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Cochrane Review Update

Einmal-Antibiotikagabe senkt Frühverlustrisiko von Implantaten

Eine einmalige präoperative orale Dosis von zwei Gramm Amoxicillin wurde in den meisten Studien eingesetzt. Darunter zeigten sich weniger frühe Implantatverluste als in den Vergleichsgruppen. BLKstudio - stock.adobe.com
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Zahnmedizin
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Eine einmalige Antibiotika-Gabe kann das Risiko für frühe Implantatverluste senken. Für eine längere Gabe zeigt sich kein belegter Zusatznutzen.

Antibiotika sind aufgrund von Nebenwirkungen und der Gefahr der Resistenzentwicklung im Kontext von Implantationen umstritten. In einem Update eines Cochrane Reviews wird anhand aktueller Studiendaten abgewogen, ob eine Antibiotika-Gabe bei einer Implantation ohne Knochenaugmentation das Risiko für frühe Implantatverluste senken kann. Die Forschenden kommen zu dem Ergebnis, dass eine einmalige, präoperative Antibiotika-Gabe frühe Implantatverluste wahrscheinlich reduzieren kann.

Eingeschlossen wurden 15 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit insgesamt 2.874 Teilnehmenden, die eine prophylaktische Antibiotikagabe im Rahmen einer Implantation ohne Knochenaugmentation untersuchten.

Es wurden nur Studien mit mindestens zehn Probanden pro Gruppe eingeschlossen sowie solche, in denen Implantationen ohne Knochenaugmentation durchgeführt und eine Nachbeobachtungszeit von wenigstens drei Monaten eingehalten wurde. Als Endpunkte definierten die Autoren neben Implantatverlust auch „prothetische Misserfolge, postoperative Infektionen und unerwünschte Ereignisse, jeweils bis zu einem Jahr nach der Implantation“ [Esposito et al., 2026].

Risikoreduktion von 80 auf 27 Fälle pro 1.000 Behandelte

In zehn RCTs wurden Antibiotika mit einem Placebo beziehungsweise einer Nicht-Gabe verglichen. In fünf weiteren wurden eine Single-Shot-Dosis einer Mehrfachgabe gegenübergestellt. In zwei Studien verglichen die Forschenden die prä- und postoperative Verabreichung und in einer wurden verschiedene Wirkstoffe untersucht. Nach Einschätzung der Autoren haben acht RCTs ein niedriges und sieben ein hohes Verzerrungsrisiko.

Die Ergebnisse zeigen, dass die prophylaktische Antibiotikagabe das errechnete absolute Risiko für einen frühen Implantatverlust von 80 auf 27 Fälle pro 1.000 Behandelte reduzierte. Daraus ergibt sich eine Number Needed to Treat (NNT) von 19 – das heißt, 19 Patientinnen und Patienten müssten prophylaktisch Antibiotika erhalten, um einen zusätzlichen frühen Implantatverlust zu verhindern. Wahrscheinlich können darüber hinaus auch prothetische Misserfolge und postoperative Infektionen reduziert werden.

Für eine mehrfache Gabe ließ sich gegenüber der Einmalgabe kein klarer Zusatznutzen belegen. Anhand der Daten konnte kein Vorteil einer postoperativen gegenüber der präoperativen Gabe festgestellt werden. Für Amoxicillin im Vergleich zu Clindamycin ließ sich aufgrund der dünnen Datenlage kein Unterschied belegen. In der einzigen eingeschlossenen Studie traten unerwünschte Ereignisse ausschließlich in der Clindamycin-Gruppe auf.

Esposito MAB, Visconti RF, Grusovin MG, Greco K. Interventions for replacing missing teeth: antibiotic prophylaxis for dental implant placement without bone augmentation procedures. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 9. Art. No.: CD004152. DOI: 10.1002/14651858.CD004152.pub5. Accessed 18 September 2026.

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