne geschrieben, mit ihrer Zugkraft die Aufmerksamkeit für die Menschen zu erhöhen, die im Massensport meist kaum zu sehen sind. Am Ende wurden 6.000 Medaillen überreicht.
Erfolg im Sport braucht eine gute Gesundheit
Ob beim Rudern, beim Beachvolleyball, beim Voltigieren oder auch beim Tennis – erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler brauchen eine gute Gesundheit. Deshalb wurde die Sportveranstaltung wieder von dem Gesundheitsprogramm „Healthy Athletes“ begleitet. Das Programm ist zentraler Bestandteil des Events, da Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko für gesundheitliche Einschränkungen haben. Deren Ursachen sind vielschichtig, sie reichen von direkten medizinischen Verbindungen zu ihrer Grunderkrankung über eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten bis hin zu strukturellen Barrieren im Gesundheitssystem. Die freiwilligen Helfer konnten rund 2.750 Untersuchungen und Beratungen in fünf Disziplinen durchführen.
Vorab schilderte SOD-Athletin Tabea Grabe beim Health Talk, wie schwer es sei, Ärzte überhaupt zu verstehen oder einen Termin zu vereinbaren. Sie wünscht sich, dassMediziner sich mehr Zeit für Menschen mit einer geistigen Behinderung nehmen. Erklärungen und Formulare sollten zudem in Leichter Sprache geschrieben sein.
„Es gibt noch viel zu tun“, bestätigte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel: „Deutschland hat vor 17 Jahren die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert und damit das Versprechen gegeben, dass alle Menschen einen Zugang zu allen Systemen der Gesellschaft bekommen. Das gilt auch für das medizinische System.“
Special Smiles machte 456 zahnmedizinische Screenings
Rund um die Mundgesundheit gibt es dafür das Programm „Special Smiles“, das die Bundeszahnärztekammer seit Jahren unterstützt. Unter den vielen freiwilligen Helfern engagierten sich in diesem Jahr neben Zahnärztinnen und Zahnärzte auch viele Zahnmedizinstudierende der Universität Homburg sowie Dentalhygienikerinnen, Pflegeschülerinnen und Logopädiestudierende. Neben den Athleten nahmen fast 200 Teilnehmende aus Wohneinrichtungen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung die Angebote des Gesundheitsprogramms wahr, berichtete Dr. Imke Kaschke, Leiterin des Gesundheitsprogramms von Special Olympics Deutschland.
Die Angebote konnten nahezu an die Erfolge von vor der Pandemie anknüpfen. „Wir sind zufrieden, wir konnten viele Athletinnen und Athleten erreichen und haben die Zeit gut genutzt. Denn wir haben beispielsweise gleich bei der Akkreditierung, damit noch vor den Spielen, die Check-ups durchgeführt. So konnten die Teilnehmer die Wartezeit sinnvoll nutzen“, betonte Kaschke.
Die nächsten Nationalen Spiele finden 2028 statt. Die Ausschreibung für das Austragungsbundesland laufen bis Ende Januar 2027.






