Johnson & Johnson

Leitlinien: Den Biofilm managen

Die IDS 2019 nutzte Johnson & Johnson, um die Ergebnisse der im November 2018 veröffentlichten S3-Leitlinie „Häusliches chemisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis“ vorzustellen. Die Ergebnisse zeigen: Nur für ätherische Öle (wie in Listerine) und Chlorhexidin (CHX) liegt eine hervorragende Datenlage vor, gleichzeitig weisen beide Wirkstoffe einen großen Effekt auf Plaque und Gingivitis auf.

Prof. Dr. Nicole Arweiler, Ordinaria und Direktorin der Abteilung Parodontologie, der Uniklinik der Philipps-Universität Marburg, war eine der Mitautorinnen der S3-Leitlinie „Häusliches chemisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis“. © Schunk

Prof. Dr. Nicole Arweiler, Ordinaria und Direktorin der Abteilung Parodontologie, der Uniklinik der Philipps-Universität Marburg, eine der Mitautorinnen der Leitlinie, stellte die Ergebnisse in Köln der Fachpresse vor. Dabei gab sie auch einen Einblick in die Entstehung solch einer Leitlinie. Hier hänge viel von der Evidenz und der Studienlage zu den Themen ab. Dort, wo keine ausreichende Studienlage vorhanden war, gab es in der Leitlinie eine konsensbasierte Empfehlung.

Übernahme für Europa

Insgesamt sei die Leitlinie aber sehr erfolgreich. Auch die European Federation of Periodontology (EFP) überlege, verriet Arweiler, die Leitlinie aufzulegen. „Eventuell wird unsere Version auch Wort-für-Wort übersetzt.“

Die neue S3-Leitlinie verfolgt das Ziel, „den Anwendern eine Entscheidungshilfe zur Prävention und Therapie gingivaler Erkrankungen mittels Mundspüllösungen zu geben“ . Dazu wurde die klinische Wirksamkeit des zusätzlichen Mundspülens mit antibakteriellen Wirkstoffen (chemische Biofilmkontrolle) mit der rein mechanischen Plaquekontrolle allein verglichen.

Goldstandard

Das Ergebnis: Für die kurzfristige (in bestimmten Situationen auch als alleinige Maßnahme) Anwendung ist vor allem Chlorhexidin geeignet. Für die langfristige Anwendung sind vor allem diese Patientengruppen geeignet:

  • mit mechanisch schwer oder nicht zugänglichen Bereichen (z.B. festsitzende KFO-Apparaturen, proth. Konstruktionen)
  • mit besonderem Unterstützungsbedarf (z.B. Pflegebedürftige)
  • mit chronischen Erkrankungen
  • die unter besonderer Medikation stehen (bei/nach Chemotherapie und/oder Bestrahlung)
  • Schwangere sowie Kinder und Jugendliche
  • Patienten mit Implantaten und implanatgetragenem Zahnersatz

Hier bieteten sich insbesondere Mundspüllösungen mit ätherischen Ölen (Listerine) an, die einen ähnlichen Effekt wie Chlorhexidin haben.

Bei der Erstellung der Leitlinie wurde die alkoholfreie Variante von Listerine noch nicht inkludiert. Hierzu wurde erst 2018 eine Studie veröffentlicht. Nach dieser Studie gebe es laut Arweiler aber keine signifikanten Unterschieden bei der alkoholfreien Variante. Diese werde vermutlich in fünf Jahren bei der Neuauflage der Leitlinie mit einbezogen.

„Eine optimale Mundhygiene haben die wenigsten Patienten“, betonte Arweiler. Deshalb war es eine der Ideen der Leitlinien-Gruppe, eine generelle Empfehlung für die Verwendung antibakterieller Mundspüllösungen zu geben. „Diese sollte nicht nur bei schweren Entzündungen empfohlen werden.“

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