Aktuelles Berufsmonitoring „Medizinstudierende“

Ärzte von morgen wollen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

LL
Gesellschaft
Angehende Ärztinnen wurden zu ihren zukünftigen beruflichen Plänen befragt. Mehr als neun von zehn legen dabei großen Wert auf die Work-Life-Balance und sehen diese am ehesten in der Anstellung gegeben.

Der Trend, der sich auch aus dieser Erhebung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) herauslesen lässt, ist klar: Die Medizinstudierenden wollen nach erfolgreichem Abschluss ran an den Patienten, gleichzeitig aber die Balance zwischen Beruf und Privatleben halten. Mehr als 90 Prozent der Befragten ist diese Vereinbarkeit sehr wichtig. Daher wollen immer mehr in die Anstellung in Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Ob als „Angestellter Arzt im Krankenhaus“, „Angestellter Arzt im MVZ“ und „Angestellter Arzt in der Praxis“, für 96 Prozent ist das eine attraktive Option.

Dabei sank die Bereitschaft für eine angestellte Tätigkeit im Krankenhaus etwas. Waren im Jahr 2018 noch 74,8 Prozent bereit für einen Job in der Klinik, sind es 2022 noch 72 Prozent. Dafür gab es bei der angestellten ärztlichen Tätigkeit in Praxen einen leichten Zuwachs von 62,3 Prozent in 2018 auf 67,5 Prozent in 2022. In MVZ können sich inzwischen 65,7 Prozent eine Tätigkeit vorstellen, 2018 waren es 64,5 Prozent.

Zum ersten Mal wurden die Studierenden nach ihrer Motivation für eine bestimmte fachärztliche Tätigkeit gefragt. Bei der Entscheidungsfindung spielen neben dem Interesse für eine spezifische Fachrichtung auch Studieninhalte, Dozierende und besonders auch Erfahrungen in der Praxis mit ein. Das mache deutlich, wie wichtig es sei, Praktika im ambulanten oder stationären Bereich mit qualifizierten Lehrärzten und motivierenden Rahmenbedingungen vorfinden, betont der Medizinische Fakultätentag, der an der Studie ebenfalls beteiligt war.

Vorbereitet für den praktischen Alltag, aber nicht für die eigene Niederlassung

Den Studierenden fehle zum einen eine adäquate Vorbereitung auf die Niederlassung und zum anderen befürchten sie finanzielle Risiken, mögliche Regressforderungen im Rahmen von Wirtschaftlichkeitsprüfungen und ein Übermaß an bürokratischen Tätigkeiten, gab der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) zu bedenken.

Deutliche Skepsis beim Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen zeigten die meisten Studierenden. Obwohl viele die Ziele grundsätzlich für gut befinden, sind bislang nur 1,4 Prozent mit der Umsetzung zufrieden. Es sei wichtig, „genau hinzuschauen, wo Digitalisierung im Gesundheitswesen in welcher Form sinnvoll einzusetzen ist. Auch wird es immer wichtiger werden, die Menschen, die die neuen Technologien nutzen sollen, frühzeitig in die Entwicklung mit einzubinden, mit ihnen in Kontakt zu bringen und über die verschiedenen Aspekte von Digitalisierung aufzuklären“, schreibt die KBV in ihrem Bericht dazu.

Das Berufsmonitoring Medizinstudierende wird durchgeführt in Kooperation mit dem Medizinischen Fakultätentag sowie der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland.

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