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Leitlinien zur Antibiotika-Verschreibung in der Zahnmediizin

Antibiotika-Empfehlungen sind international nicht konsistent

br
Zahnmedizin
Die Empfehlungen zum Einsatz von Antibiotika in der Zahnmedizin unterscheiden sich international teils deutlich. Das ist das Ergebnis einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit.

Wie wird der Einsatz von Antibiotika in der Zahnmedizin international praktiziert? Welche Empfehlungen existieren und inwieweit stimmen diese überein? Das hat jetzt eine Arbeitsgruppe aus spanischen und chilenischen Autorinnen und Autoren untersucht und die Ergebnisse im „Journal of Dentistry“ veröffentlicht.

17 Leitlinien aus neun Ländern

Das Forscherteam führte eine systematische Übersichtsarbeit zu Leitlinien für die Antibiotikaverordnung in der Zahnmedizin durch. Eingeschlossen wurden Leitlinien und Leitfäden, die von Gesundheitsministerien oder zahnärztlichen Fachgesellschaften entwickelt wurden. Die Empfehlungen wurden anhand der jeweiligen Erkrankung und ihren Empfehlungen für Patienten mit oder ohne Penicillinallergie ausgewählt. Erstaunlicherweise wurde keine einzige Leitlinie einer deutschen Fachgesellschaft mit eingeschlossen, obwohl es für den betrachteten Zeitraum zwischen Juli 2012 und November 2023 viel Material aus Deutschland zum Thema gegeben hat.

Clindamycin auch international noch häufig im Gebrauch

Aus den 6.147 identifizierten Datensätzen wurden für die Auswertung 17 Leitlinien aus neun Ländern sowie eine Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation eingeschlossen. Während bei den Patienten ohne Penicillinallergie Amoxicillin (94 Prozent) und die Kombination Amoxicillin/Clavulansäure (6 Prozent) dominierten, zeigte sich bei den Empfehlungen zu Penicillinalternativen der ersten Wahl ein uneinheitliches Bild: Metronidazol (29 Prozent), Azithromycin (24 Prozent) und Clindamycin (24 Prozent) sind die am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe der ersten Wahl.

Qualitätsbewertung der Leitlinien zeigt große Unterschiede

Die Forscher untersuchten zusätzlich auch die Qualität der eingeschlossenen Leitlinien. Dazu nutzten sie das AGREE II-Klassifikationssystem, das die Qualitätsbewertung in drei Kategorien ausdrückt: „Empfohlen“, „Mit Modifikationen empfohlen“ oder „Nicht empfohlen“. Zehn der 17 Leitlinie bewerteten die Studienautoren mit „Empfohlen“, fünf mit dem Urteil „Mit Modifikationen empfohlen“ und zwei als „Nicht empfohlen“. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse forderten die Wissenschaftler mehr „wissenschaftlichen Strenge“ in der Leitlinienarbeit, um die Qualität der Empfehlungen zu verbessern.

Publikation: Antonio Juárez-Membreño, Adolfo Figueiras, Maruxa Zapata-Cachafeiro, Almudena Rodríguez-Fernandez: Quality and consistency of antibiotic prescribing guidelines in dentistry: a worldwide systematic review, Journal of Dentistry, Volume 161, 2025, 105989, ISSN 0300-5712, doi.org/10.1016/j.jdent.2025.105989.

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