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Schwedische Studie

Antibiotika in der Kindheit erhöhen das Risiko für späteres Reizdarmsyndrom

Die Einnahme von Antibiotika in der Kindheit war in der schwedischen Studie mit einem bis zu 1,7-fach höheren Risiko für ein Reizdarmsyndrom assoziiert. Jo Panuwat D-stock.adobe.com
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Medizin
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Auf der gastroenterologischen Fachtagung UEG Week 2026 in Barcelona wurde eine Studie vorgestellt, die in einer schwedischen Kohorte Verbindungen zwischen Reizdarm und Antibiotikagabe in der Kindheit fand. Das Reizdarm-Risiko stieg mit der Anzahl der Antibiotikaverschreibungen.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Jessica Sjölund, MD, PhD, Ärztin am Universitätsklinikum Sahlgrenska und Forscherin an der Universität Göteborg in Schweden analysierte Daten von 2.853 Teilnehmern der bevölkerungsbasierten schwedischen BAMSE-Geburtskohorte. Die Antibiotikaverschreibungen der Probanden konnten von der Kindheit bis zum 24. Lebensjahr lückenlos nachverfolgt werden. Im 24. Lebensjahr wurden die Probanden auf das Reizdarmsyndrom untersucht.

Rund zehn Prozent der Teilnehmer litten am Reizdarmsyndrom (IBS - Irritable Bowel Syndrome), davon waren 79,4 Prozent weiblich. In dieser Gruppe hatten 87,8 Prozent der Probanden im Studienzeitraum Antibiotika erhalten - im Vergleich zu 80,2 Prozent in der Gruppe ohne IBS. Nach Berücksichtigung von Geschlecht und sozioökonomischem Status der Familie war die Wahrscheinlichkeit für IBS bei Personen, die Antibiotika erhalten hatten, 1,5-mal höher (95 %-KI 1,0–2,2) als bei Personen, die keine Antibiotika erhalten hatten.

Tetracycline und Cephalosporine erhöhen das Risiko

Das Risiko für ein Reizdarmsyndrom (RDS) stieg mit der Anzahl der Antibiotikaverschreibungen signifikant an (p-Wert für den Trend < 0,001). Im Vergleich zu Personen, die keine Antibiotika erhielten, war das Risiko für ein IBS bei Teilnehmern mit ein oder zwei Verschreibungen 1,3-mal höher (95 %-KI 0,9–2,0), bei drei bis fünf Verschreibungen 1,6-mal höher (95 %-KI 1,0–2,4) und bei sechs oder mehr Verschreibungen 1,7-mal höher (95 %-KI 1,1–2,6).

Bei der Untersuchung einzelner Antibiotikaklassen zeigte sich, dass Tetracycline und Cephalosporine auch nach Berücksichtigung von Geschlecht und sozioökonomischem Status der Familie weiterhin signifikant mit einem erhöhten Risiko für Reizdarmsyndrom assoziiert waren. Die Einnahme von Tetracyclinen war mit einem 1,4-fach erhöhten Risiko (95%-KI 1,1–1,8) für Reizdarmsyndrom verbunden, während drei oder mehr Cephalosporin-Verschreibungen das Risiko um das 6,0-Fache erhöhten (95%-KI 1,9–18,8).

Die Hauptautorin Sjölund erklärte, die Studie stelle einen wichtigen Fortschritt im Verständnis des Zusammenhangs zwischen Antibiotikaeinnahme und Reizdarmsyndrom dar. „Durch die Untersuchung einer bevölkerungsbasierten Gruppe junger Erwachsener, deren Antibiotikaeinnahme seit Kindheit und Jugend objektiv dokumentiert ist, konnten wir zentrale Einschränkungen früherer Studien beheben. […] Die Ergebnisse untermauern die epidemiologischen Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Antibiotikaeinnahme und Reizdarmsyndrom“.

Die UEG Week (United European Gastroenterology Week) ist der größte Kongress für Gastroenterologie in Europa und zählt auch weltweit zu den bedeutendsten Fachveranstaltungen auf diesem Gebiet. Sie wird jährlich von der Organisation United European Gastroenterology (UEG) veranstaltet, die nach eigenen Angaben 17 Fachgesellschaften und 50 nationale Gesellschaften vereint.

Sjölund, J. et al., Antibiotic use from childhood and risk of adult irritable bowel syndrome: findings from a prospective birth cohort. Presented at UEG Week 2026; 19 October 2026; Barcelona, Spain.

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